2. Platz - Patrick Hochleitner und Dieter Beer (30 Punkte)

5. Woche - NGC 1333, Sternentstehungsgebiet im Perseus

 -  Astrofoto der Woche  - 

Am „Dreiländereck“ der Sternbilder Perseus, Aries und Taurus findet man den Reflexionsnebel NGC 1333. Er befindet sich innerhalb der riesigen Perseus-OB2-Molekülwolke, die genügend Material enthält, um hier Sternentstehung zu ermöglichen. Die Entfernung von NGC 1333 ist nicht genau bekannt: Herbig & Jones (1983) fanden 350 pc = 1140 Lj, Lada et al. (1990) fanden 220 pc = 718 Lj. Das Licht des zentral gelegenen B8-Sterns von 9,5 mag innerhalb der blau erscheinenden Nebelzone wird durch Staubanteile gestreut und reflektiert als blaue Nebelregion. Der scheinbare Durchmesser der helleren Reflexionsanteils beträgt 9´ x 7´. Schaut man das aktuelle AdW genauer an, so merkt man aber schnell: Der Reflexionsnebel ist nur der kleinste, hellste Teil der riesigen Wolke. Wären noch andere heiße, blaue Sterne in diesem Nebelchaos, dann würden auch dort blaue Reflexionsnebel erscheinen.

Im Inneren der Wolke wurde Mitte der 90er Jahre im Infraroten ein Sternhaufen von etwa 150 Mitgliedern entdeckt – Sterne von kleinen bis mittleren Sonnenmassen. Hierbei handelt es sich um sehr junge Sterne, die jünger als 1 Million Jahre sind. In der gesamten Nebelregion verteilt, aber besonders gut im Südbereich zu erkennen, liegen einige rote Fleckchen. Die Astronomen Herbig und Haro haben sich um die Erforschung dieser Objektklasse besonders verdient gemacht, daher werden diese Nebelchen auch „Herbig-Haro-Objekte“ (HH-Objekte) genannt. Sie tauchen auch in anderen jungen Sternentstehungsgebieten auf. Im Inneren der HH-Objekte stecken sehr junge Sterne, die teilweise noch nicht einmal das Hauptreihenstadium erreicht haben. Das bedeutet, dass ihr zentraler Fusionsprozess (Wasserstoff in Helium zu verwandeln) noch nicht sein stabiles Stadium erreicht hat. Die veränderlichen T-Tauri-Sterne sind Beispiele dafür. Oft werden HH-Objekte von Jets begleitet, die von dem jungen Stern nach außen wegfliegen. Für Astrofotografen wichtig: Die HH-Objekte leuchten zum Großteil in H-Alpha, es gibt aber auch einige, in denen die [S II]-Strahlung überwiegt. Im aktuellen AdW erkennen wir direkt am Südwestrand von NGC 1333 das helle Gebiet HH 12, etwas südlicher davon an dem hellen Stern das knotige Gebiet HH 7-11.

Patrick Hochleitner aus Bruck a.d. Glstr. hat diese Szenerie am 22.10.2011 aufgenommen. Seine Ausrüstung (das darf man statt „equipment“ übrigens auch sagen …) besteht aus einem Refraktor Skywatcher BD 120/765 ED (765 mm Brennweite) sowie einer CCD-Kamera G2Moravian 8300FW. Dieses LRGB-Bild war für die Kamera das „first light“. Und jetzt halte sich der Leser fest: Die Belichtungszeit betrug insgesamt 33 h 20 min! Gratulation – auch an Dieter Beer, der die Bildbearbeitung vornahm.

RA = 03 h 29,3 min, DEK = +31° 25´

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