46. Woche: Die HII-Region NGC 281

 -  Astrofoto der Woche  - 

NGC 281 ist ein Emissionsnebel von etwa 30´ scheinbarem Durchmesser in der Cassiopeia. Das rote Leuchten des Wasserstoffs wird durch den eingelagerten 4´ großen, offenen Sternhaufen der gleichen NGC-Bezeichnung erzeugt. Dieser Sternhaufen ist offenbar sehr jung, was an den blauen Einzelsternen erkennbar ist. Insbesondere am Stern HD 5005 mit 7.76 mag ist dieses extrem geringe Alter ablesbar, da dieser Stern vom Spektraltyp O6 ist. Er erzeugt damit eine enorm hohe UV-Strahlung, die für die Anregung einer HII-Region Voraussetzung ist. Im Doppelsternkatalog von Aitken (1932) wird dieser Stern als ADS 719 mit mehreren Komponenten angegeben. Shapley notiert 1954 in seiner Arbeit „Multiple Stars in Emission Nebulae“ drei hellere Sterne in einem Bereich kleiner als 5´´. Die Entfernung wird auf 2000 pc (= 6500 Lj) beziffert – was damit auch für den Nebel gilt. Bei dieser Entfernung käme NGC 281 auf einen wahren Durchmesser von 57 Lj, was ihn mit M42 vergleichbar macht.

NGC 281 wird als irregulärer Nebel bezeichnet. Schaut man sich unser AdW aber genauer an, so liegt eine rundliche Form zugrunde, wie man es von einer HII-Strömgrensphäre erwartet. Der südöstliche Teil wird jedoch durch Dunkelwolken abgeschattet, die in den Nebel hineinragen, so dass die rundliche Form gestört wirkt. Was man noch erkennt: Während der Nebel nach Süden immer schwächer werdend sanft ausläuft, ist der nördliche Saum relativ scharf und zeigt anhand der aufgehellten „bright rims“ den Rand einer dichten Molekülwolke.

Torsten Grossmann nahm dieses detailreiche Foto am 05.10.2008 mit einem 4,1"-APO f/6.2 (TMB) und einer SBIG STL 4020 bei automatischer Nachführung (Selfguidemodus) auf. Das LRGB-Komposit wurde folgendermaßen belichtet: L = 10 x 12 min ohne Binning, RGB je 5 x 6 min im 2x2-Binningmodus. Aufnahmeort war das Nuthe-Urstromtal, ca. 60 km südlich von Berlin. Die Nacht war überraschend transparent und das Seeing gut.

RA = 0 h 52.8 min, DEK = +56° 36´

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