8. Klassifizierung der Meteorite

Meteoriten erkennt man gewöhnlich durch die hohe Dichte, eine seltsame äussere Form und durch die umgebende Schmelzkruste. Viele Meteorite sind magnetisch. Vor allen Dingen sind die Meteoriten bedeutend schwerer als das vergleichbare irdische Gestein. Ausserdem besitzen Meteoriten knollige Vertiefungen (Regmaglypten), sie entstanden durch die Luftturbulenzen während des Fluges.

Die Meteoriten unterteilt man in Steinmeteorite und Eisenmeteorite, je nach der Art ihrer Zusammensetzung. Die Anzahl der Steinmeteorite, welche auf die Erde fallen, ist bedeutend höher als die der Eisenmeteorite. Da Steinmeteorite bedeutend schneller auf der Erdoberfläche verwittern, findet man sie allerdings seltener. Die grösste Fundwahrscheinlichkeit ist, wenn die Flugbahn des Meteoroiden beobachtet wurde und der Meteorit gleich darauf aufgelesen wird.

Aus den Fundraten schliesst man, dass es bedeutend mehr Steinmeteorite herabregnet als Eisenmeteorite. Bei beobachteten Fällen fand man in 92% der Fälle Steinmeteorite, jedoch nur 6% Eisenmeteorite. Es gehen also deutlich mehr Steinmeteorite nieder; die Frundrate liegt aber bei den Eisenmeteoriten höher. Dies liegt zum einen an der längeren Haltbarkeit von Eisenmeteoriten. Die Steinmeteorite dagegen zerbrechen und unterscheiden sich nicht von der Umgebung. Zum anderen sind Eisenmeteorite, auch wenn sie Tausende von Jahren auf der Erde liegen, von ihrer Umgebung gut zu unterscheiden.

8.1 Steinmeteorite

Durch den Flug des Meteoriten durch unsere Atmosphäre wird hohe Reibungshitze erzeugt. Die Aussenhaut des Meteoriten wurde dadurch aufgeschmolzen und eine schwarze Kruste erzeugt. Diese Kruste zeigt oftmals Fliessstrukturen, die durch die Luftströmung verursacht wurden.

Steinmeteorite erkennt man auch an ihrer schwarzen Schmelzrinde, die sie sich durch ihren Flug durch unsere Atmosphäre erworben haben. Das Innere des Steinmeteoriten ist dagegen hell. Ist diese schwarze Rinde nicht mehr vorhanden, kann man den Steinmeteoriten durch seltene Mineralbeimengungen und durch die innere Struktur erkennen.

Fast alle Steinmeteorite bestehen aus Silikaten mit unterschiedlichem Nickelgehalt. Man unterteilt die Steinmeteorite in Chondrite, Achondrite und Siderolite.

8.1.1 Chodrite

90% der Steinmeteorite gehören zur Klasse der Chondriten. Chondrite haben ihren Namen nach dem griechischen Wort für "Saatkorn". Sie verdanken diesen Namen den winzigen, oft Millimeter- bis erbsengrossen Kügelchen, welche in der Grundmasse des Meteoriten eingebettet sind. Diese Kügelchen bezeichnet man als Chondriten. Die Grundmasse des Meteoriten besteht hauptsächlich aus Olivin, Pyroxen, Plagioklas, Troilit.

Wie entstanden die Chondren? Man glaubt an eine Art Kondensation während des Urnebels, wobei hier die Theorien von einer gleichmässigen bis abrupten Abkühlung variieren. Andere Wissenschaftler vermuten eine Aufschmelzung und anschliessende Erstarrung von festen Mineralkörnern durch äusserlich hohe Energieeinwirkungen auf den solaren Urnebel, z.B. Blitze.

Kohlige Chondrite sind die häufigste Form der Steinmeteoriten. Man glaubt, dass sie entstanden sind als sich der solare Urnebel vor ca. 4,55 Milliarden Jahren abkühlte und aus den Staub- und Gaswolken unser Sonnensystem mit den Planeten entstand.

