25. Woche: Der Nebel NGC 3372 um den Stern Eta Carinae

 -  Astrofoto der Woche  - 

Der bekannte "Eta-Carinae-Nebel" ist ganz sicher eines der Highlights des südlichen Himmels. Er stellt mit seinen Abmessungen von 2° x 2° bis in die äußersten Partien ein Beobachtungsobjekt dar, das auch für die Fotografie mit kleineren Optiken bestens geeignet ist. Der hellste Nebelteil hat die Form eines 90°-Winkels und wird von dichten Staubwolken eingerahmt. In diesem leuchtendsten Teil des Nebels liegt der 6.2-mag-Stern Eta Carinae, ein Aspirant für eine künftige Sternexplosion. Nahe bei Eta Carinae liegt auch der "Schlüsselloch-Nebel", dessen Anblick sich in den letzten 160 Jahren wegen geänderter innerer Beleuchtungsverhältnisse erheblich gewandelt hat. Man bedenke: Im Jahre 1843 hatte Eta Carinae eine scheinbare Helligkeit von -0.8 mag, war also mit Sirius vergleichbar. Ende des 19. Jahrhunderts war diese Helligkeit auf nahezu 8 mag abgefallen! Seit 1941 gab es dann wieder eine Helligkeitszunahme bis auf den heutigen, oben genannten Wert. Ursache sind Staub- und Gaswolken, die sich relativ zu Eta Carinae verlagert hatten. Eta Carinae selbst steckt in einem dichten, umgebenden Nebel, den wir auch als "Homunculus-Nebel" kennen.

Nicht nur in Namibia gibt es einen überragenden Himmel, auch Südafrika bietet Traumnächte! Dr. Dieter Willasch verbrachte dort einige Monate und konnte etliche Objekte des Südhimmels aufzeichnen. Diese Aufnahme entstand am 2. Januar in Somerset West, Südafrika. Sie zeigt das Zentralgebiet von etwa 1° scheinbarem Durchmesser (Norden ist links). Auch wenn der Eta-Carinae-Nebel derzeit bereits am westlichen Abendhimmel steht, ist er am Aufnahmeort noch ein dominierendes Objekt. Das Foto ist insofern interessant, als es mit dem preiswerten Skywatcher ED 80 bei f/7.5 entstand, an dem eine Canon EOS 20D angeschlossen war. Diesen Refraktor verwendet Herr Willasch normalerweise als Leitrohr, diesmal lief er jedoch auf einem Meade LX 200 GPS "piggyback" mit. Bei der Montierung handelt es sich um ein alt-azimutale Bauart, die Belichtung betrug 48 x 1 Minute (jeweils mit Dunkelbildkorrektur) bei ISO 3200. Die Nachführung erfolgte dabei per Autoguider.

RA = 10 h 43.8 min, DEK = -59° 52'

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