Die Astrokids von Astonomie.de - der Treffpunkt für Astronomie

Seltenes Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

 -  Himmel aktuell

Am Donnerstag, den 10. Juni, zieht der Mond zur Mittagszeit vor der Sonnenscheibe vorbei – es findet

eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis dauert rund zwei Stunden und kann bei klarem Himmel in

Deutschland und anderen Ländern gesehen werden. Da Veranstaltungen mit vielen Menschen zurzeit

schwierig sind, wird die Finsternis von der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der

Vereinigung der Sternfreunde per moderiertem Livestream im Internet übertragen.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist über Mitteleuropa wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond wird am 10. Juni in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger. Der Mondschatten läuft von West nach Ost, daher beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11:21 Uhr, in Braunschweig um 11:30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11:40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Beste Bedingungen zur Mittagspause
Das Maximum der Sonnenfinsternis findet im Westen Deutschlands gegen 12:20 und im Osten um 12:40 Uhr statt. So kann jeder während seiner Mittagspause oder in einer Schulpause einen Blick zur Sonne werfen und die „angeknabberte Sonne“ bestaunen. Dazu muss man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge. Am besten besorgt man sich schon jetzt eine sogenannte Sonnenfinsternisbrille, die für wenige Euro im Handel erhältlich ist. Es gibt auch einfache und sichere Alternativen, wie die Projektion mit einer Lochkamera auf ein Blatt Papier.

„Feuerring“ im hohen Norden
Bei dieser Finsternis sind Zuschauer in Mitteleuropa allerdings nur Zaungäste. Von Nordkanada über Grönland, die Arktis bis zum nordöstlichen Teil Asiens verläuft die Zone der zentralen Verfinsterung. Der Neumond überquert die Sonnenscheibe in der Mitte. Manchmal sieht man in einem solchen Fall eine totale Sonnenfinsternis, doch am 10. Juni ist der Mond so weit von der Erde entfernt, dass er die Sonnenscheibe nicht komplett abdeckt. Ein schmaler Lichtring um den dunklen Mond bleibt übrig; Astronomen sprechen von einer „ringförmigen“ Sonnenfinsternis. Für maximal drei Minuten und 51 Sekunden wird der Mond vom nordwestlichen Teil Grönlands aus vollständig vor der Sonne stehen.

Warum sind Sonnenfinsternisse so selten?
Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht. Doch durch die Neigung der Mondbahn zieht er meist weit über- oder unterhalb der Sonne vorbei. Damit der Mond die Sonne trifft, muss er bei Neumond auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzen. Die Kombination beider Stellungen führt dazu, dass pro Jahr maximal nur zwei bis vier Sonnenfinsternisse irgendwo auf der Erde stattfinden. Die Sonne muss während der Finsternis außerdem über dem lokalen Horizont stehen, und so kommt es, dass von einem Ort aus nur alle paar Jahre eine Sonnenfinsternis zu sehen ist. Die nächste von Mitteleuropa aus sichtbare wird übrigens schon am 25. Oktober 2022 stattfinden.

Live dabei mit Bildern aus aller Welt
Sofern es die Einschränkungen der Corona-Pandemie Anfang Juni zulassen und das Wetter einen Blick auf die Sonne erlaubt, werden manche Sternwarten, Planetarien und Science Center zur Beobachtung der Finsternis mit dem Teleskop einladen. Doch man kann die Sonnenfinsternis auch bequem am Bildschirm erleben: Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien streamt das Ereignis von 11:15 bis 13:15 Uhr live auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin, die Vereinigung der Sternfreunde verteilt über Twitter und Facebook unter dem Hashtag #sofi2021 aktuelle Fotos der Sonnenfinsternis. Dabei ist nicht nur die Silhouette des Mondes spannend, vielleicht zeigen sich auf der Sonne auch dunkle Flecken oder gewaltige Eruptionen, die sich in den Stunden der Finsternis verändern.

 

Weitere Informationen:
Liveübertragung im Internet
www.youtube.com/stiftungplanetariumberlin
twitter.com/astronomietag
facebook.com/sternfreunde

Kontakt:
Dr. Björn Voss
Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien
Tel.: +49 / (0251) 591 6026
E-Mail: bjoern.voss@gdp-planetarium.org

Michael Schomann
Vereinigung der Sternfreunde
Telefon: +49 / (0) 151 525 744 01
E-Mail: michael.schomann@sternfreunde.de

Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e.V. (GDP)
Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e.V. (GDP) wurde 2011 gegründet und ist die Interessenvertretung der deutschsprachigen Planetarien mit jährlich rund zwei Millionen Besuchern.
www.gdp-planetarium.org

Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS)
Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) ist mit rund 4000 Mitgliedern der größte Verein von Amateurastronomen im deutschsprachigen Raum. Sie widmet sich der Pflege und Förderung der Amateurastronomie durch Beratung und Erfahrungsaustausch bei der astronomischen Arbeit. Zudem fördert sie Kontakte zur Fachastronomie und die astronomische Volksbildung, etwa mit der Organisation des jährlich stattfindenden Astronomietages.
www.sternfreunde.de

Abbildungen
• Bild 1: Foto partielle Sonnenfinsternis 2015, Bildnachweis: Sven Melchert
• Bild 2: Foto ringförmige Sonnenfinsternis 2019, Bildnachweis: Daniel Fischer
• Bild 3: Landkarte mit Finsternisphasen und Zeiten für größere Städte, Bildnachweis: VdS
• Bild 4: Globaler Verlauf der Finsternis mit ringförmiger Zone, Bildnachweis: VdS
• Bild 5: Prinzip einer Sonnenfinsternis, Bildnachweis: VdS

nach oben