47. Woche - IC 5146 im nahen Infrarot

 -  Astrofoto der Woche  - 

Peter Remmel, Vorsitzender der Sternwarte Limburg und Mitglied der Fachgruppe Astrofotografie, probierte im Spätsommer 2012 etwas Neues. Er nahm das Gebiet um den Kokonnebel (engl. cocoon nebula) im nahen infraroten Wellenlängenbereich auf. Wir präsentieren das NIR-Bild jetzt als Astrofoto der Woche. Aber was bewog den Bildautor dazu?
Rotes Licht besitzt Wellenlängen von ca. 600 bis 750 nm. Für das nächtliche Sehen hat das menschliche Auge dort schon seine Grenze. Unsere Kamera-Chips sind in der Regel darüber hinaus bis etwa 1000 nm Wellenlänge empfindlich, also auch für den nahen Infrarotbereich (NIR). Der Astrofotografen sollte wissen: Je größer die Wellenlänge, desto besser durchdringt die Strahlung interstellare Materie. Dazu hat Hans-Günter Diederich sowohl im VdS-Journal als auch auf einem BoHeTa-Vortrag ausführlich berichtet. Im Bereich jenseits von 2000 nm (= 2 Mikrometer) werden sogar dichte Staubwolken transparent, so dass die im interstellaren „Dreck“ verborgenen Objekte aufgespürt werden können. Es stellte sich also für Peter Remmel die Frage, ob auch im NIR schon Unterschiede zum sichtbaren Licht nachgewiesen werden können. Ergebnis: Gegenüber anderen Aufnahmen mit gleicher Grenzgröße erkennt man deutlich, dass im NIR einige zusätzliche Sterne durch die Dunkelwolke leuchten. Wie dieser Vergleich aussieht, kann auf der Homepage der Fachgruppe Astrofotografie angesehen werden: astrofotografie.fg-vds.de
Das Bild des Kokon-Nebels mit der nach Westen anschließenden Dunkelwolke Barnard 168 datiert vom 23.10.2012. Aufnahmeort war Hünfelden Kirberg. Mit einem Celestron 14 wurde bei einer effektiven Brennweite von 685 mm (d.h. Blende 1,9) und einer CCD-Kamera ALCCD 9M 28 x 5 min belichtet. Der zugrunde liegende Filter war ein IR Pass von Baader. Das Autoguiding erfolgte mit DSI pro III und einem Leitrohr 75/500 mm, Stacken und Bildbearbeitung mit MaxIm DL und Photoshop.

RA = 21 h 53,5 min, DEK = +47° 16´

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