Unser Begleiter im All: Der Mond - lebensfeindlich und faszinierend

von Hans-Erich Gillmann, November 1999

Der Tag neigt sich dem Ende, die Sonne wirft ihre letzten Strahlen über den westlichen Horizont. In Opposition, also in östlicher Richtung, scheint ein neuer Tag zu erwachen, diesmal in rötlicher Färbung: Der Vollmond! Die Farbe ist nicht die des Mondes selbst, sondern wird durch die Atmosphäre der Erde hervorgerufen. Seine Größe knapp über dem Horizont ist erstaunlich. Obwohl der Mond die gleiche Größe hat wie bei seinem höchsten Stand, kommt es uns vor, als sei er größer geworden. Doch da unterliegen wir einer Sinnestäuschung, denn, in Horizontnähe haben wir einen direkten Vergleich zwischen Mond und Erde, was nicht mehr der Fall ist, wenn er höher steigt, denn da verliert sich sozusagen der Beziehungspunkt Mond-Erde und beim Untergang des Mondes kommt der selbe Effekt auf. Der gute alte Mond steigt auf seiner Bahn um die Erde immer höher und hüllt die Landschaft in silbrigen, seidigen Glanz. Unser Mond ist viermal kleiner als die Erde und hat, wie wir heute wissen, weder Luft noch Wasser aufzuweisen, denn bei seinem Fliegengewicht kann er Luft- oder andere Atmosphärenmoleküle einfach nicht festhalten. Wegen der geringen Masse kann man auch sein Gewicht weniger spüren. Man bringt nur ein Sechstel des Erdgewichts auf eine Waage und kann daher sechsmal höher springen und sechsmal langsamer laufen, so wie die Astronauten, die auf der Oberfläche umhersprangen. Das Mondinnere, das wissen wir von den seismischen Experimenten der Apollo - Missionen, ist völlig abgekühlt, es gibt keinen flüssigen Kern. Unser Nachbar bietet eine trostlose, mit feinstem Staub bedeckte Wüstenlandschaft. Am Tag heizen sich Steine bis zu +110 °C auf, in der Nacht fällt die Temperatur auf -170 °C, und das innerhalb weniger Sekunden! Wenig einladend, oder?

Wer kennt sie nicht, die romantischen Nächte, die der Vollmond bereiten kann. Aber auch so ist er ein faszinierender Anblick, unser Mond. Er ist unser nächster Himmelskörper. Wir sehen schon mit bloßem Auge eine Menge Strukturen in seinem Antlitz, daß von der Sonne angestrahlt wird. Hat man ein Fernglas oder gar ein Teleskop, erhöht sich die Anzahl der Einzelheiten. Seine Nähe zu unserer Heimat Erde hat das Interesse an ihm schon immer geweckt. Vor allem bei Vollmond sieht man einige Krater mit einem hellen Strahlenkranz, dar sich nach allen Seiten ausdehnt. Der Krater Tycho beispielsweise ist besonders gut ausgeprägt. Gleichfalls gut zu beobachten ist um die Vollmondzeit der hellste Krater auf unserem Nachbarn. Diese 45 km große, auffällige Erscheinung mit Namen Aristarch liegt ziemlich am linken oberen Mondrand, welcher ebenfalls ein kleines Strahlensystem besitzt. Allein auf der erdzugewandten Seite gibt es etwa 40000 Krater bis 100 Meter Durchmesser. Außerdem kann man dunkle Flecken erkennen, die sogenannten Mare. Einst wurden sie für Meere gehalten, da man annahm, es gäbe auf dem Mond Wasser. In frühgeschichtlicher Zeit waren es Ausströmungen von Lava, die diese Gebilde formten. Nicht nur der Vollmond, auch die Phasen des Auf- und untergehenden Mondes ist für den Beobachter von Interesse. Zu jeder Beleuchtungsphase sieht unser Mond anders aus. Es lohnt sich also, die Veränderungen der zunehmenden Mondsichel bis zum vollen Rund und wieder zurück zu verfolgen. Wenige Tage nach Neumond, also noch als ganz schmale Sichel, ist das Aschgraue Mondlicht zu erkennen und zu beobachten. Es handelt sich hierbei um das von der Erde zum Mond zurückgestrahlte Sonnenlicht. Dabei wird auch die noch dunkle Hälfte des Mondes ein wenig erhellt. Mit einem optischen Gerät ist das besonders gut zu sehen. Der Mond ist bislang der einzige Himmelskörper, der von Menschen besucht wurde. Nachdem der Wettlauf der Supermächte um die bemannte Mondlandung zugunsten der USA entschieden war, landeten bisher 12 Menschen auf dem Mond. Der Erdtrabant hat nur einen Bruchteil der Erdmasse, ist aber wegen seiner Nähe zur Erde dafür verantwortlich, daß wir an den Meeren Ebbe und Flut haben. Diese gewaltigen Kräfte kann man nur erahnen, wenn man diese Naturerscheinung beobachtet. Wie nun Ebbe und Flut, also die Gezeiten, entstehen, kann man nicht so einfach verständlich erklären. Es gibt immer noch fehlerhafte Darstellungen darüber.

