Einführung in die visuelle Deep-Sky Beobachtung

Wahl des Instruments und des Beobachtungsplatzes

Die Anforderungen, die an ein Teleskop für die visuelle Deep-Sky-Beobachtung zu stellen sind, lassen sich in wenigen Punktezusammenfassen: ausreichendes Lichtsammelvermögen und Gesichtsfeld, gutes Kontrastverhalten. Da Refraktoren mitgrößerer Öffnung (Lichtsammelvermögen) sehr teuer und unhandlich sind, kommen für Öffnungen über 8 Zoll (1 Zoll = 2,54cm) eigentlich nur Reflektoren (Newton, Schmidt-Cassegrain) in Frage. Die Vor- und Nachteile der beiden Teleskoptypen giltes bei der individuellen Wahl abzuwägen, oft spielt auch die Kostenfrage eine entscheidende Rolle. Die Annahme, eingeeignetes Teleskop müsse möglichst groß sein, ist falsch. Die Deep-Sky Beobachtung beginnt mit dem bloßen Auge! Ein sehr nützliches und vielseitiges Instrument ist das Fernglas, z.B. ein 7x50. Es gibt heute eine Vielzahl von Typen auf dem Markt, diekaum Wünsche offen lassen. Vorteile sind das große Gesichtsfeld und die einfache Handhabung, Nachteil ist die konstante Vergrößerung.

Wichtig bei der Wahl ist

  • Folgende Begriffe kennzeichnen die Beeinträchtigung beim Beobachten:

    - Seeing - eingedeutschter Begriff für die Szintillation, d.h. das Flackern der Sterne durch die Luftunruhe

    - Durchsicht - Transparenz, d.h. Klarheit der Atmosphäre,

    - Streulicht - störendes Fremdlicht irdischer Lichtquellen.

  • Wichtiger als die Größe ist die Qualität der Optik, es ist besser ein kleines aber gutes Teleskop zu benutzen, als ein großes Teleskop minderer Qualität. Große Teleskope sind anfälliger gegenüber dem Seeing.

  • Die Qualität der Montierung ist ebenso wichtig wie die der Optik. Mit einer unterdimensionierten Montierung liefert die beste Optik keine brauchbaren Bilder. Eine Montierung muß nicht unbedingt parallaktisch sein. Für größere Newton-Teleskope ist eine Dobsonmontierung unschlagbar: Sie ist leicht zu transportieren, robust und einfach in der Handhabung. Optik und Montierung sollten mit der gleichen Sorgfalt ausgewählt werden.

  • Wer nicht das Glück hat, an seinem Wohnort einen guten Beobachtungsplatz zu haben, sollte mobil sein. Der Wechsel zu einem guten Standort ist oft genauso gewinnbringend, wie die Anschaffung einer besseren Optik.

  • Die Nähe zu Häusern sollte wegen der dort entstehenden Turbulenzen gemieden werden. Sehr gut sind große Rasenflächen z.B. Sportplätze oder Felder. Das Problem Tau läßt sich mit einer geeigneten Taukappe erledigen.

  • Interferenzfilter können die Sichtbarkeit verschiedener Nebeltypen entscheidend verbessern. Wunder sollte man aber nicht erwarten. Dunkle Beobachtungsplätze ohne Lichteinfall sind durch technische Hilfsmittel nicht zu ersetzen. Je größer das Instrument, desto wichtiger ist ein dunkler Beobachtungsplatz

Bei der Neuanschaffung von Beobachtungsgerät sollte man folgendes beachten:

  • Die Montierung muß stabil genug sein, um das Instrument (mit Zubehör) ohne wackeln und zittern zu tragen. Auch beim Fokussieren sollten die Schwingungen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben und schnell abklingen.

  • Okularauszug für 1¼ Zoll oder 2 Zoll Okulare. Kleinere Okulare (z.B. mit 24,5 mm) haben meist ein zu kleines Gesichtsfeld, Zubehör ist oft nur für die größeren Okulare erhältlich.

  • Ein Sucher mit mindestens 30 mm, besser 50 mm Öffnung, und Fokussiermöglichkeit. Ein guter Sucher mit großem Gesichtsfeld erleichtert das Auffinden der Objekte sehr. Die helleren Objekte wird man oft schon im Sucher erkennen. Es gibt Sucher, welche die Sterne seitenrichtig und aufrecht zeigen (wie im Atlas), dies erleichtert das Aufsuchen. Eine erste Orientierung ist auch mit einem Telrad-Sucher (ohne Vergrößerung) möglich. Dies ist aber kein Ersatz für ein gutes Sucherfernrohr!

  • Achten Sie auf eine verständliche Anleitung und umfassende Garantie. Seriöse Händler sind auch später noch Ansprechpartner

Tipp: Gerade bei Deep-Sky-Beobachtern wird viel selbst gebaut. Wer ein Teleskop bauen möchte oder wer Rat und Tat in Anspruch nehmen möchte, sollte Kontakt mit der Fachgruppe Deep-Sky oder der VdS (FG Teleskope) aufnehmen.

Weiter lesen: Beobachtung vorbereiten

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