37. Woche: M 16, HII-Region im Sternbild Schütze

 -  Astrofoto der Woche  - 

In der Milchstraße des Sternbildes Schlange (Serpens Cauda), die mit dem nördlichen Schützen allmählich im Südwesten verschwindet, liegt der helle Emissionsnebel Messier 16. Bei dunklem Landhimmel ist er schon mit dem bloßen Auge als diffuses Fleckchen erkennbar.

M 16 hat laut Sky Catalogue 2000.0 (A. Hirshfeld/R.W. Sinnott) einen scheinbaren Durchmesser von 35´ x 28´. Die Gaswolken werden vom eingebetteten offenen Sternhaufen NGC 6611 zur Emission angeregt. NGC 6611 ist etwa 2500 Lj entfernt, unter zahlreichen jungen, energiereichen Einzelsternen ist ein O6-Stern von 8.2 mag der hellste. Dieses Sternentstehungsgebiet ist insgesamt Teil der Assoziation Ser OB1.

Michael Deger (siehe auch www.galaxyphoto.de) schickte diese Aufnahme, die bereits im letzten und vorletzten Jahr entstand. Es handelt sich um ein Motiv, welches oft eingereicht wird, aber hier gibt es doch einige wesentliche Details zu erwähnen. So wird sehr schön sichtbar, dass die Energie des zentralen Sternhaufens einige markante „Elefantenrüssel“ im Nebel geschaffen hat. Diese Gebilde weisen direkt in Richtung des Sternhaufens und werden von dessen Energie an den Spitzen komprimiert (helle Ränder!) und auch zum Großteil „zerrupft“. Dabei entstanden einige separierte, kompakte Globulen. In M 16 ereignet sich demnach eindeutig Sternentstehung der 2. Generation, d.h. die heißen Sterne des jungen Sternhaufens NGC 6611 schaffen in Wechselwirkung mit dem Staub und Gas der Umgebung neue Sterne.

Aufnahmeteleskop war ein Meade 12" ACF auf einer Montierung Vixen New Atlux. In Verbindung mit einem Lumicon Giant Easy Guider wurde bei f = 1500 mm gearbeitet. Kamera war eine SBIG ST-2000XM mit LRGB-Filtern (ebenfalls von SBIG) und einem H-Alpha-Filter von Astronomik (HWB = 13 nm). Die Belichtungszeiten betrugen 28 x 5 min im Luminanzkanal, 4 x 5 min in H-Alpha und jeweils 6 x 5 min in RGB. Aufnahmedatum: 24.06.2007 + 28./29.06.2008.

RA = 18 h 18.8 min, DEK = -13° 47’

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