6. Woche: IC 405 und IC 410 im Fuhrmann

 -  Astrofoto der Woche  - 

Hermann von Eiff nutzte das gute Astro-Wetter um den Jahreswechsel und visierte mit seiner Optik das Gebiet der Emissionsnebel IC 405 und IC 410 an. Im Bildzentrum erkennt man den gelblichen K3-Stern 16 Aurigae (Mitte, unten) und darüber ein Parallelogramm, bestehend aus den vier hellen, blauen Sternen 17 Aurigae, SAO 57884, 18 Aurigae und 19 Aurigae. Rechts davon – also westlich – liegt IC 405, der „Flaming-Star-Nebel“. Mit 20´ scheinbarem Durchmesser und einer Entfernung um 1600 Lichtjahre hat er einen wahren Durchmesser von etwa 9 Lichtjahren. Der Nebel setzt sich aus sehr viel blau reflektierendem Staub und rot leuchtendem Wasserstoffgas zusammen. Dabei bildet der Staub ein strähniges Muster. Die Energiezufuhr zur Nebelanregung liefert der 6 mag helle Stern AE Aurigae (= HD 34078). Er ist leicht veränderlich, besitzt den Spektraltyp O9Ve und ist den Astronomen durch seine relativ große Geschwindigkeit aufgefallen. Dieser "Runaway-Star" ist nicht zusammen mit dem Nebel entstanden, sondern kommt aus der Orion-Region. Das ist mit Hilfe seiner Eigenbewegung rekonstruierbar. Demnach durchkreuzt er gerade nur IC 405 und bringt den Nebel mehr zufällig zum Leuchten.

Links vom Sternenparallelogramm befindet sich IC 410. Der 40´ x 30´ große Nebel strahlt zum Großteil in H-Alpha. Zur Emission angeregt wird er durch den enthaltenen lockeren Offenen Sternhaufen NGC 1893, dessen Entfernung bei 13000 Lj liegt. Der Sternhaufen besteht aus etwa 60 Einzelsternen und ist 11´ ausgedehnt. Man sieht hier also, dass IC 410 erheblich weiter weg liegt als IC 405!

Die Aufnahme wurde aus 2 x 4 Einzelbildern zu je 15 Minuten Belichtungszeit zusammengesetzt. Verwendet wurde dazu eine Canon 450DA am Pentax 75SDHF. Die Bilder wurden im RAW-Konverter von Photoshop konvertiert, mit Registar kombiniert und mit Photoshop bearbeitet. Der Bildautor schreibt: „Mir selbst gefällt dieses Bild, weil ich das IC-Pärchen im Fuhrmann schon immer aufnehmen wollte und weil es zeigt, was mit der Canon 450D und dem kleinen Pentax-Refraktor machbar ist.“

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