Bevor es losgeht!

Für Amateurastronomen, die dieses Hobby nicht nur als Liebhaberei betreiben wollen, wird sich schon bald der Wunsch äußern, das Gesehene bildlich festzuhalten. Das Zeichnen ist hierbei die einfachste und schnellste Möglichkeit den Anblick im Okular darzustellen.

Als Hilfsmittel genügen für den Anfang schon ein Bleistift, ein Klemmbrett mit einem Blatt Papier und eine Rotlichtlampe. Begabung oder eine künstlerische Ader sind für diese Aufgabe nicht von Nöten. Jeder Zeichner hat seine eigene Ansicht und seine eigene Handschrift. So entstehen sehr individuelle Eindrücke, die mit keiner anderen bildlichen Darstellung vergleichbar sind. Wichtig ist nur, dass man sich nicht von den schönen, farbenfrohen Fotos der Himmelskörper, die ja mittlerweile äußerst zahlreich sind, irreführen lässt. Der eigene Anblick im Okular wird wesentlich nüchterner ausfallen! Doch davon darf sich der Beobachter nicht enttäuschen lassen! Grundsätzlich geht es darum, dass eigene Auge für die Erfassung lichtschwacher Details zu schulen. So werden die Zeichnungen mit der Zeit immer aussagekräftiger. Immer mehr Einzelheiten werden sichtbar.

Darüber hinaus ist es generell empfehlenswert den Anblick im Okular festzuhalten. Denn zum Einen könnte man die einzige Person sein, welche ein besonderes Ereignis zu einem bestimmten Zeitpunkt festgehalten hat. Zum Anderen entsteht mit der Zeit ein umfangreicher Fundus an Zeichnungen, der sich schön in einem Ordner oder Buch zusammenfassen lässt. Weiterhin entwickelt sich bei dieser Praxis häufig eine Spezialisierung auf einen bestimmten Fachbereich. Z.B. die Dokumentation von Wolkenformationen auf Jupiter, oder die Jagd auf Deep-Sky Objekte. Visuell kann der Beobachter zum Beispiel an einem Beobachtungsabend, mit Hilfe von guten Sternkarten, fünf bis zehn Deep-Sky Objekte aufspüren und dokumentieren!

Dieses Bild zeigt den offenen Sternhaufen M44 oder Praesepe, nach einer Zeichnung aus dem Jahr 2001. Es handelt sich um die erste Sichtung und auch gleichzeitig um die erste Aufzeichnung.

Diese Gesamtübersicht von M44 entstand im Jahr 2009.

Die gezeigten Bildbeispiele eröffnen einen realistischen Eindruck darauf, wie sich die Qualität der Zeichnungen im Verlauf der Jahre verändert. Neben dem genaueren Zeichnen wird auch die visuelle Aufnahme und Beurteilung der Details immer präziser.

Weiter lesen: Die Hilfsmittel

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