Sterne und Weltraum Heft 04 / 2021

 -  Zeitschrift / Sterne und Weltraum

Bei Neutronensternen handelt es sich um kompakte Endzustände von massereichen Sternen, die nach einer Supernova-Explosion übrig bleiben. Rund ein bis zwei Sonnenmassen konzentrieren sich in einer Kugel von nur etwa 20 Kilometer Durchmesser. Schon lange ist klar, dass eine derart immense Massenkonzentration nicht mehr aus normaler Sternmaterie bestehen kann. Beim Zusammensturz wird sie neutronisiert und bei noch höheren Massedichten vielleicht zu etwas viel Exotischerem verändert, zu neuen Materieformen, die auf der Erde gar nicht natürlich vorkommen. Selbstverständlich wollen die Astrophysiker ganz genau wissen, was im Inneren von Neutronensternen steckt. Nun eröffnet sich mit direkt messbaren Gravitationswellen ein völlig neuer Zugang zu kompakten Sternüberresten. Die Wissenschaftler beobachteten am 17. August 2017 die Verschmelzung zweier Neutronensterne, die sich zuvor umkreisten. Neben Gravitationswellen konnten Astronomen auch elektromagnetische Wellen der Sternkollision messen – eine Kilonova.

Gravitationswellen: Neutronensterne beflügeln Kosmologie und Kernphysik   Bei Neutronensternen handelt es sich um kompakte Endzustände von massereichen Sternen, die nach einer Supernova-Explosion übrig bleiben. Selbstverständlich wollen die Astrophysiker ganz genau wissen, was im Inneren von Neutronensternen steckt. Nun eröffnet sich mit direkt messbaren Gravitationswellen ein völlig neuer Zugang zu kompakten Sternüberresten. Die Wissenschaftler beobachteten am 17. August 2017 die Verschmelzung zweier Neutronensterne, die sich zuvor umkreisten. Neben Gravitationswellen konnten Astronomen auch elektromagnetische Wellen der Sternkollision messen – eine Kilonova. Sie erfahren in unserer Titelgeschichte, warum dieses Ereignis ein absoluter Glücksfall für das neue Gebiet der Multimessenger-Astronomie war. Tim Dietrich und Ingo Tews erklären, wie sie die Beobachtungen zusammenführten, um ein tieferes Verständnis für Neutronensternmaterie zu gewinnen. Doch nicht nur das: Es gelang ihnen sogar, mit einer sehr cleveren Methode die Hubble-Konstante zu bestimmen. Die Multimessenger-Astronomie hat damit das Zeug dazu, einen Streit der Kosmologen darüber beizulegen, ob die aktuelle Expansionsgeschwindigkeit unseres Universums eher unterhalb oder oberhalb von 70 Kilometern pro Sekunde und Megaparsec liegt (ab S. 26).

Zwergplaneten: Eisige Vulkane auf Ceres   Der Zwergplanet Ceres wurde in den Jahren 2015 bis 2018 von der NASA-Raumsonde Dawn erkundet. Der 92 Kilometer große Krater Occator stach schon beim Anflug von Dawn als ungewöhnlich heller Fleck hervor. In seinem Zentrum gibt es eine zentrale Senke sowie eine helle Kuppe mit dem Namen Cerealia Facula. Rechts von ihr schließen sich die Vinalia Faculae an. Beide sind mit hellem, salzhaltigem Material aus dem Inneren von Ceres bedeckt. Diese Ablagerungen könnten von vielleicht noch heute aktiven Kryovulkanen stammen. Warum ist Ceres noch aktiv? Andreas Nathues geht ab Seite 42 dieser Frage nach.

 

Lesen Sie außerdem alles zu den Themen:

  • Blick in die Forschung
    • Nachrichten   Gibt es Millionen erdähnlicher Planeten? • Wieder dunkle Flecken auf Neptun • Üppige Gesteinsprobe des Asteroiden Ryugu • Tanzendes Sternsextett mit Finsternissen • Das erste Juno-Bild von Ganymeds Nordpol • Beta Pictoris rotiert wie sein Planet • Ansturm auf den Roten Planeten
    • Kurzberichte   Heizung für bewohnbare Welten • Magnetare und ihre Magnetfelder • Der Quasar, das Lichtecho und die Standardkerze
  • Welt der Wissenschaft   Weltraumüberwachung: Das wachsame Auge des Radarsystems TIRA • The world at night: Roter Mond über Los Angeles
  • Aktuelles am Himmel   
    • Der Himmel im Überblick    Frühling, wohin man auch schaut • Astronomische Ereignisse • Abend- und Morgenhimmel
    • Sonnensystem   Fernglastipp: Die Mondsichel ziert den Abendhimmel • Magerkost im April • Sternbedeckungen durch den Mond • Sonne aktuell: Verschnaufpause mit Ansage • Kleinplaneten: Hell sind nur Vesta und Metis • Meteore: Lyriden bei Mondlicht • Kometen: Die Sichtbarkeitsperiode von 7P/Pons-Winnecke beginnt
    • Objekte des Monats   Messier 49: Die Vizekönigin des Virgohaufens
  • Astronomie und Praxis
    • Monatsthema   Marsopposition 2020: Freie Sicht auf den Roten Planeten
    • Orte des Wissens    Himmelsspäher in der Vulkaneifel – die Sternwarte auf dem Hohen List
    • Wunder des Weltalls   Leuchtende Erscheinungen
    • Szenenews   Astronomiemesse AME für immer eingestellt • Der ATT 2021 wird digital • CCD Guide 2021 erschienen

 

Und viele Surftipps, Nachrichten, Termine, Leserbriefe, Neuerscheinungen, Nachdenklichem, Kreuzworträtsel, Kleinanzeigen, Autoren, Glossar.

nach oben

Anzeige