Die Astrokids von Astonomie.de - der Treffpunkt für Astronomie

Das gefräßige Monster unter der staubigen Decke

 -  Die AstroKids

Fast in jeder Galaxie gibt es ein gigantisches Monster in der Mitte. Einige der Monster lauern ruhig in der Dunkelheit und warten auf ein nächstes Opfer, das sich zu ihnen verirrt. Andere futtern und futtern. Sie wachsen immer mehr, da sie alles Material aus ihrer Umgebung an sich reißen und verschlucken. Diese wilden Monster sind schwarzen Löcher und wenn sie fressen, erzeugen sie die hellsten und energiereichsten Objekte im Universum: aktive Galaxienkerne!

Das Gas und der kosmischer Staub bilden –angesaugt vom Schwarzen Loch- eine ringförmige Ansammlung. Das ist wie bei einem kleinen Wasserstrudel, der in den Abfluss des Waschbeckens strömt. Dieser Ring dreht sich schneller und schneller. Dadurch erwärmt sich das Material auf unglaublich hohe Temperaturen. Wenn dies geschieht, senden die Ringe enorme Lichtstrahlen aus, die mit Hilfe unserer Teleskope gesehen werden können.

Wenn wir also eines dieser genialen Kraftpakete betrachten, erwarten wir ein gigantisches Schwarzes Loch im Zentrum eines Ringes aus heißen Staub zu sehen, das auf seinem Abendessen herumkaut. Es wartete jedoch keiner, dass es sich unter einer Decke kühlen Staubes versteckt.

Doch genau das wurde jetzt bei einem aktivem Schwarzen Loch beobachtet! Der heiße Staub mit ungefähr 700 Grad Celsius wird von einer großen Schicht kühlen Staubs mit Raumtemperatur bedeckt. Dabei bildet der Staub einen kühlen Wind, der vom Schwarzen Loch weg weht.

Das Schwarze Loch stillt seinen unersättlichen Appetit mit dem sich in der Nähe befindenden Material. Gleichzeitig scheint jedoch, dass die dadurch verursachte intensive Strahlung das Material auch weg bläst.

Wieso das so ist, ist bisher ein weiteres Geheimnis dieser außergewöhnlichen Objekte, welches wir noch zu lösen haben.

Coole Tatsache
Wie bei den meisten Dinge im Universum -einschließlich Planeten, Galaxien und Sterne- gibt es unterschiedliche Arten von aktiven Galaxienkernen. Allerdings sind viele der Typen deshalb anders, weil wir sie von verschiedenen Seiten sehen. Zum Beispiel gibt es "Blazare" und "Quasare", die wir gerade entlang des Jets sehen. Bei 'Seyferts' jedoch sehen wir von der Seite auf den Strahl.

Mehr Informationen
Dieses Space Scoop basiert auf einer ESO-Pressemitteilung und der englischen Version der Space Scoops. Weitere Informationen zu dieser Erkenntnis gibt es auch bei Astronomie.de.

Weitere deutschsprachigen Space Scoops wurden vom Universe-Awareness-Team am Haus der Astronomie in Heidelberg erstellt.

nach oben