27. Woche - Die Galaxie NGC 4725 und ihr Umfeld

 -  Astrofoto der Woche  - 

Die Galaxie NGC 4725 hatten wir schon 2009 als Astrofoto des Monats und 24/2010 als Astrofoto der Woche. Daher nur kurz zu den Daten: Die Seyfert-Galaxie vom Typus SBb ist 11´ x 7,9´ groß, ihre visuelle scheinbare Helligkeit beträgt 9,21 mag. Die Entfernung wird zu 12,8 Mpc angegeben, 42 Millionen Lj also. Etwa 25´ nordöstlich von NGC 4725 liegt die kleine peculiäre (= seltsame) Galaxie NGC 4747. Radiountersuchungen aus dem Jahre 1984 belegen, dass NGC 4725 ein wechselwirkendes System mit NGC 4747 bildet. Diese 3,6´ x 1,4´ messende Galaxie von 12,4 mag ist auch als Arp 159 bekannt. Im aktuellen AdW erkennt man einen mit NGC 4747 verbundenen optischen Gezeitenschweif. Dieser besitzt eine feine, von NGC 4725 weg gerichtete Struktur. Aber ein Schweifstück ist auch auf NGC 4725 hin gerichtet! Dies sieht man in der Kontrastverstärkung im Gesamtbild. Der Leser erhält dieses Gesamtbild (Farbbild + SW-Kontrastverstärkung unterhalb), wenn er die Bilddatei nicht nur anklickt, sondern herunter lädt (siehe unten). Westlich von NGC 4725 findet man eine kleine, aber ausgeprägte Spiralgalaxie, NGC 4712. Aus ihrer gemessenen Radialgeschwindigkeit geht eindeutig hervor, dass sie kein Begleiter von NGC 4725 sein kann, weil sie viermal weiter entfernt ist. Folglich ist NGC 4712 nur eine Hintergrundgalaxie.

Ein für die meisten Leser vermutlich wenig bekanntes Objekt ist der Planetarische Nebel LoTr5 (links oben im Bild), über dessen Entdeckung die Astronomen Longmore und Tritton 1980 in einem Fachartikel berichteten. Im Strasbourg-ESO-Katalog von Agnès Acker wird er geführt als PN G339.9+88.4. Sein scheinbarer Durchmesser erreicht nach Angaben der Entdecker 9,3´ x 8,2´. Sie geben auch eine Entfernung von etwa 1300 Lj an.

Bildautor Frank Sackenheim ist neu in der Runde hier. Daher eine herzliche Begrüßung im Kreis der AdW-Astrofotografen. Er schreibt: „Das Wetter während der Aufnahmen war zwar tagsüber sehr frühlingshaft schön, während der Nacht aber bescheiden für die Astrofotografie. Sicher wäre unter sehr guten Bedingungen auch mehr drin gewesen. Während der [OIII] Aufnahmen schien dann auch teilweise der Mond noch.“

Das Bild entstand an der Sternwarte Neroth/Eifel im März 2012. Aufnahmerefraktor war ein TMB 80/600 bei 520 mm effektiver Brennweite. Mit einer SBIG ST-8300M (plus Baader-Filter) wurde im Luminanzkanal 16 x 10 min belichtet, in RGB jeweils 12 x 10 min. Die Schmalbandfilterung war wegen der Emission des PNs nötig, welcher im [O III]-Licht stark leuchtet. Hier wurde 11 x 20 min belichtet. Gesamtbelichtung also 8 h 20 min. Die Bildbearbeitung geschah über Theli, Fitswork, Photoshop und CCDstack. Dazu noch einmal der Bildautor: „Mit der Bildbearbeitung habe ich mich absichtlich zurückgehalten. Weiteres Biegen hätte nur das Rauschen zu Tage gefördert. Schärfungen wurden ganz leicht in den Galaxien vorgenommen. Der PN ist so sachte wie möglich gepusht worden. Der [OIII]-Kanal gibt natürlich ordentlich was her, es würde aber sehr unnatürlich ausschauen, wenn so ein schwacher PN plötzlich das Bild dominiert.“ Dazu unsere Anerkennung, auch für die Idee!

NGC 4725: RA = 12 h 50 min 27 s, DEK = +25° 30´ 02´´
LoTr 5: RA = 12 h 55 min 34 s, DEK = +25° 53´ 31´´

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