6. Woche - Das Zodiakallicht am Morgenhimmel

 -  Astrofoto der Woche  - 

Das Sonnensystem ist in kosmischen Staub gebettet, aus dem es selbst vor einigen Milliarden Jahren entstand. An den Staubpartikeln wird das Sonnenlicht gestreut und reflektiert, daher sehen wir den Staub aufgehellt gegen den Sternenhimmel. Die Sonne erzeugt also ihren eigenen Reflexionsnebel! Der meiste Staub hat sich in der Bahnebene der Planeten angesammelt, in der Ekliptik, entlang der Tierkreissternbilder. Daher spricht man vom Zodiakallicht (griechisch: Zodiachus = Tierkreis).

Zur Sonne hin nimmt die Staubdichte kräftig zu. Deshalb wird das Zodiakallicht in Sonnennähe dermaßen stark, dass wir es als „Pyramide“ wahrnehmen können. Ein Beobachter am Äquator würde diese Pyramide mit der Basis parallel zum Boden hin sehen, mit der Lichtspitze senkrecht in den Himmel weisend. Wir in unseren Breiten sehen die Zodiakallichtpyramide in Schräglage. Staubdichte und Helligkeit nehmen von der Sonne weg immer mehr ab. Daher bemerken wir am tiefen Nachthimmel weit weg von der Sonne keine Streuung des Sonnenlichtes. Dennoch sind auch dort Spuren des Zodiakallichts vorhanden. Genau 180° von der Sonne weg gibt es eine kleine, etwas hellere Streuungsfläche, den Gegenschein des Zodiakallichtbogens. Diesen Begriff haben sogar die Amerikaner übernommen (they see the „gegenschein“). Vielleicht nimmt sich ja einmal ein Astrofotograf den Gegenschein für die Alpen, La Palma oder Namibia vor.

Im letzten Herbst waren Stefan Binnewies und Rainer Sparenberg etwa 7 km östlich des Furka-Passes auf einer Höhe von 2350 Metern. Dort fotografierten sie die Zodiakallicht-Szenerie am Morgenhimmel. An der Lichtspitze befand sich der offene Sternhaufen der Plejaden mit dem daran vorbeiziehenden Mars. Etwas tiefer ist Regulus im Löwen zu sehen. Man erkennt bei genauem Hinsehen, dass das Zodiakallicht nicht symmetrisch oberhalb und unterhalb der Ekliptik liegt. Ganz tief am östlichen Horizont geht Coma Berenices auf. Belichtet wurde mit einer Canon EOS 5D und einem 24-mm-Objektiv, Blende 3,2. Die Belichtungszeit betrug 117 s bei ISO 1600. Selten gesehen dieses Motiv, selten fotografiert – sehr schön!

M 44: RA = 08 h 40,1 min, DEK = +19° 59´

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Die heutige Kniffelfrage: Letzter Versuch einer Kniffelfrage an interessierte Astrofotografen: Welchen Winkel bildet die Zodiakallichtebene im aktuellen AdW mit der Horizontebene? Tipp: Eine gute Sternkarte zeigt, wo die Ekliptik am Sternenhimmel liegt. Den Horizont kann man als parallel zur unteren Bildkante annehmen. Antworten bis zum kommenden Wochenende an:


Der Lösungsweg und die Namen der Einsender mit korrekter Lösung werden ab dem folgenden Montagabend (wenn das neue AdW erscheint) auf Astronomie.de veröffentlicht.

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