Aber soviel wissen wir: Erde und Mond sind ein Doppelplanet und umkreisen einen gemeinsamen Schwerpunkt. Das Verhältnis der Massen von Erde und Mond beträgt 81:1, und der Franzose Alexis Clairaut hatte dies im Jahre 1757 als Erster aus Bahndaten berechnet.

In solch einem Verhältnis liegt der Schwerpunkt auf der Entfernungslinie Erde - Mond. Wenn man nachrechnet, findet sich dieser Punkt rund 1000 Km unter der Erdoberfläche, also innerhalb unserer Erde. Im Grunde eiert" die Erde um eben diesen Punkt. Denkt man sich einmal alle Kontinente weg und die Erde wäre ein einziges Meer, dann entstünde durch die Torkelbewegung ein Flutberg auf der mondabgewandten Seite und ein weiterer Flutberg auf der mondzugewandten Seite durch die Massenanziehung. Beide Flutberge sind gleich hoch, etwa einen halben Meter. Auch durch die Sonne werden Flutberge erzeugt, die aber nur ein Drittel so hoch sind wie die des Mondes. (Dies sei aber nur am Rande erwähnt.) Die Erde dreht sich nun unter diesen beiden Flutbergen hinweg. An einem Ort der Erde dauert es also rund einen halben Tag, daß zwei Fluten aufeinander folgen. Die Flutberge rasen von Ost nach West über die Erde, genau so, wie sich die Erde dreht. Man unterscheidet Nipp- und Springfluten. Liegen Mond und Sonne auf einer Linie, nämlich bei Voll- und Neumond, dann verstärkt sich die Massenanziehung der beiden Körper auf die Wassermassen der Erde. Die Flutberge sind dann wesentlich höher als normal. Bei den Halbmond - Stellungen dagegen fallen die Fluten relativ niedrig aus, denn Sonne und Mond stören" sich hier am meisten.

Mit einer Kraft von 5 Millionen PS bewegt der Mond die Wassermassen der Meere. Aber der Mond bewegt auch an vielen Orten der Erde die Landmassen um bis zu 50 cm. Dieses Phänomen können wir nicht direkt bemerken, da sich ja alles im Rhythmus der Gezeiten mitbewegt. Trotzdem kann man das Heben und Senken der Landmassen durch den Mond messen. Wissenschaftler erreichen dies mit Hilfe komplizierter Meßinstrumente, welche die Kraft messen, die der Mond auf eine Probemasse ausübt und errechnen daraus die Anhebung und Absenkung für jeden Ort auf der Erde.

Unser Mond ist auch für eine besondere Sternbedeckung verantwortlich, nämlich die Verfinsterung des Zentralgestirns, unsere Sonne. Dies geschieht nur bei Neumond. Dann nämlich steht die Erde, der Mond und die Sonne in einer Linie. Je nach Höhe des Mondlaufes sehen wir eine partielle Sonnenfinsternis, also eine Teilbedeckung der Sonne, oder der Mond bedeckt die Sonne ganz und wir sehen eine totale Sonnenfinsternis. Es gibt aber noch eine Finsternis, und zwar die des Mondes. Das geschieht, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Dann wird der Schatten der Erde, welche von der Sonne angestrahlt wird, auf den Mond geworfen. Der Mond erscheint dann in einer roten Farbe, was aber, wie schon erwähnt, durch die Atmosphäre der Erde verursacht wird. Dieses Naturschauspiel können wir im am 21. Januar des nächsten Jahr in unseren Breiten erleben. Obwohl der Mond im Grunde eine Steinwüste ist, hat er doch eine Reihe interessanter Naturschauspiele zu bieten und der Naturfreund wird mit seinen wechselnden Lichtgestalten beeindruckt. Es lohnt sich also, in einer klaren Nacht einen Blick zu unserem Begleiter Mond zu werfen, sei es nun mit bloßem Auge, einem Fernglas oder Teleskop.

