Mondbeobachtung – Vulkanismus und TLPs

Dome

Von gelegentlichen Mondbeben abgesehen ist der unser Erdtrabant heute geologisch tot, und auch in der fernen Vergangenheit spielten Vulkane keine große Rolle im Vergleich mit Meteoriteneinschläge (es sei denn, man rechnet die Lavaaustritte, die die Mondmeere und -rillen verursachten, zu den Vulkanen statt allgemein zu Vulkanismus). Dennoch gibt es einige schwer beobachtbare Strukturen, die wahrscheinlich auf Vulkane zurückgehen. Der Begriff "Dom" stammt eigentlich von dem englischen "Dome", also Kuppel. Er bezeichnet runde, bis zu 1000 Meter hohe Hügel, an deren Spitze es gelegentlich eine Öffnung gibt. Die könnten erloschene Vulkane sein, oder zumindest vulkanische Schilde, wenn es an ihrer Spitze keinen Krater gibt. Sie zeigen jedoch keine sichtbaren Lavaströme und sind höchstwahrscheinlich sehr alt. Da diese Strukturen nur mehrere hundert Meter groß sind, sind sie nur in größeren Teleskopen zu erspähen, ohne dabei auffällig zu sein.

Heute hat der Mond eine rund 60 Kilometer dicke, feste Kruste, die auf einem 800 Kilometer dicken Mantel ruht. Im Zentrum des Monds dürfte jedoch noch ein rund 1000 Kilometer durchmessender flüssiger Kern liegen.

TLPs – Transient Lunar Phenomena

Auch wenn es auf dem Mond heute keinen Vulkanismus mehr gibt, wird doch immer wieder von rätselhaften , kurzlebigen Leuchterscheinungen berichtet – so genannten Transient Lunar Phenomena, kurz TLP. Da sich ihr Auftreten nicht vorhersagen lässt, sind sie nicht besonders gut erforscht. Gelegentlich wird sogar ihre Existenz bezweifelt... Auch wenn es sich bei ihnen nicht um echt Vulkanausbrüche handelt, könnten doch geologische Aktivitäten ein Grund für diese Lichtblitze sein. Möglicherweise brechen gelegentlich Gase aus dem Mondinneren eruptiv aus, wenn der Boden sich in der Sonne erwärmt. Die Gas- oder Staubwolke können wir dann eventuell im sehen. Dafür spricht, dass es Regionen gibt, in denen häufiger TLPs beobachtet werden. Über ein Drittel der Sichtungen betrifft das Gebiet um den Krater Aristarchus, auch die Krater Plato und Alphonsus scheinen sehr aktiv zu sein.

Eine andere Erklärung wären Einschläge von Meteoriten, bei denen wir die aufgewirbelten Staubwolken im Sonnenlicht schimmern sehen - das erklärt vor allem Leuchterscheinungen im unbeleuchteten Teil des Mondes, in der Nähe des Terminators. Möglicherweise beobachteten im Jahr 1178 fünf Männer in England so einen Meteoriteneinschlag, zumindest berichten die Chroniken des Gervase von Canterbury von einer Explosion auf dem Mond. Was die Männer wirklich beobachteten, kann jedoch nicht mehr mit Sicherheit geklärt werden.

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