Henry Morton Stanley

Henry Morton Stanley wurde am 28. Januar 1841 in Denbigh in Wales als John Rowland geboren. Der Vater ist Farmer, die Mutter Dienstmädchen in London. Der Vater stirbt an den Folgen einer Schlägerei, die Mutter kümmerte sich nicht um das Kind, es wuchs die ersten 5 Jahre bei seinem Großvater auf.

Als dieser starb, wurde das Kind in Pflege gegeben, es folgt das Armenhaus mit Schlägen, endlosen Predigten, Arbeit und wenig Liebe. Für unerlaubtes Sprechen wurde bereits geprügeln. Stanley sagt später, dass diese schlimme Zeit seine Unbeugsamkeit und starke Willenskraft geprägt hat. Aber die seelischen Verletzungen, die er als Kind davongetragen hat, darüber hat er nie gesprochen. Z.B., dass eines seiner Freund zu Tode geprügelt worden war. Stanley schlägt eines Tages zurück, prügelt den Anstaltsleiter und flieht zu einer Tante.

Morton wird Schafhirte, Laufbursche, Kabinenboy auf einem amerikanischen Postschiff. In New Orleans flieht er vom Schiff, wird von einem Handelsvertreter aufgegriffen, der beeindruckt ist, dass dieser 17jährige Bursche mit einer Bibel mit der Widmung eines Bischofs reist und hilft ihm zu einer Stelle bei der Firma, bei der auch arbeitet.

Dieser Mann hieß Stanley. Als nun John Rowland auch zeigt, dass er nicht nur intelligent ist, sondern auch aufopferungsvoll die todkranke Mrs. Stanley pflegt, adoptiert das kinderlose Paar den Jungen, er wird Henry Morton Stanley. Stanley nimmt am Südstaatenkrieg teil, allerdings auf der falschen Seite und gerät in Gefangenschaft. Er verpflichtet sich wieder zum Wehrdienst, wird wegen Dienstunfähigkeit entlassen und weiss nicht, wie er seinen Lebensunterhalt verdienen soll. Nach einem Schiffsuntergang, den er als einziger überlebt, lässt er sich wieder anwerben.

Und da kommt ihm die Idee, dass er das, was er erlebt hat, zu Papier bringen könnte. Das war der richtige Zeitpunkt, überall auf der Welt ereigneten sich Dinge, über die es zu berichten gab, parallel dazu vernetzten Telegraphen- und Eisenbahnlinien Amerika und die Gesellschaft war daran interessiert, zu erfahren, was sich alles ereignete, Kriegsgeschehen, Überfälle der Indianer usw. Stanley wird vorwiegend Kriegsberichterstatter. James Gordon Bennett, jun. war damals noch nicht Inhaber, aber bereits Direktor des „New York Herald" und er stellt Stanley an und gibt ihm nur einen Auftrag: „Finden Sie Livingstone".

David Livingstone

geboren am 19. März 1813 (Livingstone war 30 Jahre älter als Stanley) in Blantyre in Schottland. Die Eltern arm, 7 Kinder, in nur einem Zimmer. „Arm und fromm". Livingstone beginnt wie alle Kinder armer Eltern mit 10 Jahren in einer Baumwollspinnerei zu arbeiten. Vom ersten Lohn kauft er sich eine lateinische Grammatik.

Die Kinder arbeiteten von 6 morgens bis 8 Uhr abends, anschließend besuchten sie eine Schule. Dass nicht alle Kinder dies durchhielten, war klar. Aber Livingstone und Stanley hatten viel gemeinsam, die unerhört harte Jugend. Livingstone fasst den Entschluss, Arzt zu werden. Aufnahmeklausuren auf der Universität gab es nicht, allerdings Studiengebühren.

Livingstone musste 1 1/2 Jahre sparen, bis er die Summe zusammenhatte. 1837 wird Livingstone Hilfspfarrer. Aber er ist schüchtern, ein schlechter Prediger und seine mangelhaften Kentnisse in griechisch, lateinisch und hebräisch bringen ihn immer wieder in Schwierigkeiten. Trotzdem wird er weiter ausgebildet, man erkennt sein ausgeglichenes Temperament und seine positiven Charaktereigenschaften.

1840 schließt Livingstone seine medizinische Ausbildung ab und bewirbt sich für Afrika. Am 11. November 1840 wird Livingstone als Pfarrer ordiniert und am 8. Dezember befindet er sich bereits an Bord eines Schiffes, welches ihn nach Afrika bringen wird. Kurz zuvor hatte Livingstone einer Demonstration gegen Sklavenhandel zugehört und dieses Thema lässt ihn die nächsten Jahrzehnte nicht mehr los. Immer wieder in Afrika mit den Auswirkungen und den entsetzlichen Bedingungen der Sklaven gegenübergestellt, macht er dieses Thema zu seinem Lebensinhalt.

In Afrika wird er von einem Löwen verletzt, die Tochter von Robert Moffat pflegt ihn, Mary Moffat wird seine Frau. Seine Missionarszeit führt die junge Familie zu vielen Stellen, sie ziehen dauernd um. Zwischenzeitlich bekommt Mary Livingstone mehrere Kinder. Livingstone wird auf der Suche nach einem geeigneten Platz für eine Missionsstation immer mehr zu einem Forschungsreisenden.

Seine Frau und die Kinder (von fünf Kindern ist nur eines gestorben) schickt er nach England zurück, weil er sie den Strapazen nicht weiter aussetzen will. Außerdem will er gegen den Sklavenhandel vorgehen und das ist gefährlich. Sein Wissen und sein guter Ruf gehen ihm voraus, so wird er auch zu entfernt wohnenden Stämmen eingeladen, u. a. von einem Häuptling am Ngami-See.

