Das Astrofoto des Jahres 2015

Präsentiert von Thorsten Zilch, VdS Fachgruppe Astrofotografie

Die FG Astrofotografie veröffentlicht auf Astronomie.de regelmäßig das "Astrofoto der Woche". Auf diese Weise kommt pro Jahr entsprechend der Wochenanzahl eine Grundgesamtheit von wunderschönen Astroaufnahmen aus dem Kreise der deutschsprachigen Astrofotografen zusammen. In diesem Jahr wurde zudem eine Neuerung eingeführt: Nicht wie sonst waren nur die Fachgruppenmitglieder der FG-Astrofotografie stimmberechtigt. Ab 2015 gehörten alle Mitglieder der Mailingliste der FG-Astrofotografie zum stimmberechtigten Personenkreis (in Summer mehr als 140 Personen!).

Platz 1: Robert Pölzl und Fabian Neyer, Woche 15: Messier 27 – schon einmal so gesehen?

Der Hantelnebel Messier 27 ist einer der schönsten Planetarischen Nebel (PN) am nördlichen Himmel. Er ist im Sommer das „Präsentationsobjekt“ bei Sternwartenführungen, weil man viele typische Details an ihm wahrnimmt. Zuerst einmal: PN sind Überreste aus den zurückliegenden Entwicklungsphasen von Sternen mittlerer Masse. Die Zentralsterne der PN sind also die Ursache der Nebelerscheinung. Im PN sitzen solche weiterentwickelten „Nachfahren“ ehemaliger Roter Riesen. Wurde in der Fachwelt vor gut hundert Jahren noch über die Existenz der Zentralsterne diskutiert, so hat die Astrophysik inzwischen sauber geklärt: Jeder PN ist in seinem Aufbau und seiner Struktur eine Konsequenz der Zentralsternentwicklung und der Wechselwirkung mit der interstellaren Materie der unmittelbaren Umgebung.

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Platz 2: Arno Rottal, Woche 32: Ein PN in einer H II-Region

Etwa 4,5° nordwestlich von IC 1396 im Cepheus befindet sich eine weitere H II-Region, die jedoch weniger bekannt ist: Sharpless 129 (Sh2-129). Der U-förmige rotleuchtende Nebel ist ziemlich lichtschwach, verglichen mit IC 1396. Um ihn in Farbe abzulichten, bedarf es schon längerer Belichtungszeiten bei dunklem Himmel. Im Inneren von Sh2-129 entdeckte der Amateurastronom Nicolas Outters Ende August 2011 einen möglichen neuen PN (die Objektnatur ist noch nicht ganz geklärt, auch nicht der Zentralstern, auch nicht die Entfernung). Da es sein vierter PN war, wurde das Objekt kurzerhand Ou4 genannt. Dazu hatte Outters am Observatoire d´Orange (Frankreich) Sh2-129 mit einem Refraktor FSQ 106 (f/5, Fa. Takahashi) aufgenommen, Belichtung 18 h in Hα, 8 h in [S II] und 12,5 h in [O III]. Vermutlich wollte er ein Bild von Sh2-129 gemäß der Hubble-Palette anfertigen, ansonsten gibt es nämlich keine andere Erklärung für den Einsatz eines Schwefelfilters.

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2 Mal den dritten Platz belegen

Ralf Burkart/Kreuels, Stephan Küppers, Michael Kunze, Mark Schocke, Woche 02: Der Cirrusnebel – schon einmal so gesehen?

Supernova-Überreste sind vielfältig in ihren Erscheinungsformen. Meistens zeigen sie im optischen Licht auffällige Filamentstrukturen, besonders in den vier Emissionslinien [O III], H-Alpha, [N II] und [S II]. Andere wiederum sind nur im Bereich der Radiowellenlängen auszumachen und mit üblichen fotografischen Mitteln unauffindbar. Allen gemeinsam ist eine sich ausdehnende Gashülle, die bei einer lang zurückliegenden Explosion eines massereichen Sterns fortgeschleudert wurde.

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Gerald Willems, Woche 11: Ein Weihnachtsbaum im Einhorn

Im Sternbild Einhorn (Monoceros) befindet sich die Assoziation Mon OB1. In ihrem Zentrum sitzt der sehr locker aufgebaute offene Sternhaufen NGC 2264. Im aktuellen AdW füllt er fast das gesamte Bildfeld aus. Seine hellsten Sterne bilden die Form einer kopfstehenden Fichte, deswegen wird NGC 2264 im englischsprachigen Raum auch „Christmas Tree Starcluster“ genannt. Den Weihnachtsbaum erkennt man sehr schön. Der helle O7-Stern S Monocerotis, ein Veränderlicher, liegt am oberen nördlichen Bildrand angeschnitten und bildet den Fußstern des Baumes. Mit B = 4,40 mag und V = 4,64 mag ist sein Farbindex B-V demnach -0,24 mag. In der Realität stellt das ein knalliges Blau dar, denn im Blauen ist S Mon um 0,24 mag heller als im Visuellen. Unten im Bild erkennen wir den bekannten „Konusnebel“. Diese markante Dunkelwolke von etwa 10´ Längsausdehnung ragt nach Norden. Knapp nordwestlich der Spitze des Konusnebels sitzt der ebenfalls sehr blaue Stern HD 47887 mit V = 7,14 mag. Er bildet die Spitze des Weihnachtsbaums.

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Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern, und ein großes Dankeschön unseren treuen Einsenderinnen und Einsendern!

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