38. Woche: Planetarische Nebel aus der Minkowski-Liste

 -  Astrofoto der Woche  - 

Wir begrüßen als neuen Astrofotografen unserer AdW-Runde ganz herzlich einen allseits bekannten und vorbildlichen Astrofotografen: Eckhard Alt. Vielen ist er durch seine soliden parallaktischen Montierungen bekannt. Dass er aber auch astrofotografisch aktiv war und geblieben ist, sollte auch jüngeren Lesern unserer Rubrik klar sein. Da viele nur in der "Jetztzeit" leben und die Entwicklung der Astrofotografie nicht mitverfolgt haben, hier ein Mini-Rückblick: Anfang der siebziger Jahren wurde die Gruppe E. Alt, Dr. E. Brotkorb, K. Rihm und J. Rusche durch ihre innovative Dreifarbenfotografie bekannt. Dieser Vorläufer der heutigen RGB-Fotografie mit CCD-Kameras basierte damals noch auf gefilterten Aufnahmen auf spektroskopischen SW-Filmen der Serie Kodak 103a. Die in der Belichtungszeit kalibrierten Farbauszüge wurden auf dem Vergrößerungsgerät dann deckungsgleich zum Farbkomposit vereint - rein mechanisch, d.h. ohne Stacking per Rechner. Später wurde das Verfahren auf Technical-Pan-Filme übertragen.

Der Bildautor hat für das aktuelle AdW zwei weniger bekannte Planetarische Nebel aus dem Katalog von R. Minkowski eingereicht. Aufnahmeteleskop war ein klassisches 40cm-RC-Teleskop f = 2700 mm (zwei Spiegel, sonst nichts im Strahlengang). Als Kamera diente eine ST-8E von SBIG. M 2-51 (links) und M 2-55 (rechts) wurden mit 5 Filtern aufgenommen: Blau, Cyan, Grün, Gelb und Rot. Die Belichtungszeiten der einzelnen Filter wurden an Sonnenlicht so kalibriert, dass eine reine [OIII]-Lichtquelle exakt wiedergegeben wurde. Die Gesamtbelichtungszeit durch 5 Filter betrug für jeden PN 4 h 48 min. Zusätzlich wurde immer ein UV- und IR-Sperrfilter verwendet. Nun ergeben alle 5 Filteraufnahmen zusammengefasst an Sonnenlicht ein neutralweißes Bild. Anzumerken ist, dass bei PN nie die reine [OIII]-Linie sichtbar ist, da andere Farben diese überlagern.

Noch etwas zu den beiden PN: M 2-51 (= PN G 103.2+00.6) hat einen scheinbaren Durchmesser von 39´´. Seine Expansionsgeschwindigkeit beträgt 10.5 km/s. Die ausgesandte [OIII]-Strahlung ist doppelt so stark wie die H-Alpha-Strahlung. Im PN steht relativ zentral ein Vordergrundstern von 13.5 mag, der aber nicht der Zentralstern sein kann, weil sein Spektraltyp M ist. Vielmehr gibt es noch ein 20.4 mag schwaches, extrem blaues Sternchen, das hier aber nicht erkennbar ist. Die Entfernungsangaben bewegen sich zwischen 3200 und 6300 Lj. Der andere PN, M 2-55, ist auch ein starker [OIII]-Strahler, emittiert außerdem H-Alpha und zusätzlich auch das blaue HeII-Licht. Der Zentralstern besitzt 21.1 mag und ist auf dem Bild so eben noch erkennbar. Die Angaben zur Entfernung sind auch hier unterschiedlich - zwischen 5800 und 7200 Lj. Übrigens existieren für beide PN keine Helligkeitsangaben.

M 2-51 RA = 16 h 41.7 min, DEK = 36° 28´
M 2-55 RA = 23 h 31 min 51 s, DEK = 70° 22´ 14´

nach oben

Anzeige