Er zieht mit einem Ochsenwagen durch die trostlose Kalahariwüste. Mit einem von den Einheimischen erworbenen Boot fährt er zu dem See. Dort wird ihm berichtet, dass der Fluss aus einem Land käme, wo es kaum Bäume gäbe, aber so viele Flüsse, dass sie nicht zu zählen wären. Livingstone entscheidet sich, dieses Gebiet zu bereisen und zu erkunden. So entdeckt er im nächsten Jahr dem Sambesi, den Liambey.

Daran schließt sich eine vierjährige Exkursion, wo Livingstone dieses Gebiet erneut bereist und seine Informationen vertiefen möchte. Hier macht er die bitteren Erfahrungen, wie die Menschen von Sklavenhändlern eingefangen und verschleppt werden. Immer wieder trifft Livingstone auf Sklavenhändler, zu seinem Unglück muss er des öfteren sogar auf deren Hilfe zurückgreifen.

Die zweite Expedition auf dem Sambesi scheitert wegen der Stromschnellen, Livingstone gibt nicht auf und erreicht über Nebenflüsse die Hafenstadt Sao Paulo de Loanda am Atlantik. Kaum hat er seine Krankheiten halbwegs überstanden, ist Livingstone wieder unterwegs. Dieses mal mit 120 Trägern, Reit- und Schlachtochsen geht es zum spendablen Häuptling Sekeletu zurück zum Sambesi.

Im November 1855 sieht Livingstone zum ersten Mal die Victoria Fälle, die er zu Ehren der englischenKönigin so tauft. „Mühsam kroch ich bis an den Rand und schaute hinab. Ich sah, dass ein Strom von etwa 1000 m Breite hundert Fuß weit hinuntersprang und dann plötzlich in einen Raum von 15 bis 18 m Breite eingepresst wurde. Wenn man in diesen Spalt hineinschaut, sieht man nichts als eine dichte weiße Wolke, aus dieser Wolke stieg ein Dampfstrahl in eine Höhe von sechzig bis hundert Metern, der nach seiner Abkühlung von oben als Schauer auf uns herniederging und uns bis auf die Haut durchnässte."

Livingstone reist weiter nach Tete, krank und unfähig noch selbst zu gehen. Jedoch seine Leistung - zum ersten Mal wurde der afrikanische Kontinent von West nach Ost durchquert (1849-1856) Die zweite Reise (1859 -1864) führt Livingstone an die Mündung des Sambesi, den Schire hinauf und von ihm über Land zum Schirwa-See. Von Eingeborenen hört Livingstone, dass darüber ein noch größerer See liegt, 1859 hat er ihn erreicht, den großen Nyassa See. Überall sieht Livingstone die schlimmen Auswirkungen der Zulu-Kriege und des Sklavenhandels. Besonders am Nyassasee lauert die Gefahr. Die Araber bringen mit ihren Segelboten die von den Zulus abgehandelten Sklaven über den See. Nur ein geringer Teil der versklavten Menschen überlebt, Tausende werden zuvor umgebracht oder sterben an ihren Wunden.

Livingstone zieht 1866 nochmals hinaus, um gegen das Sklaventum zu kämpfen.Er erreicht den Nyassa See, die überfahrt wird ihm von Sklavenhändlern verweigert, so zieht er 700 km dum den Südzipfel des Sees herum und anschliessend noch 700 Meilen durch Steppe. Seine Träger verlassen ihn, bestehlen ihn noch zuvor, besonders schlimm, sie nehmen ihm auch seine Medizinkiste ab. Er schleppt sich zum Häuptling Tischtapangwa, erreicht gesundes Land, den Tanganijka See.

Eingeborene erzählen ihm von einem geheimnisvollen See, aus dem ein mächtiger Strom entspringt. Livingstone kann nicht widerstehen und macht sich auf den Weg. Es war übrigens der rechte Quellfluss des Kongo, den Livingstone findet.

Anschliessend macht sich der kranke und geschwächte Forscher weiter auf und entdeckt den Bangweolo See. Livingstone ist inzwischen so krank und schwach, dass er in einer Sänfte getragen werden muß. Sein Ziel ist Udschidschi, wo er auf Nachschub und Briefe von seiner Familie hofft. Erreicht hätte er es einmal wieder mehr nicht, wenn nicht ein Sklavenhändler ihm wieder unterwegs geholfen hätte.

Welche Gegensätze: Er ist sehr krank, kann kaum gehen, reist weiter zum Ort Njangwe und dort erlebt er einen Überfall der Sklavenhändler auf wehrlose Marktfrauen. Nach mühseliger Wanderung wieder in Udschidschi, er weiss nicht wie es weitergeht, weil man ihm alles, was hierher geschickt hatte, gestohlen wurde.

Und nun taucht Henry Morton Stanley auf! Am 10. November 1871 treffen die beiden erstmals zusammen: „Mister Livingstone, wie ich annehme?" Stanley verspricht Livingstone Vorräte und neue Träger, als diese ankommen, macht sich L. wieder auf den Weg. Weihnachten 1872 erreicht er die Sümpfe um den Bangweolosee. Er erkrankt am Sumpffieber und stirbt am 1. Mai 1873. Seine beiden treuen Diener Chuma und Susi tragen den Leichnam bis nach Sansibar. Am 18. April 1874wird David Livingstone in der Westminster Abbey in London beigesetzt.

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