Mond in Erdferne und Erdnähe

von Dr. Werner E. Celnik

Der Mond erscheint am Horizont größer als bei Zenitstellung ... - das ist nur eine optische Täuschung. Wenn der Mond vom Aufgang am Horizont sich zur Höchststellung im Meridian begibt, ändert sich sein Winkeldurchmesser fast überhaupt nicht. Wahr ist aber, dass der Winkeldurchmesser des Mondes keineswegs immer gleich ist. Denn seine Umlaufbahn um die Erde ist elliptisch - zwar recht kreisähnlich, aber eben doch deutlich abweichend von der Kreisform.

Der erdfernste Punkt auf seiner Bahn ist das Apogäum, den erdnächsten Punkt nennt man Perigäum. Der Entfernungsunterschied ist dennoch beträchtlich, wie der Tabelle zu entnehmen ist. In diesem Monat am 6.12. ist der Mond im Perigäum nur 365.000 km entfernt, vor 2 Wochen am 23.11. im Apogäum waren es mehr als 401.000 km, ein Unterschied von gut 36.000 km. Dadurch erscheint uns der Mond bei Erdnähe um 10% größer als bei Erdferne.

Das ist tatsächlich ein gut beobachtbarer Effekt. Insbesondere dann, wenn innerhalb von zwei Wochen Halbmond einmal bei Apogäumsstellung und einmal bei Perigäumsstellung herrscht. Schön wäre es, könnte man sich die Scheibchengröße merken und dann 14 Tage später mit dem aktuellen Mond vergleichen. Den meisten Menschen ist dies aber nicht möglich (dem Verfasser auch nicht...). Doch gibt es eine einfache Methode den Wechsel im Winkeldurchmesser nachzuweisen:

Mond erdfern und erdnah bei vergleichbaren Phasen

Datum

23.11.2001

06.12.2001

03.06.2002

Mondalter

8,5 Tage

20,9 Tage

21,8 Tage

Phase

Erstes Viertel

1 Tag vor letztem Viertel

Letztes Viertel

Entferung

401.492 km

364.906 km

400.469 km

 

erdfern

erdnah

erdfern

Winkeldurchmesser

29.75'

32,74'

29,83'

Beste Beobachtungszeit

18:00 MEZ

6:00 MEZ

4:30 MESZ

Sie benötigen dazu ein Stativ, ein Beobachtungsinstrument und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Montieren Sie Ihr Teleskop oder Ihren Feldstecher auf ein möglichst stabiles Stativ. Zu Ihrem Teleskop gehört ohnehin eines. Einen Adapter für Ihren Feldstecher oder ein Fotostativ erhalten Sie im guten Fotofachhandel.

Richten Sie das Instrument auf den Mond, und zwar so, dass der Mond unter Ausnutzung der Erddrehung von Ost nach West durch die Bildmitte läuft, wenn Sie durchs Okular schauen. Mit etwas Probieren wird Ihnen das gelingen. Bewegen Sie nun den vorangehenden Mondrand (auch der dunkle Rand sollte erkennbar sein) genau an den Rand des Gesichtsfeldes und nehmen Sie die Zeit sekundengenau.

Der Mond bewegt sich nun aus dem Gesichtsfeld heraus. Sobald der Mond das Gesichtsfeld ganz verlassen hat, stoppen Sie die Zeit. Notieren Sie das Ergebnis in Ihr Beobachtungsbuch. Am 23.1..2001 oder 3.6.2002 könnten es z.B. 122 Sekunden sein. Führen Sie dieselbe Beobachtung am 6.12. (oder auch am 7.) durch, auf dieselbe Weise, mit demselben Instrument. Sie werden eine gut 12% längere Zeit erhalten. Der größte Teil des Zeitzuwachses wird durch den größeren Winkeldurchmesser des Mondes am 6.12. verursacht.

Mit einem Okular, das ein Fadenkreuz besitzt, geht das Ganze etwas einfacher und genauer. Wer technisch versiert ist, kann auch seine Fotokamera hinter dem Teleskop befestigen und den Mond durchs Teleskop fotografieren. Oder Sie setzen ein langes Teleobjektiv ein. Oder Sie filmen den Mond mit Ihrer Videokamera bei Super-Tele-Einstellung und messen den Monddurchmesser am Bildschirm aus.

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