33. Woche: M 17, der "Omeganebel" im Schützen

 -  Astrofoto der Woche  - 

M 17 ist eine wohlbekannte HII-Region in der Milchstraße im nördlichen Schützen. Derzeit kulminiert diese Gegend gegen Mitternacht und kann auch von unseren Breiten beobachtet und fotografiert werden. Bei dunklem Nachthimmel ist das Objekt schon mit dem bloßen Auge als schwacher Fleck erkennbar. M 17 hat eine Ausdehnung von 46´ x 37´ und ist von daher bestens für mittlere Brennweiten geeignet.

Im Zentrum von M 17 befindet sich ein junger offener Sternhaufen. Da sein Alter bei nur etwa 1 bis 3 Millionen Jahren liegt, kann sich selbst unter den massiven Sternen noch keiner zu einer Supernova entwickelt haben. Insofern wird die innere Struktur des Nebels allein durch innere Sternwinde von einigen O- und B-Sternen bestimmt. Die in den Nebel "gepumpte" Energie ist so hoch, dass schon Sternentstehung der zweiten Generation abläuft. Knapp westlich von M 17 haben Radioastronomen eine Molekülwolke gefunden, in der - vermutlich bedingt durch M 17 als Quelle - bereits neue Sternentstehung vor sich geht.

Wir begrüßen Henri Ullrich als neuen AdW-Bildautor! Mit dieser Aufnahme ist ihm sein erstes "richtiges" Astrofoto gelungen. Seit gut 1,5 Jahren befasst er sich mit der Astrofotografie. Seine Zielsetzung ist es, mit möglichst geringem finanziellen Aufwand gute Ergebnisse zu erzielen. Die Aufnahme entstand am 13.07.07 in Maselheim mit einem Newton 200 mm/1000 mm, modifiziert mit Leichtbauspiegelzelle (sein alter China-Dobson Marke Helios), Skywatcher Refraktor 120 mm/600 mm als Leitrohr mit ToU-Cam (SC1 Umbau), nachgeführt mit Guidedog, Celestron ADM-Montierung mit Powerflex SLP Steuerung. Als Kamera diente eine gebrauchte Canon EOS 20D-Astro mit Baader-Filter und Komakorrektor. Belichtet wurde 8 x 30 s + 5 x 60 s + 3 x 180 s bei ISO 1600. Die Einzelbilder wurden jeweils gemittelt und dann addiert. Die Bildbearbeitung erfolgte mit Registar, Fitswork und Photoshop.

Henri Ullrich schreibt: "Das Bild ist im übrigen die erste Aufnahme mit dem Komakorrektor, den ich jetzt erst erworben habe. Dafür musste ich allerdings den China-OAZ komplett umbauen. Ich hoffe, die Aufnahme gefällt und kann als Beispiel dienen, dass man mit Geduld und viel Bastelei durchaus auch mit einem "Low-Budget"-Equipment gute Bilder machen kann."

Weiter so! Das AdW-Team hat dem nichts hinzuzusetzen. Interessenten sollten seine Webseite besuchen: www.astrotec.org

RA = 18 h 20.8 min, DEK = -16° 11'

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