3. Woche - M 32, eine Begleitgalaxie des Andromedanebels

 -  Astrofoto der Woche  - 

Der Andromedanebel Messier 31 ist leider überstrapaziert in der Astrofotografen-Szenerie. Aber zum Glück gibt es im Umfeld dieser Riesengalaxie noch zahlreiche interessante Objekte, die eine Belichtung lohnenswert machen. So bewegen sich im Laufe langer Zeiträume viele Zwerggalaxien auf Bahnen um M 31, ebenso Tausende von Kugelsternhaufen. Der gravitative Bereich um eine große Scheibengalaxie, der sehr weit hinaus reicht und von Sternen, Sternströmen, Zwerggalaxien und Kugelsternhaufen erfüllt ist, heißt in astronomisch „Halo“ (nicht das, sondern der Halo).

Messier 32 (= NGC 221) ist von ihrer Flächenhelligkeit her die hellste Zwerggalaxie des M 31-Systems. Mit einer visuellen Helligkeit von 8,08 mag und einer Blauhelligkeit von 9,03 mag kommt sie auf einen Farbindex von B-V = 0,95 mag, d.h. sie ist gelb. Im farblich gut kalibrierten AdW kommt das sehr gut heraus (Norden oben, Osten links). Messen wir die Ausdehnung von M 31 im AdW, so kommen wir auf 4,3' x 3,5'. Die Datenbank SIMBAD dagegen liefert nur 3,65' x 3,18', d.h. das AdW ist sehr tief und zeigt selbst schwächste Ausläufer der Zwerggalaxie. Allerdings decken sich diese Werte nicht mit den Angaben der üblichen Internetquellen. So gibt Wikipedia 9,1' x 6,6' an und zitiert – ja wen wohl? SIMBAD … kaum zu glauben!

Mit 4,3' Ausdehnung und 2,5 Mio. Lj Entfernung ergibt sich für M 32 ein echter Durchmesser von gut 3100 Lj. Und der elliptische Zwerg besitzt überwiegend alte Sterne der Population II. Die hellsten sind Rote Riesen und damit maßgeblich für den warmen Farbton. Gas und Staub fehlen völlig, diese Materie hat M 32 bei den bisherigen Umläufen um M 31 durch Abstreifen im Halo der Muttergalaxie verloren. Aber nicht nur Staub und Gas wurden verlustig, auch die Sterne der Zwerggalaxie selbst. Daher hat der Halo von M 31 auch durch viele andere Zwerge große Mengen von Sternen in Form stellarer Ströme mitbekommen (Chapman et al. 2008, Ibata et al. 2014).

Im Bild erkennt man, dass M 32 direkt über einem Spiralarm von M 31 liegt. Laden Sie das AdW herunter und wählen eine vergrößerte Ansicht, dann erkennen Sie viele blaue Einzelsterne, die sich wie ein breiter Pfad diagonal durchs Bildfeld ziehen. Die hellsten „Blauen Überriesen“ kommen auf etwa 16 bis 17 mag (V), kein Problem für den Hypergraphen. Indessen erscheint M 32 selbst aber strukturlos, ohne Einzelsterne. Wie ist das zu erklären? Die hellsten Roten Riesen der Zwerggalaxie (Freedman 1989) erreichen etwa 22,5 mag (V). Hier sind schlichtweg Grenzen erreicht.

Das AdW stammt von Harald Strauß, Mitglied der Fachgruppe Astrofotografie. Sein 14-zölliger Hypergraph (f = 3140 mm) sitzt auf einer parallaktischen Montierung des Typs ASA DDM85. Bei guter Transparenz und gutem Seeing wurde mit einer CCD-Kamera SBIG STL-11000M insgesamt 8 Stunden und 20 min belichtet. Dabei erfolgten die Luminanzbelichtungen ohne Binning, die Farbbelichtungen waren 2-fach gebinnt. Das Bild kursierte bisher noch nicht in den Foren, und wir sagen dem Autor ganz herzlichen Dank für die "Erstaufführung" hier als AdW!

Koordinaten J2000.0:

RA = 00 h 42 min 42 s, Dec = +40° 51´ 55´´

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