Sie werden erstaunt sein, welche Fülle an Einzelheiten sie erkennen werden. Bei der Beobachtung mit einem Fernglas sollten sie versuchen, sich aufzustützen, da sich das Zittern der Hände sehr schnell störend auf ihre Beobachtung auswirkt. Wenn möglich, montieren sie das Fernglas auf einem Stativ und beobachten Sie im sitzen. Freihändige Beobachtung bei mehr als zehnfacher Vergrößerung macht selten Spaß. Haben sie ein Zoomfernglas, sollten sie bei der kleinsten Vergrößerung anfangen, da dann der Bildausschnitt am Größten ist. Die Qualität der Abbildung des Mondes ist am Besten, wenn sich der Mond in der Bildmitte befindet. Lassen sie sich Zeit bei der Beobachtung, manche Details sieht man erst nach nochmaligem Hinsehen. Sollte ihnen beim Beobachten des Vollmondes die Helligkeit zu stark sein, gibt es in guten Fachgeschäften entsprechende Filter zu kaufen.

Zur Beobachtung des Mondes sollte man folgendes wissen: Der zunehmende Mond geht immer nach der Sonne unter und ist am Abendhimmel zu sehen. Der Vollmond geht auf, wenn die Sonne untergeht und ist die ganze Nacht sichtbar. Der abnehmende Mond geht immer vor der Sonne auf und ist am Morgenhimmel sichtbar.

Der Mond hat auch ein Alter, also von Neumond bis Neumond. Deshalb ist das Mondalter ein wichtiger Anhaltspunkt für die Sichtbarkeit des Mondes am Himmel wie auch für die Oberflächenformation auf dem Mond.

Im nachfolgenden hier das Alter des Mondes und seiner Phasen:

0 Tage Neumond, Mond unsichtbar

1 - 3 Tage ganz schmale Mondsichel kurz nach Sonnenuntergang

4 - 6 Tage zunehmender Mond, sichtbar am Abendhimmel

7 Tage zunehmender Halbmond, sichtbar bis Mitternacht

14 Tage Vollmond, ganze Nacht sichtbar

15 - 20 Tage abnehmender Mond, Aufgang erst nach Sonnenuntergang

21 Tage abnehmender Halbmond, sichtbar zweite Nachthälfte

22 - 25 Tage abnehmender Mond, sichtbar am Morgenhimmel

26 - 28 Tage immer schmalere Mondsichel vor Sonnenaufgang

29 Tage Neumond, Mond unsichtbar

Der Mond hat einen Durchmesser von 3476 Kilometern, das entspricht 27 % des Erddurchmessers. Der scheinbare Durchmesser schwankt zwischen 29,7 und 33,5 Bogenminuten. Der mittlere Wert liegt bei 31 Bogenminuten. Der Mond hat durch seine elliptische Bahn nicht immer den gleichen Abstand von der Erde. Die mittlere Entfernung von der Erde beträgt 384400 Kilometer, sein geringster Abstand 356410 Kilometer und die größte Entfernung liegt bei 406740 Kilometer. Die Umlaufzeit des Mondes um die Erde dauert 27 Tage, 7 Stunden und 11,6 Sekunden, die auch siderische Umlaufzeit genannt wird. Der Zeitabstand zwischen Vollmond und neuem Vollmond, dem synodischen Umlauf, beträgt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden. Der drakonitische Monat, dem Zeitabstand zwischen zwei Passagen am selben Schnittpunkt von Mond- und Erdbahn, den sogenannten Knotenpunkten, dauert 27 Tage, 5 Stunden, 5 Minuten und 35,8 Sekunden. Genau 27 Tage, 7 Stunden, 43 Minuten und 4,5 Sekunden lang ist der Zeitabstand zwischen zwei Durchgängen durch den Frühlingspunkt, welcher tropischer Monat genannt wird. Der Zeitabstand zwischen zwei Durchgängen des Mondes durch seinen erdnächsten Punkt wird mit anomalistischer Monat bezeichnet und dauert 27 Tage, 13 Stunden, 18 Minuten und 33,1 Sekunden. Die Masse des Mondes macht, wie zuvor schon erwähnt, 1/81tel der Erdmasse aus und 2,03 % des Erdvolumens, die mittlere Dichte beträgt 3,34 g/cm3. Die Schwerkraftbeschleunigung entspricht nur 16,6 % des irdischen Wertes, das heißt: 100 kg wiegen auf dem Mond nur 16,6 kg.

