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Ausdruck vom: Donnerstag, der 22.02.2024

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Meteoroide, Meteore und meteoriten

Wahrscheinlich hat jeder von uns beim Blick zum gestirnten Himmel schon einmal eine Sternschnuppe gesehen, jene flüchtige, vielfach nur wenige Sekunden dauernde, mehr oder weniger helle Leuchterscheinung. Viele Menschen mögen sich bei deren Anblick spontan etwas wünschen, aber die wenigsten dürften sich vergegenwärtigen, was da passiert ist: Ein kleiner kosmischer Körper schloss Bekanntschaft mit der Erdatmosphäre und überlebte das nicht.

Zugegeben, die Kurzerklärung ist etwas flapsig, aber trifft die Sache ganz gut: Mehr oder minder große Teilchen, so genannte Meteoroide, dringen in die irdische Lufthülle ein. Ihre Geschwindigkeiten können zwischen 10 und 72 km in der Sekunde betragen! Vereinfacht gesagt, verglühen die meisten durch die auftretende Reibungshitze in der irdischen Hochatmosphäre.

Die Leuchterscheinung, der Meteor, ist zu sehen. Die Bezeichnung Meteor kommt aus dem Griechischen "Metéoron" und bedeutet "Himmels- oder Lufterscheinungen". Der Volksmund sagt dazu auch Sternschnuppe. Das Wort Sternschnuppe stammt aus dem mittel- und norddeutschen Sprachraum, eine Schnuppe ist ein verkohlter Docht.Besonders helle Meteore sind Feuerkugeln, noch hellere werden als Boliden bezeichnet.

Nur größere Körpen erreichen den Erdboden und werden dann als Meteoriten bezeichnet. Abhängig von der chemischen Zusammensetzung des Meteoroiden geht ein mehr oder minder großer Teil der Masse durch Schmelzprozesse aufgrund der enormen Reibungshitze beim Eindringen in die Atmosphäre verloren. Meteorite können mit grellen Leuchterscheinungen und sogar mit Donnergrollen auf die Erde stürzen. Deshalb nennt man sie auch Donnersteine. Je nach Größe und Restmasse können Meteorite kleinere bis hin zu katastrophalen Schäden anrichten. Nur an wenigen Stellen der Erde sind die Spuren von Meteoriteneinschlägen heute noch deutlich sichtbar. Erosion und die Verschiebung der Kontinentalplatten lassen die Narben alter Meteoriteneinschläge im Laufe der Zeit verschwinden. Die Mehrzahl des meteoritischen Zuwachses auf der Erdoberfläche ist allerdings weniger spektakulär. Das meiste Material rieselt in Form von mikroskopisch winzigen Teilchen auf den Boden oder die Meere. Die Schätzungen gehen dabei von mehreren tausend Tonnen Mikrometeoriten pro Tag aus. Trotz dieser hohen Zahl ist der Gesamtzuwachs der Masse der Erde gering.

In älteren Schriften taucht auch die Bezeichnung "Aerolith" (was ´Luftstein' bedeutet, eine Bezeichnung, die heute noch für Steinmeteorite verwendet wird) für direkt nach Meteorerscheinungen gefundene Materie auf. Selbst bis weit in die astronomische Neuzeit hinein hielt sich diese Ansicht über die Natur der Meteoriten. Erst der deutsche Physiker Ernst Florens Chladni (1756-1827) bewies die kosmische Natur der Meteorite.

Woher stammen nun die Metoroide bzw. Meteorite? Es handelt sich hier um Relikte aus der Entstehungszeit unseres Planetensystems, das sich vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren aus einer Wolke aus Staub und Gas entwickelte. Dabei blieb eine Menge des ursprünglichen Baumaterials in unterschiedlichen Größen zurück, dass nicht für die Bildung von Planeten, Kleinplaneten und Monden verwendet wurde.