7. Woche: Sh2-261, eine HII-Region des Winterhimmels

 -  Astrofoto der Woche  - 

Dieses Objekt ist mit 30´ x 15´ ziemlich ausgedehnt, aber weniger bekannt und daher ziemlich selten fotografiert: die HII-Region Sharpless Nr. 261 im nördlichen Orion. Da die Flächenhelligkeit dieses Emissionsnebels nicht allzu hoch ist, muss man sie schon kräftig belichten, um genügend Deckung zu erzielen. Ferner ist ein H-Alpha-Filter angesagt, um das Nebellicht gegenüber dem Himmelshintergrund zu betonen und damit den Kontrast deutlich anzuheben.

Die Form von Sh2-261 ist elliptisch, dabei schalenförmig. Es scheint eine zentrale Höhlung vorzuliegen, die von neu entstandenen Sternen erzeugt wurde. Der Südrand weist ein Gebiet von auffälligen und hell zerfransten Nebelzungen mit hellen Rändern auf. Direkt darüber (nördlich davon) steht HD 41997, der hellste Stern in Sh2-261 mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 8.4 mag. Sein Spektraltyp ist O8. Er zerfranst den Südteil des Nebels. Ein solcher Stern hat als Hauptreihenstern eine Absoluthelligkeit von -4,9 Mag. Wählt man eine Absorption von 0 mag, dann folgt für den Stern und damit für Sh2-261 ein Entfernungsmodul von 8.4 mag - (-4.9 mag) = 13.3 mag. Das bedeutet eine echte Entfernung von 14900 Lj. Damit ist Sh2-261 im Vergleich zum Orionnebel M42 rund 9-mal weiter entfernt, jedoch nur 3-mal so klein. Das bedeutet, dass dieser blasenförmige Nebel in Wahrheit dreimal größer als M42 ist!

Harald Strauß von der Gahberg-Sternwarte in Österreich hat Sh2-261 mit einem 14"-Hypergraphen bei 1020 mm Brennweite aufgenommen. Als Kamera fungierte eine SBIG ST-8. Der H-Alpha-Filter stammt von Astronomik. Die Belichtungszeit betrug insgesamt 4 x 15 min.

Immer wieder faszinieren derart tiefe H-Alpha-Aufnahmen strukturierter Nebel. Dabei macht es gar nichts aus, dass das Bild monochrom ist.

RA = 06 h 08.9 min, DEK = +15° 49´

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