Die Rotationszeit ist mit der siderischen Umlaufzeit übereinstimmend, deshalb ist immer dieselbe Mondhälfte von der Erde aus sichtbar. Durch die ungleichmäßige Geschwindigkeit in seiner elliptischen Bahn sowie die Neigung des Mondäquators gegen die Mondbahnebene werden scheinbare Schwankungen der sichtbaren Mondscheibe erzeugt. Man nennt diese Schwankungen Libration. Es ist eine Pendelbewegung des Mondes, die zu einem periodischen Sichtbarwerden und Verschwinden der am Rand der Mondscheibe gelegenen Teile führt. Obwohl der Mond, wie schon erwähnt, unserer Erde prinzipiell stets dieselbe Seite zukehrt, können wir durch diese Libration immerhin etwa 59 % der gesamten Mondoberfläche nach und nach von der Erde aus sehen.

Man unterscheidet:

Die Libration in Länge, die durch die Ungleichförmigkeit der Bewegung des Mondes in seiner Bahn im Gegensatz zu seiner gleichförmigen Rotationsgeschwindigkeit zurückzuführen ist. Sie kann 7 o 53 ´ nach Ost oder West ausmachen.Die Libration in Breite, die auf die Neigung der Rotationsachse des Mondes um 6 o 47 ´ gegenüber der Senkrechten auf der Mondbahnebene zurückgeht. Dadurch ist dem Beobachter auf der Erde einmal der Nordpol, einmal der Südpol des Mondes ein wenig zugeneigt.

Die parallaktische oder tägliche Libration schließlich hat ihre Ursache darin, daß wir im Laufe eines Tages den Mond von verschiedenen Blickwinkeln aus beobachten. Dies macht allerdings nur einen Betrag von etwa 1 o aus. Die drei genannten Formen der Libration bezeichnet man auch als geometrische Libration. Es kommt noch als viertens

die physikalische Libration hinzu. Sie ist auf eine geringfügige Unregelmäßigkeit in der Rotationsgeschwindigkeit des Mondes zurückzuführen, die wiederum ihre Ursache in der Anziehung der Erde auf den Äquatorwulst des Mondes hat.

Die mittlere Geschwindigkeit des Mondes in seiner elliptischen Bahn ist 1,023 km pro Sekunde.

Die Neigung der Mondbahnebene zur Ekliptik beträgt 5,15 Grad, die Exzentrizität der Mondbahn um die Erde 0,0549.Die Knotenlinie, das heißt, der Schnittpunkt von Mondbahn und Ekliptik, hat eine Umlaufzeit von 18,6 Jahren. Die Apsidenlinie, die Verbindungslinie zwischen erdnächstem und erdfernstem Punkt umläuft die Erde in 8,85 Jahren. Die Hälfte der Apsidenlinie wird auch als die große Halbachse einer Bahn a bezeichnet. Sie gilt als eines der Bahnelemente eines Himmelskörpers.

Die Apsidenlinie beschreibt meist eine Drehung, die größtenteils auf die Störung benachbarter Himmelskörper zurückzuführen ist. Man nennt sie deshalb auch Apsidendrehung

Die Bahnneigung ergibt sich aus den sechs Bestimmungsstücken für die elliptische Bahn eines Himmelskörpers.

