37. Woche: Ein "Iridum-Blitz" in der Andromeda

 -  Astrofoto der Woche  - 

Bei der Astrofotografie mit großen Bildwinkeln passiert es gelegentlich, dass im Aufnahmefeld ein "Iridium Flare" aufleuchtet. Würde man diesen Vorgang von Beginn an mitverfolgen, sähe man folgenden Ablauf: Ein schwacher Leuchtpunkt - der Iridium-Satellit - wird während seiner Bewegung am Himmel allmählich heller. Nach etwa 10 Sekunden ist eine maximale Helligkeit erreicht, die im Bereich negativer Magnituden liegen kann. Danach nimmt das Aufleuchten in gleichem Maße ab, bis die ursprüngliche Helligkeit erreicht ist. Hat man das Phänomen mit einer Kamera aufgezeichnet, ergibt sich eine Leuchtspur mit einem sehr hellen Maximalwert in der Mitte. Die Iridium-Satelliten waren ursprünglich für die Kommunikation mit Mobiltelefonen gedacht und von der amerikanischen Firma Iridium unterhalten, daher der Name. Ihre großen Antennenflächen reflektieren das Sonnenlicht. Wird es in Richtung Erde geworfen, entsteht dabei durch die Satellitenbewegung ein etliche Kilometer breiter Korridor, innerhalb dessen man das Aufleuchten mitverfolgen kann.

Udo Bojarra war mit Astro-Freunden im August eine Woche im Ötztal auf 2800 m Höhe. "Von 6 Nächten waren 70% klar", schrieb er, "wir haben viele Fotos gemacht. Hier eine besondere Aufnahme vom 27. August 2008 um 22:26 Uhr MESZ."

Einer der zahlreichen Iridium-Satelliten erreichte in Blickrichtung Andromedanebel eine Helligkeit von -8 mag. Die Canon EOS 350Da mit einem Leica Elmarit 135 mm 1:2.8 war auf Blende 4 abgeblendet. Es wurde insgesamt 2 Minuten bei einer Empfindlichkeitseinstellung von ISO 800 ohne Korrektur nachgeführt. Der Satellit kreuzte zur Belichtungsmitte das Bildfeld. Dieses Motiv war extra so eingestellt und belichtet worden, weil die Leuchterscheinung bekannt war. Im Internet gibt es für alle möglichen Punkte auf der Erdoberfläche Vorhersagen zum Aufleuchten der vielen Iridium-Satelliten. Siehe dazu calsky.astroinfo.org.

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