33. Woche: Milchstraße im Sternbild Schütze

 -  Astrofoto der Woche  - 

Die Milchstraße im Sternbild Schütze gehört - bei dunklem und klarem Himmel betrachtet - wohl zu den einzigartigsten Glanzmotiven am Himmel. Schon von unseren Breiten aus kann man sie beobachten und fotografieren. In Alpenlage mit guter Südsicht ist der Anblick noch prächtiger, vom namibischen Südhimmel ganz zu schweigen.

Ein Hochformat als AdW ist immer problematisch. Wird es als Ganzes in guter Auflösung dargestellt, sprengt es den Rahmen des Monitors, der leider nur auf Querbilder ausgelegt ist und müsste auf- und abgescrollt werden. Eine Verkleinerung auf Monitorhöhe andererseits würde das eigentliche Motiv zu winzig zeigen, der Rest bliebe schwarze Freifläche. Bei bestimmten Astro-Objekten kann ein Hochformatbild auch durchaus einmal um 90° gekippt werden. Das aber würde den Charakter des AdW dieser Woche verderben. Insofern muss es in zwei Etappen vorgestellt werden.

Der erste Anblick zeigt den südlichen Teil einer Aufnahme von Ingo Janiszczak, die bereits im August 2002 in Kötschach-Mauthen (Kärnten) entstanden war. M 16, der Adlernebel, und M 17, der Omeganebel, sind oben im Bild als rote Nebel erkennbar. Südlich davon schließt sich die kleine Sagittarius-Wolke an. Sie stellt ein "staubfreies Fenster" dar, durch das wir durch die interstellare Materie des Vordergrundes ungetrübt auf die Milchstraße blicken können. Weiter südwärts folgen der kleine Trifidnebel M 20 und der allseits bekannte Lagunennebel M 8. Südlich davon, dicht oberhalb der ins Bild einbezogenen dunklen Gipfelsilhouette, liegen die hellen Milchstraßenpartien um das Galaktische Zentrum. In der unteren Bildmitte liegen die hellsten Sterne des Schützen mit dem Kugelsternhaufen M 22.

Was an dieser Aufnahme besticht, ist die kontrastierende Einwirkung der hell beleuchteten Wolken. Sie werden vom nächtlichen Stadtlicht angestrahlt und reflektieren das bekannte Grün der Quecksilberdampflampen. Während der 10-minütigen Belichtung auf Diafilm Kodak Elitechrome 200 haben sich die Wolken praktisch nicht von der Stelle gerührt. Verwendet wurde ein Objektiv Canon FD 1:2,8/50 mm. Die Montierung Vixen GP/DX lief in der Zeit ohne Nachführkorrektur. Die exakte Aufstellung machte es möglich.

RA = 18 h 27 min, DEK = -22° 50'

nach oben

Anzeige