11. Woche - Der Planetarische Nebel Abell 31

 -  Astrofoto der Woche  - 

Nachdem nun die Wintersternbilder erledigt sind, erwartet der Leser bestimmt, dass wir mit den Galaxien des Frühlingshimmels beginnen. Aber nein! Da gibt es zunächst noch das unscheinbare Sternbild Krebs, in dem sich einige schöne Deep-Sky-Motive verstecken. Eines davon hat lange im Archiv der Fachgruppe „vor sich hingeschlummert" (Asche auf mein Haupt / P.R.).

Der PN Abell 31 ist auch unter der heute üblichen Bezeichnung PN G219.1+31.2 bekannt. Diese Nummer stammt von der Astronomengruppe um Agnès Acker, die 1992 die neue „PN-Bibel" bei der ESO publiziert haben: den „Strasbourg-Eso Catalogue of Galactic Planetary Nebulae". Abell 31 ist außerdem im Sharpless-Katalog als Sh2-290 aufgelistet. Es handelt sich um einen ziemlich ausgedehnten PN. Im Sky Catalogue 2000 (A. Hirshfeld, R.W. Sinnott) wird >980´´ angegeben. Der PN-Typus wird charakterisiert als „very irregular brightness distribution". Das aktuelle, sehr tiefe AdW offenbart jedoch eine eindeutige Ringstruktur in H-Alpha. Im Inneren leuchtet Abell 31 blaugrün, was vom doppelt ionisierten Sauerstoff [O III] stammt (nicht O3, auch nicht O III, sondern [O III], denn „verbotene Emissionslinien" werden grundsätzlich durch eckige Klammern gekennzeichnet). Zum Leuchten angeregt wird Abell 31 durch den 15,51 mag hellen, heißen Zentralstern AG82 109. Der besitzt den Spektraltyp O6, sein Farbindex beträgt B-V = -0,31 mag, er ist also extrem blau. Man erkennt diesen kleinen, blauen Stern im Nebelzentrum etwas rechts oberhalb des helleren Sterns mit Beugungsmuster.

Andreas Rörig, Mitglied der Fachgruppe Astrofotografie, hat nach unserem Projekt „Planetarische Nebel" aus dem Jahre 2006 Abell 31 mehrmals aufgenommen, um viel Belichtungszeit addieren zu können: am 17.02., 18.02., 02.03., 17.03. und 20.03.2009. Instrument war ein 300-mm-Newton mit f/4,5 (plus Paracorr) auf einer Montierung Alt 5 ADN. Als Kamera diente eine SBIG ST-10XME. Aufnahmeort war Wilsenroth im Westerwald. Belichtet wurde in H-Alpha: 40 x 600 s, [O III]: 16 x 600 s, R: 6 x 300 s, G: 6 x 300 s, B: 6 x 450 s. Während H-Alpha (Astronomik 13 nm HWB) und [O III] (ebenfalls Astronomik 13 nm HWB) ohne Binning aufgenommen wurden, erfolgte die Belichtung der Breitbandfarben (Astronomik RGB) im 2x2-Binning. Die Nachführung im Selfguide Modus wurde durch eine AO-8 unterstützt.

Der hier sichtbare Nebelanteil (geeicht an einer POSS-Aufnahme) hat eine Ausdehnung von 16,6´ x 14,5´. Das Bild ist überwältigend, dank der immensen Gesamtbelichtungszeit von 11 h 5 min

RA = 08 h 54 min 13 s, DEK = +08° 53´ 59´´

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