34. Woche: Omega Centauri in neuem Licht

 -  Astrofoto der Woche  - 

Omega Centauri, eines der schönsten Südobjekte, wurde bereits im AdW 24/2005 vorgestellt. Damals lieferte Michael Hoppe eine sehr schöne Aufnahme. Jetzt steht Omega Centauri wieder im AdW-Blickpunkt, diesmal aufgenommen von Walter Gröning. Bevor der Leser jetzt weiter zu den Objektdaten übergeht: Worin liegt der wohl wesentliche Unterschied in beiden Bildern? Um das beurteilen zu können, wurde das aktuelle AdW von der Originalauflösung her nicht verändert.

Dieser hellste Kugelsternhaufen unserer Milchstraße ist mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 3.7 mag klar ein Objekt für das bloße Auge. Seine Abmessungen werden unterschiedlich angegeben. Im Sky Catalogue 2000 von Hishfeld & Sinnott werden als scheinbarer Durchmesser 36´ vermerkt. Das aber ist sicherlich zu klein. Laut Burnham zeigen tiefste Fotografien noch schwächste zugehörige Sterne, mit denen 70´ Durchmesser erreicht werden. In einer Sternzählung bis zur 20. Größenklasse wurden am Harvard Observatory sogar 95´ festgestellt. Das entspricht bei 17300 Lj Entfernung einem wahren Durchmesser von 480 Lj. Die bekannte Datensammlung von Harris gibt einen rechnerischen Gezeitenradius von 57´ an, d.h. der Durchmesser der Kugel, in der die Sterne gravitativ gehalten werden können, macht damit 114´ aus. Alles in Allem folgt: Omega Centauri ist als Kugelsternhaufen riesig. M13, das Prachtexemplar des Nordhimmels, bringt es vergleichsweise "nur" auf bescheidene 120 Lj.

Omega Centauri ist nicht nur von seiner Größe her bemerkenswert. Auch seine Sterne scheinen eine nicht alltägliche Entstehungsgeschichte zu erzählen. So fanden Astronomen im Jahre 2000 bei Untersuchungen des Farbenhelligkeitsdiagramms heraus, dass der Kugelsternhaufen vermutlich der Kern einer ehemaligen Zwerggalaxie ist, die sich mittlerweile schon aufgelöst hat. Eine andere Forschergruppe konnte dies durch Modellrechnung für eine Zwerggalaxien von 8 Milliarden Sonnenmassen stützen.

Walter Gröning nahm NGC 5139 (Omega Centauri) am 6. Juli 2008 während eines Namibia-Aufenthaltes am IAS Observatory (ias-observatory.org), Farm Hakos/Namibia auf. Der 20-zöllige Cassegrainspiegel (P. Keller) hat ein Öffnungsverhältnis von 1:3 im Primärfokus. Als Kamera diente eine SBIG STL 11000M. Das LRGB-Bild wurde 1:1:1:1 jeweils 60 s belichtet. Die Bilsbearbeitung erfolgte über CCDSoft und Photoshop CS 2.

RA = 13 h 26.8 min, DEK = -47° 29´

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