23. Woche - Ringplanet Saturn Anfang Juni

 -  Astrofoto der Woche  - 

Saturn ist derzeit Planet der ersten Nachthälfte. Er steht etwas oberhalb von Spica im Sternbild Jungfrau und kulminiert in etwa 33° Höhe, das aber zu einer Zeit, wo es in Norddeutschland noch nicht dunkel ist. Sein Ringsystem präsentiert sich recht weit geöffnet. Die Wolkenstreifen verteilen sich in differenzierten Helligkeiten über die Planetenkugel. Ins Auge fällt die dunkle nördliche Polarkalotte. Die Cassini-Teilung ist gut erkennbar und zieht sich um den gesamten sichtbaren Ring. Bei genauem Hinsehen sieht man innerhalb des Ringes feine Schattierungen. Derzeit hat das Planetenscheibchen einen scheinbaren Durchmesser um 18 Bogensekunden.
In unserer AdW-Runde begrüßen wir herzlich Ralf Kreuels, der mit seinen DMK-Bildern nicht nur im Bereich Planeten beste Ergebnisse vorweisen kann, sondern der solche Videobilder auch für die Langzeitbelichtung einsetzt (siehe letztes VdS-Journal Nr. 41, Seite 62). An seiner neu aufgestellten Montierung gelang ihm am 30.5.2012 ab 23:52 Uhr MESZ mit einem Celestron 11 dieser Saturn. Der Bildautor schreibt dazu: „Nach Sonnenuntergang beruhigte sich die Luft nur langsam und war sehr feucht, es war ausgesprochen diesig. Sterne waren kaum zu sehen und Saturn selber erschien in etwa wie ein Sternchen 4.Größe. Punkt 0:00 Uhr bildeten sich aus dem Nichts erst leichte, dann dichtere Wolken. Bis dahin konnte ich die Zeit aber nutzen, um 2 gute Videos im Infraroten zu belichten. Der Ringplanet sah zwar auf den ersten Blick nicht scharf aus, er stand aber ausgesprochen still. Glücklicherweise konnte ich mit der DBK 21_AU04 (das ist die Farbversion der DMK) alle 3 Farbkanäle auf einmal belichten, ansonsten hätte die Zeit nicht gereicht. Die Referenzbilder der beiden Infrarotfilme legte ich an das Ende des ersten und an den Anfang des zweiten Films. So konnte ich beide Filme in diesem Bild nutzen.“
Die DMK 21 618 wurde mit einem IR-Pass-Filter kombiniert. Mittels Telekonverter ergab sich eine Äquivalentbrennweite von 6000 mm. Wegen des Dunstes lag die Belichtungszeit bei 1/8 s bzw bei 1/5 s. Bei der Farbe ebenso. Belichtet wurden jeweils etwa 4000 Bilder. Gestackt (also aufaddiert und gemittelt) wurde mittels AviStack, geschärft in Photoshop. Dazu noch einmal der Autor: „Leider funktionierte die Qualitätssortierung aufgrund der schwankenden Helligkeit nicht sehr gut, so dass ich 95% der Bilder verwenden musste. An der Stelle, an der sich letztes Jahr der Sturm befand zeigt sich jetzt ein farbiges Band, in der IR-Luminanz zwar kaum zu erkennen, dafür in der Farbe aber recht eindeutig. In diesem Bild habe ich den Magenta-Grün Kontrast deshalb ein wenig erhöht.“
Zu diesem Bild die Gratulation des AdW-Redaktionsteams!

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