Sterne und Weltraum Heft 5/2012

 -  Zeitschrift / Sterne und Weltraum  - 

Astrophysik - Interstellarer StaubWie Kohlenstoff und andere chemische Elemente in den Glutöfen der Sterne durch Kernfusion aufgebaut werden, hatten die Physiker Hans Bethe und Carl Friedrich von Weizsäcker bereits Ende der 1930er Jahre herausgefunden. Wenig war allerdings darüber bekannt, wie die Grundstoffe für Planeten und letztlich auch für Lebewesen aus den Sternen herausgelangen. Ende der 1960er Jahre hielten die ersten Infrarotdetektoren Einzug in die Astronomie. Mit ihnen ließ sich die Wärmestrahlung von Staubkörnern untersuchen, die sich im interstellaren Raum oder in den Atmosphären von kühlen Riesensternen befinden. So entstand Schritt für Schritt eine Vorstellung davon, wie sich die in Sternen gebildeten Elemente zu Verbindungen im festen Zustand zusammenlagern. Solche Staubteilchen können beispielsweise in Ausströmungen aus Sternen aufgebaut werden. Andere Quellen sind Materieauswürfe aus Sternen oder die mit großer Wucht erfolgenden Supernova-Explosionen. Was wir heute über die Entstehung von interstellaren Staubteilchen und den Materiekreislauf im Weltraum wissen, beschreiben Hans-Peter Gail und Svitlana Zhukovska in ihrem Beitrag ab S. 34.

Gravitationswellen - Ein Netz für GravitationswellenIm Universum spielen sich bisweilen energiereiche astrophysikalische Vorgänge ab: Massereiche Sterne etwa explodieren am Ende ihres Lebens als Supernova, oder es verschmelzen zwei sich eng umkreisende Neutronensterne zu einem Schwarzen Loch. Die bei solchen Ereignissen freigesetzten Energiemengen sind gewaltig und versetzen die Raumzeit in Schwingung. Noch fehlt aber jeglicher direkte Nachweis dieser Gravitationswellen, deren Existenz Albert Einstein einst vorhersagte. Grund für die Probleme bei der Nachweisung ist die äußerst geringe Wechselwirkung der Gravitation mit Materie; die Auswirkungen von Gravitationswellen sind winzig. Daher bedarf es hochempfindlicher Detektoren, um sie aufzuspüren. Zu diesem Zweck haben Wissenschaftler aus Europa und den USA ein weltumspannendes Netzwerk von Gravitationswellendetektoren (LVC)  aufgebaut. Die erste Etappe auf dem Weg zum direkten Gravitationswellennachweis ist nun abgeschlossen: Die Messinstrumente aller Observatorien der LVC arbeiten zuverlässig und präzise. Neueste Technologien, an deren Entwicklung das deutsch-britische Observatorium GEO600 maßgeblich beteiligt ist, sollen dem Detektornetzwerk künftig zu einer zehnmal höheren Empfindlichkeit verhelfen. So könnte die neue Detektorgeneration der Gravitationswellenastronomie schon bald die Türen öffnen (S. 46ff).

Lesen Sie außerdem alles zu den Themen:

  • Blick in die Forschung
    • SuW im Bild Der Himmel im Infraroten
    • Nachrichten Warum Komet Lovejoy überlebte • Abschiedsvorstellung einer sterbenden Sonne • Ein Maulwurf für Enceladus • Ein früherer Ozean auf dem Roten Planeten? • Sternenwiege im Sternbild Stier • 2012 DR30 – ein Transneptun mit ungewöhnlicher Bahn • Eine Supererde mit heißer Dampfhülle • Asteroidensonde Hayabusa-2 soll 2014 starten
    • Kurzberichte Deep Space 69 • Tausend neue Welten? • Exoplaneten bei drei Doppelsternen entdeckt • Zum Nachdenken: Planet in Doppelsternsystem • Cygnus X-1, der Mikroquasar
  • Welt der Wissenschaft Infografik - Horchposten ins All • Sternentod - Was fütterte die Supernova in M 101?: Die erdnächste Sternexplosion seit 25 Jahren• The world at night: Schatten in der Nacht
  • Aktuelles am Sternenhimmel Monatsthema: Erkundungsreise zu den Kugelsternhaufen • Feldstechertipp: Der Kugelsternhaufen Messier 3
    • Der Himmel im Überblick Abend- und Morgenhimmel • Astronomische Ereignisse
    • Das Sonnensystem Der Lauf des Mondes • Die Planeten • Zwergplaneten • Sonnenaktivität aktuell • Kleinplaneten • Meteore - Sternschnuppen vom Halleyschen Kometen • Kometen
    • Objekte des Monats Zwei prächtige Spiralen und ein Zwerg
  • Astronomie und Praxis
    • Beobachtungen Kleinplaneten selbst erforschen • Die Aktivität der Sonne: Rückblick auf das Jahr 2011
    • Computer Redshift 3D – ein Planetariumsprogramm in der dritten Dimension?
    • Wunder des Weltalls Bewölkungen, Begegnungen und Explosionen
    • Astroszene Das Universum zu Gast in London  • Internationales Teleskoptreffen Vogelsberg geht in die 21. Runde • Celestron-Gründer Tom Johnson verstorben • ED-Refraktoren als Bino-Gespann • Großes Volkssternwartenprojekt in Isartal • Größere TALAmateurteleskope in Planung • Neue Okularserie "Super LE" • Bewölkungssensor für die Astronomie • AstroMedia geht auf den US-Markt

Und viele Surftipps, Nachrichten, Termine, Leserbriefe, Neuerscheinungen, Nachdenklichem, Kreuzworträtsel, Kleinanzeigen, Autoren, Glossar.

  • Sie können das Heft vom 17.4.2012 bis zum 21.5.2012 im Handel kaufen,
  • im Online-Shop bestellen,
  • oder fordern Sie ein Miniabonnoment an.

nach oben

Anzeige