43. Woche: NGC 55 im Sculptor

 -  Astrofoto der Woche  - 

Die Galaxie NGC 55 erscheint nahezu in Kantenlage („edge-on“) mit Abmaßen von 32.4´ x 6.5´ bis in die schwächsten Ausläufer. Sie ähnelt aber keinesfalls NGC 4565 oder NGC 891, weil es sich nicht um eine reguläre Spiralgalaxie handelt. Dies wird durch die Tatsache gestützt, dass weder ein markantes äquatoriales Staubband vorliegt noch ein Galaxienkern. NGC 55 ist eine Galaxie vom irregulären magellanschen Typ. Ihre scheinbare visuelle Helligkeit liegt bei 7.8 mag. So kommt sie auf eine durchschnittliche Flächenhelligkeit von 22.2 mag pro Quadratbogensekunde. NGC 55 gehört mit NGC 300, NGC 247, NGC 253 und NGC 7793 der benachbarten Sculptorgruppe an. Ihre Entfernung beträgt etwa 5.2 Millionen Lj. Damit und mit den Abmessungen lässt sich sofort berechnen, dass NGC 55 einen wahren Durchmesser um 48000 Lj besitzt. Mit einem [O III]-Filter können bei etwa 25 cm Öffnung schon die hellsten HII-Regionen wahrgenommen werden, die die Galaxienscheibe in großer Zahl erfüllen und besonders im östlichen Galaxienbereich auffallen. Auch zahlreiche unregelmäßig verteilte Staubwolken kommen vor. Die hellsten Einzelsterne – Überriesen von -8 Mag – erreichen visuelle 18 mag und sollten sich deshalb schon auf tiefen Amateur-Aufnahmen zeigen.

Werner E. Celnik und Jürgen Kozok haben NGC 55 in Namibia auf der Farm Tivoli am 29. Juli dieses Jahres aufgenommen (Ausschnitt). Sie setzten einen 400mm-Hypergraphen mit 3200 mm Brennweite ein. Zur Aufnahme wurde konventionelles Filmmaterial verwendet (bitte nicht „analog“ sagen!), und zwar 6x6-Farbdiafilm Fujichrome 400. Er wurde 120 Minuten belichtet und in der Entwicklung auf ISO 1600 gepusht. Die anschließende Bildbearbeitung erfolgte mit Photoshop CS2 und Neatimage. Sehr schön zeigen sich die HII-Gebiete.

Wäre das nicht einmal eine Anregung für eine tiefe H-Alpha-Aufnahme?

RA = 00 h 14.9 min, DEK = -39° 11´

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