37. Woche: Der Planetarische Nebel Abell 39

 -  Astrofoto der Woche  - 

George Abell hatte 1966 nach Durchmusterung der damaligen POSS-Schmidtplatten einen Katalog von 86 Planetarischen Nebeln herausgegeben, die damals zum größten Teil noch nicht bekannt waren. Entdeckt wurden diese Nebel aber nicht 1966, sondern in den Untersuchungen während der Jahre zuvor. Das war bei Abell 39 beispielsweise bereits 1955. Dieser PN im Sternbild Herkules trägt auch die Bezeichnung PN G 047.0+42.4 (d.h. galaktische Länge 47.0 Grad, galaktische Breite +42.4 Grad). Er misst 2,9´ x 2,9´ und ist damit flächenmäßig ca. sechsmal kleiner als der Ringnebel M 57. Bei einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 12,9 mag bedeutet das für Abell 39 rund 24 mag pro Quadratbogensekunde – ganz schön lichtschwach, im Gegensatz zu M 57, der auf gemittelte 19.8 mag pro Quadratbogensekunde kommt und damit fast 50-mal heller ist! Abell 39 ist ungefähr 3800 Lj entfernt, laut J.H. Cahn, J.B. Kaler und L. Stanghellini (1992). Mit diesem Wert kommt der wahre Durchmesser auf 3.2 Lj. Die Wissenschaftler haben eine Expansion von 32 bis 37 km/s festgestellt.

Der Zentralstern von Abell 39 ist AG82 209. Mit scheinbaren visuellen 15.69 mag und blauen 15.34 mag beträgt der Farbindex B-V damit -0.35 mag, was einem knalligen Blau entspricht. Um den Zentralstern innerhalb der Nebelfläche visuell wahrzunehmen, ist sicher ein Teleskop von mindestens 20 Zoll Öffnung nötig. Hat jemand diesen Zentralstern schon beobachtet?

Manfred Konrad setzte ein 12“-Newton-Teleskop auf einer Montierung Fornax 51 ein. Er belichtete 6 x 10 Minuten mit einer Atik 16HR plus [O III]-Filter (Baader). Die blaugrüne Farbe des Objekts kommt schön heraus. Gut erkennbar ist die nahezu perfekt runde Hülle, deren äußerster Rand heller erscheint. Dies liegt daran, dass wir beim Betrachten der Nebelblase in den Randgebieten durch mehr Nebelmaterial schauen.

RA = 16 h 27 min 33 s, DEK = +27° 54´ 35´´

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