28. Woche: M 16, Geburtsstätte neuer Sterne

 -  Astrofoto der Woche  - 

Der Adlernebel Messier 16 zählt zu den beherrschenden Objekten des frühen Sommerhimmels. Ein visueller Blick durch den Feldstecher zeigt: Hier liegt eigentlich ein offener Sternhaufen vor NGC 6611 der von einem diffusen Nebel umgeben ist. Der Sternhaufen sorgt mit seinen jungen, energiereichen Sternen dafür, dass der Nebel ionisiert wird und so erst leuchtet. Knapp südlich des Sternhaufens findet man eine bizarre Struktur: markante Elefantenrüssel, die sich wie eine dreifingerige Hand nach Norden erstrecken. Unser AdW zeigt die südlichsten Haufensterne oben im Bild.

Die Elefantenrüssel bilden die dichtesten überreste der Molekülwolke, aus der M 16 einst entstand. Ihre Bestandteile sind unter Anderem neutraler Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Staub. Wie in anderen galaktischen Gasnebeln auch, so steht den Rüsseln ein schlimmes Schicksal bevor: Sie werden von der Strahlungsenergie und den Sternwinden von NGC 6611 im Laufe der Zeit arg in Mitleidenschaft gezogen, zerfetzt (siehe die benachbarten einzelnen Globulen) und schließlich bis zur Auflösung zerstrahlt. Aber in der Zwischenzeit sind die Rüssel auch Geburtsstätten sehr junger Sterne. Im Infrarotbereich wurde nachgewiesen, dass in den Spitzen (die dem Sternhaufen zugewandt sind und mit hellen Rändern leuchten) ganz junge "Protosterne" entstanden sind, die noch gar nicht so richtig ihr ausgeglichenes Wasserstoffbrennen aufgenommen haben.

Rainer Sparenberg, Stefan Binnewies und Volker Robering nahmen M 16 mit dem 60-cm-Teleskop "Ganymed" auf, im Sekundärfokus bei f = 4800 mm, FWHM: 1.8": Kamera war eine SBIG ST-10 XME. Belichtung: H-Alpha: 12 x 300 s (ohne Binning), R, G, B: 6 x 300 s (2x2-Binning). Lange Zeit stand das Teleskop auf der Farm Amani in der Nähe von Kupferberg bei Windhoek, Namibia. Inzwischen ist es nach Kreta umgezogen.

RA = 18 h 18.8 min, DEK = -13° 47´

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