In einigen der Kohligen Chondriten fand man die sogenannten CAI's (Calcium-Aluminium Inclusions) in einer Form, welche auf den solaren Urnebel schliessen lassen. Sie enthalten "Fremdlinge", Legierungen von schwerflüchtigen Metallen wie Wolfram, Osmium, Iridium, Ruthenium, Platin und Molybdän, welche als Kondensate von einem Gas solarer Zusammensetzung angesehen werden. Aus den Isotopendaten und Altersbestimmungen wissen wir, dass die CAI's das älteste feste Material unseres Sonnensystems ist.

8.1.2 Achondrite

Damit bezeichnet man die ca 7% der Steinmeteoriten, weitaus seltener als die Chondriten. Die Achondriten weisen keine Chondren, keine Kügelchen auf. Man unterteilt sie in Ca-arme und Ca-reiche Meteorite. Ihr Erscheinungsbild ähnelt dem von irdischem Basalt, ihre Identifikation ist schwierig. Man hat das Erstarrungsalter der Achondriten untersucht und gefunden, dass sie älter als der irdische Basalt sind, ca. 4,4 - 4,6 Milliarden Jahre. Demnach müssen sie von ausserhalb zu uns gekommen sein.

8.2 Eisenmeteorite

Eisenmeteorite erkennt man an ihrer schwarzen Schmelzkruste aus schwarzem Eisenoxyd. Durch lange Verweildauer auf der Erdoberfläche ist diese Kruste verrostet, hat eine bräunliche Farbe. Ausserdem verraten sie sich durch ihr hohes Gewicht. Hält man einen Magneten an einen Eisenmeteoriten, reagieren die überwiegenden metallenen Komponenten des Meteoriten. Eisenmeteorite bestehen aus Legierungen von Eisen und Nickel, so wie sie auf der Erde nicht natürlich vorkommen. Nachweis von Nickel in einem eisernen Fund ist ein Indiz für einen Meteoriten.

Eisenmeteoriten unterteilt man nach ihren unterschiedlichen Strukturen in Hexaedrite, Oktaedrite und Ataxite. Um diese Klassifizierung durchführen zu können, muss der Meteorit durchgeschnitten, poliert und geätzt werden.

8.2.1 Oktaedrite

Die Oktaedrite bestehen vorwiegend aus Nickeleisen und einem geringeren Anteil aus Nickel. Besonderes Merkmal eines Oktaedriten sind die Widmanstättensche Figuren. Sie werden allerdings erst sichtbar, wenn man die Schnittfläche mit Alkohol und Salpetersäure behandelt.

8.2.2 Hexaedrite

Hexaedrite findet man seltener als Oktaedrite. Ihren Namen erhielten sie ihrer würfelförmigen Spaltbarkeit. Hexaedrite enthalten weniger Nickel und konnten keine Widmanstättensche Figuren ausbilden. In ihnen findet man aber sog. Neumannschen Linien, welche mehrere Zentimeter lang sein können.

8.2.3 Ataxite

Der berühmteste Vertreter der Ataxite ist der Hoba Meteorit in Namibia. Ansonsten sind Ataxite sehr selten.

Ataxite haben eine feinkörnige Struktur, sie enthalten überwiegend Nickel. In ihnen findet man weder Neumannsche Linien oder Widmanstättensche Figuren. Dafür haben sie oft breite Bänder und zeigen manchesmal farbige Abstufungen.

8.3 Steineisenmeteorite

Steineisenmeteorite sind eine Meteoritenart, in welchen sowohl Eisen als auch Steine vorhanden sind. Sie sind äußerst selten.

Überwiegen in einem Steineisenmeteoriten die Silikate, spricht man von Siderolithen, überwiegt das Eisenvorkommen, nennt man sie Lithosiderolithe. Pallasite und Mesosiderite sind Steineisenmeteorite, sie bestehen sowohl aus Nickeleisen als auch aus Silikaten.

Pallasite haben eine Gitterstruktur aus Oktaedrit, die Zwischenräume sind ausgefüllt mit Olivin. Mesosiderite sind bedeutend seltener aufzufinden als Pallasite. Ihre Zusammensetzung bestehen meist zu gleichen Teilen aus Silikaten und Nickeleisen.

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