  • Die Bahnneigung gegen irgendeiner Bezugsebene, z.B. die Ebene der Ekliptik, die Äquatorebene der Erde oder eines Planeten usw.
  • die Länge des aufsteigenden Knotens oder die Knotenlänge. Hier handelt es sich um den in der Ekliptik gemessenen Winkel zwischen dem Frühlingspunkt und dem aufsteigenden Knoten der Bahn.
  • der Abstand des Perihel, also der Sonnennächste Punkt in der Bahn eines Planeten, vom aufsteigenden Knoten. Dieser Winkel wird in der Bahnebene gemessen; gelegentlich wird auch die Perihellänge oder Länge des Perihels angegeben. Hierbei handelt es sich um die Summe des Winkelabstandes des aufsteigenden Knotens vom Frühlingspunkt und des Winkelabstandes des Perihel vom aufsteigenden Knoten.
  • die große Halbachse der Bahn.
  • die numerische Exzentrizität. Darunter versteht man den Abstand des Mittelpunktes der Bahn zu einem der beiden Brennpunkte dividiert durch die große Halbachse.
  • die Perihelzeit. Dies ist ein beliebig zu wählender Zeitpunkt, zu dem sich der betreffende Körper durch das Perihel seiner Bahn bewegt.

Die Exzentrizität ist ein Maß für die Abweichung einer Ellipse von der Kreisform. Die lineare Exzentrizität ist der Abstand eines Brennpunktes der Ellipse von ihrem Mittelpunkt.

Die numerische Exzentrizität ist die lineare Exzentrizität dividiert durch die halbe große Achse der Ellipse. Sie liegt zwischen 0 und 1. Eine Exzentrizität von 0 bedeutet einen Kreis, eine Exzentrizität von 1 eine Parabel. Die Exzentrizität gehört zu den Bahnelementen, also der Bahnneigung der Himmelskörper.

Der Mond wirft im Mittel nur wenig des auffallenden Sonnenlichts zurück, da seine Oberfläche aus sehr dunklem Material besteht. Das reflektierte Licht des Mondes oder eines anderen Körpers wird Albedo genannt. Die Bezeichnung stammt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie Rückstrahlfähigkeit. Sie wird vor allem für Planeten und Satelliten bestimmt, kann aber auch zum Vergleich für verschiedene irdische Stoffe ermittelt werden. Die Albedo - Werte werden aber nicht in Prozentzahlen, sondern in Dezimalwerten mitgeteilt. Hier einige Beispiele für Albedo - Werte in unserem Sonnensystem:

Der Mond hat dann eine Albedo von 0,07; die Erde 0,39; Saturn 0,42; Venus 0,72;

(Im Vergleich: Schnee 0,5 - 0,9; Granit 0,31; Wolken im Mittel 0,70).

Die Oberfläche des Mondes unterteilt sich in große dunkle Ebenen, sogenannte Mare, zahlreiche Krater oder Ringgebirge, einzelne Kettengebirge, schmale tiefe Rillen und helle Streifen, die von einzelnen großen Kratern ausgehen. Die höchsten Mondberge sind bis 8500 m hoch. Das Alter des Mondgesteins wird nach dem Flug von Apollo 17 auf 3,71 Mrd. Jahre geschätzt. Er hat keine Atmosphäre, daher ist schroffster Temperaturwechsel zwischen Mondtag (bis +130 Grad Celsius) und Mondnacht (bis -160 Grad Celsius) die Folge und kein Leben.

Zur Entstehung des Mondes gibt es verschiedene Theorien:

- gleichzeitige Entstehung von Erde und Mond als Doppelplanet aus dem solaren Urnebel,

- Einfangen des Mondes als fremden Himmelskörper durch die Erde,

- Abspaltung des Mondes als Teil der sehr schnell rotierenden Urerde, oder ein

- streifender Zusammenstoß eines Himmelskörpers mit der Urerde schleudert weniger dichtes Material in das All, aus dem sich dann der Mond bildete. (die wahrscheinlichste)

In den 60er Jahren war der Wettlauf ins All zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion in vollem Gange und auch der Mond sollte erobert werden und so schickten beide Weltmächte unbemannte Sonden und später bemannte Raumfahrzeuge zum Mond. Im folgenden soll hier die Erkundung veranschaulicht werden, die in vier Phasen erfolgte:

im Vorbeiflug oder vor Zerstörung durch Aufprall:

