3. Platz - Sebastian Voltmer (22 Punkte)

14. Woche - Mars – der „Rote Planet“ beherrscht die Nacht

 -  Astrofoto der Woche  - 

Wer derzeit zum Sternbild Löwe schaut, erblickt auch sofort den Mars. Das momentan schöne Wetter veranlasst dann auch viele Beobachter, diesen Planeten ins Blickfeld zu holen. Geringe Turbulenzen der Atmosphäre und erst recht in Bodennähe beim Beobachter führen zu einem guten Seeing („seeing“ = „das Sehen“, im übertragenen Sinn besser „die Sichtbedingungen“). Bei guten Sichtbedingungen gibt der Planet zahlreiche Details auf seiner Oberfläche preis.
Welche Details zeigt das aktuelle AdW? Da ist zunächst die strukturierte Polkappe. Am Rand erkennt man - kleinen Inseln ähnlich - Reste von abschmelzendem Polareis. Sie sind von der zentralen Kappe durch etwas dunklere Zonen getrennt. Die Planetenoberfläche wird von zahlreichen hellen Wolken bedeckt, die zum Planetenrand hin bläulicher erscheinen. In der Bildmitte liegt eine kreisförmige Formation. Das ist der bekannte Vulkan Olympus Mons, der ringförmig von Wolken umgeben ist. Ohne diese Wolken würde man diesen Supergipfel gar nicht wahrnehmen. Südlich davon befindet sich das dunkle Mare Sirenum, das heute Terra Sirenum genannt wird, weil es wie andere dunkle Strukturen auf Mars kein Meer, sondern ein Hochland ist.
Für den Einsteiger: Die Planetenfotografie wird heute üblicherweise mit Hilfe der Videotechnik durchgeführt. Der Astrofotograf nimmt den Planeten mit seiner Videokamera ohne Objektiv (und auch nicht durchs Okular) über eine gewisse Zeitspanne auf, und das auch noch in den Farben Blau, Grün und Rot, um daraus ein Farbbild herzustellen. Dabei ist darauf zu achten, alles innerhalb einer nicht zu langen Zeit zu erledigen, weil ansonsten die Planetenrotation die Details verwischt. Aus den Videosequenzen werden dann über die geeignete Software die schärfsten Einzelbilder herausgefischt und zu einem Bild überlagert. Mittels anschließender Bildbearbeitung wird dieses Planetenbild dann noch optimiert, z.B. geschärft oder im Kontrast angehoben.

Sebastian Voltmer, Mitglied der VdS-Fachgruppe Astrofotografie und in der „Planeten-Szene“ für seine hervorragende Arbeit bekannt, hat das aktuelle AdW am 16. März 2012 aufgenommen. Teleskop war das PlaneWave CDK 20 der Sternwarte Peterberg, Saarland. Als Kamera kam eine DMK 21BF04 zum Einsatz. Die effektive Brennweite betrug 17 Meter. Die Belichtung jeder einzelnen Videoaufnahme betrug 1/30 s. Als zusätzliche Komponenten (Baader) wurden verwendet: ein Flatfieldkorrektor, ferner neben den Standardfiltern R, G und B noch ein IR-Filter. So konnte dieses Bild als IR-RGB zusammengestellt werden. Warum IR? Im IR-Bereich ist erstens das Seeing besser als in den sichtbaren Wellenlängen, zweitens ergeben sich im IR auch starke Kontraste auf der Marsoberfläche. Gratulation des AdW-Teams zu diesem Super-Ergebnis!

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