Event Horizon Kollaboration mit Breakthrough-Preis ausgezeichnet

 -  MPI für Radioastronomie
Das erste direkte sichtbare Zeugnis des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie Messier 87. Das Schwarze Loch wurde durch Beobachtungen mit dem Event Horizon Telescope (EHT), einer weltweiten Zusammenschaltung von acht bodengebundenen Radioteleskopen, sichtbar. Diese große Entdeckung wurde am 10. April 2019 in koordinierten Pressekonferenzen auf der ganzen Welt und in sechs Publikationen in den Astrophysical Journal Letters vorgestellt. Copyright: EHT-Kollaboration

Wie die Breakthrough-Foundation heute bekannt gab, erhält die Event Horizon Kollaboration den Breakthrough-Preis für Fundamentalphysik 2020 in Anerkennung des ersten Bildes eines schwarzen Lochs in der Galaxie Messier 87. Das Preisgeld von 3 Millionen US-Dollar wird zu gleichen Teilen auf alle Mitautoren der entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen aufgeteilt. Das Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat in dieser Zusammenarbeit eine herausragende Rolle gespielt.

„Über zwanzig Jahren Vorbereitung tragen nun Früchte im ersten Bild eines Schwarzen Loches. Wir freuen uns, dass unsere gemeinsame Arbeit mit dem renommierten Breakthrough-Preis ausgezeichnet wird. Es ist eine wunderbare Anerkennung für die geduldige und gründliche Arbeit eines großartigen Teams”, sagt Prof. Anton Zensus, Vorstandsvorsitzender der Kollaboration und Direktor am MPIfR.

In der Ankündigung des Preises heißt es: „Mit acht empfindlichen Radioteleskopen, die strategisch weltweit in der Antarktis, Chile, Mexiko, Hawaii, Arizona und Spanien positioniert sind, hat eine globale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an 60 Institutionen in 20 Ländern und Regionen erstmals ein Bild eines Schwarzen Lochs aufgenommen.  Durch die Synchronisation der einzelnen Teleskope über ein Netzwerk von Atomuhren schuf das Team ein virtuelles Teleskop so groß wie die Erde, mit einer bisher unerreichten Auflösungskraft von der Oberfläche unseres Planeten.  Eines ihrer ersten Ziele war das supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Messier 87 Galaxie - seine Masse entspricht 6,5 Milliarden Sonnen.  Nach sorgfältiger Analyse der Daten mit innovativen Algorithmen und Techniken erzielte das Team ein Bild dieses galaktischen Monsters, das sich abgrenzt gegen das heiße Gas, das um das Schwarze Loch wirbelt. Die Beobachtungen bestätigten die Erwartungen von Einsteins Gravitationstheorie: ein heller Ring, in dem Strahlung das Schwarze Loch umkreist, umgibt eine dunkle Region, von der keine Strahlung der Anziehungskraft des Schwarzen Lochs entweichen kann.”

Der Direktor der Kollaboration, Shep Doeleman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, der den Preis im Namen der Kollaboration bei einer Feier am 3. November 2019 entgegennehmen wird, sagt: „Wir machten uns auf den Weg, um das Unsichtbare sichtbar zu machen, und dafür mussten ein Teleskop so groß wie die Erde bauen. Es klingt nach Science Fiction, aber wir haben ein unglaubliches globales Expertenteam zusammengestellt und die fortschrittlichsten Radioteleskope der Welt verwendet, um es Wirklichkeit werden zu lassen.  Dieser bahnbrechende Preis markiert einen Neubeginn unserer Studien über schwarze Löcher.”

Michael Kramer, Direktor am MPIfR und Co-PI des vom Europäischen Forschungsrat im Rahmen der EHT geförderten Projekts "Black Hole Cam" stellte fest: „Nachdem Schwarze Löcher jahrzehntelang postuliert wurden, können wir sie in unseren Beobachtungen endlich "sehen"”.

„Eines unserer Hausteleskope, APEX in Chile, war entscheidend für die Kalibrierung der Daten, die das erste Bild eines Schwarzen Lochs lieferten”, ergänzt Karl M. Menten, Direktor am MPIfR und leitender Wissenschaftler des APEX-Teleskops.

Insgesamt 35 Wissenschaftler am MPIfR eingeschlossen die drei Direktoren werden mit dem Breakthrough-Preis ausgezeichnet, zusammen mit weiteren 312 Kollegen um die Welt.

Die seit 2013 vergebenen Breakthrough-Preise wurden von Sergey Brin, Yuri und Julia Milner, Mark Zuckerberg und Priscilla Chan, Anne Wojcicki und Pony Ma ins Leben gerufen.  

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