M 46 und NGC 2438 - Ein spektakuläres Paar in der Wintermilchstraße

Am Himmel bieten sich interessierten Augen verschiedenste Objekttypen zur Beobachtung an. Die Bandbreite reicht von Einzelsternen über Sternhaufen und Nebel bis hin zu entfernten Galaxien und Quasaren. Hin und wieder finden sich verschiedene Objektklassen auf engstem Raum und bieten so für den Beobachter ein ganz besonderes Erlebnis. Eines der spektakulärsten Paare unterschiedlicher Objektklassen bilden der offene Sternhaufen M 46 und der, auf die Haufensterne projizierte Planetarische Nebel NGC 2438. Ein vergleichbares Paar aus PN und Sternhaufen findet sich am Südhimmel mit NGC 2818 und NGC 2818A.

Die Entdeckung der Objekte

Entdeckt wurde M 46 bereits im Jahre 1771 durch Charles Messier. Der Franzose beschrieb bereits Nebel innerhalb des Sternhaufen, womit er aber mit, an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur die unaufgelösten Haufensterne von M 46 beschrieb. So war es einmal mehr William Herschel, dem eine Neuentdeckung gelang. Er konnte am 19. März 1786 einen hellen, runden Nebel innerhalb von M 46 erkennen. Er weist auch darauf hin, dass der Nebel keinerlei Verbindung mit dem Sternhaufen zu haben scheint, der für Herschel vollständig aufgelöst und nicht wie für Messier, noch teilweise nebulös erschien.

NGC 2438 - Vordergrundobjekt oder Nebel im Sternhaufen?

Die astrophysikalisch interessante Frage ist natürlich, ob Sternhaufen und Nebel auch ein physisches Paar bilden, oder sich nur zufällig in einer Sichtlinie befinden. Der Entfernungswert für M 46 wird mit 1637 pc (= Parallaxensekunde, entspricht 3,26 Lichtjahre) angegeben. In den meisten Publikationen, die sich dieser Frage widmen, wird für NGC 2438 ein etwas geringerer Wert angegeben, auch wenn oft der Hinweis zu finden ist (z.B. in den Artikel von O'Dell oder Pauls und Kouhoutek), dass es durch die Schwankungsbreite nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, dass Nebel und Sternhaufen zumindest dicht benachbart sind.

Die visuelle Beobachtung

M 46 erscheint zwar nicht ganz so brillant, wie der Nachbarsternhaufen M 47, ist aber unter sehr guten Bedingungen von einem südlichen Standpunkt mit bloßem Auge erkennbar. In Mitteleuropa steht dem in den allermeisten Fällen jedoch der Dunst in Horizontnähe entgegen.
Während in einem kleinen Fernglas zumeist noch ein körniger Nebel zu sehen, löst ein kleiner Refraktor von 2-3" den Haufen bereits in Sterne auf. Der Hintergrund verbleibt allerdings noch nebelig.
Ab etwa 6" Öffnung bietet sich der Anblick eines vollständig aufgelösten Haufens. Mit seinen Dutzenden von dichtstehenden 11-13m hellen Einzelsternen stellt er ein sehr schönes Beispiel für einen sehr reichen offenen Sternhaufen dar.

Bei dem eingebetteten PN NGC 2438 stehen die Dinge etwas anders. Hier werden bei der ersten Beobachtung schon 4-5" Öffnung benötigt und idealerweise ein UHC oder [OIII]-Filter. Mit etwas Beobachtungserfahrung lässt sich der Nebel auch mit einem kleinen Refraktor und Nebelfilter erhaschen. Mehr als eine fahle Nebelscheibe sollte man jedoch noch nicht erwarten.
Um die Ringform erkennen zu können, sind schon mindestens 6" oder besser 8" Öffnung und eine Vergrößerung von mindestens 150x anzusetzen. Direkt südöstlich des Nebels befindet sich ein markanter 11m-Stern. Innerhalb des Nebels ist ebenfalls ein Stern erkennbar.
Ab 12" Öffnung wird noch ein zweiter, schwacher Stern innerhalb des Nebels sichtbar. Dies ist allerdings nicht der Zentralstern. Dieser bleibt mit einer Helligkeit von 17m7 den größten Teleskopen bzw. Astrofotografen vorbehalten. Auch der Ring selbst zeigt sich unregelmäßig und ist zur Nordwestseite hin schwächer. Der schwache äußere Halo des Nebels ist auf DSS2-Aufnahmen gut zuerkennen und lässt sich mit entsprechender Belichtungszeit fotografisch festhalten.

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