  • die sowjetische Sonde Luna 2 erreicht als erste Raumsonde am 13. 01. 1959 den Mond;
  • die sowjetische Sonden Lunik 3 (1959) und Luna 5 (1965) lieferten Bilder der von der Erde nicht sichtbaren Mondrückseite;
  • die amerikanischen Sonden Ranger 7 (1964), Ranger 8 und 9 (1965) übermittelten zusammen 17100 Nahaufnahmen der Mondvorderseite;

nach weicher Landung:

  • erstmals durch Luna 9 (UdSSR), gelandet 03. 02. 1966, übermittelte 3 Tage lang Aufnahmen; danach Surveyor 1 (USA), gelandet 02. 06. 1966, bis 13. 07. 1966 an die 11150 Fotos;
  • Surveyor 3 (gelandet 19.04.1967) schürfte auf dem Mondboden,
  • Surveyor 5 (11. 0 9. 1967) führte chemische Analysen des Mondmaterials aus;
  • Surveyor 7 (09. 01. 1968) erste weiche Landung in gebirgigem Gebiet, 21038 Bilder;
  • Luna 16 (20. 09. 1970), mit automatischer Station, brachte Mondgestein zur Erde;
  • Luna 17 (16. 11. 1970), mit Mondfahrzeug Lunochod 1;
  • Luna 20 (21. 02. 1972) kehrt mit Gesteinsproben zur Erde zurück;
  • Luna 21 (16. 01. 1973), mit Mondfahrzeug Lunochod 2;

durch künstliche Mondsatelliten:

  • erstmals Luna 10 (UdSSR), sandte 1966 Meßdaten;
  • danach Lunar Orbiter 1 - 5 (USA), fotografierten 99 % der Mondoberfläche;

bemannte Umkreisungen und Mondlandungen:

  • Mondumkreisungen in Vorbereitung bemannter Landungen durch Apollo 8 mit Frank Bormann, James Lovell und William Anders vom 21. - 27. 12. 1968;
  • Apollo 9 mit James McDivitt, David Scott und R.L. Schweickart vom 03. - 13. 03. 1969;
  • Apollo 10 mit Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan vom 18. - 26. 05. 1969;
  • 1. Mondlandung (Apollo 11) durch Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins am 20. 07. 1969 im Meer der Ruhe;
  • 2. Landung (Apollo 12) durch Charles Conrad, Alan Bean und Richard Gordon am 19. 11. 1969 im Meer der Stürme; Mondumkreisung nach Explosion der Sauerstofftanks durch Apollo 13 mit James Lovell, John Swigert und Fred Haise vom 11. - 17. 04. 1970;
  • 3. Landung (Apollo 14) durch Alan Shepard, Stuart Roosa und Edgar Mitchell am 05. 02. 1971 in der Fra Mauro - Region;
  • 4. Landung (Apollo 15) durch David Scott, Alfred Worden und James Irwin mit bemanntem Mondfahrzeug Rover 1 am 30. 07. 1971 in der Hadley - Apenninen - Region;
  • 5. Landung (Apollo 16) durch John Young, Charles Duke und Thomas Mattingly am 21. - 24. 4. 1972 auf den Descartes - Bergen;
  • 6. Landung (Apollo 17) durch Eugene Cernan, Ronald Evans und Harrison Schmitt am 11. 12. 1972, Landung am Rande des Mare Serenitatis.

Mit diesem Bericht konnten Sie schon einiges über unseren Trabanten erfahren. Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein und möchten mehr erfahren, so empfehle ich ihnen z.B. den Mondatlas von A. Rükl, erschienen im Verlag Werner Dausien. Dort wird ihnen der gesamte Mond vorgestellt mit all seinen Kratern, Maria (Mehrzahl für Mare), Gebirgen, Tabellen, Fachausdrücken und vielem mehr. Natürlich gibt es auch noch andere gute Bücher, um Informationen über den Mond zu erfahren. Es lohnt sich also, das Fernglas oder, falls vorhanden, ein Teleskop auf ihn zu richten, und ein wenig selbst auf dem Mond "spazieren" zu gehen. Bei jeder Phase des Mondes kann man viele große und kleine Krater erkennen und an der Tag- und Nachtgrenze, dem sogenannten Terminator, sieht man schön, wie die Kraterränder ihre Schatten werfen. Es wird Sie bestimmt genauso faszinieren wie mich. Ich wünsche Ihnen einen wolkenfreien Himmel für die Beobachtung.

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