Jupiter - Geschichte

Jupiter gehört zu den klassischen Planeten, die im Altertum bekannt und als Gottheit verehrt wurden. Bei den Babyloniern war er der "Stern" des Marduk und hieß Sagmegar. Die Giechen nannten ihn Zeus. Die Römer übernahmen das gesamte Göttersystem der Griechen und gaben dem Hauptgott den Namen "Jupiter". Auch bei den Germanen hatte er eine Entsprechung: Thor oder Donar, der mit dem gleichen Planeten verbunden wurde. Seine Funktion war nicht bloss die Oberaufsicht über die anderen Götter, sondern er war zuständig für das Wetter -- in der bäuerlich geprägten Gesellschaft von eminenter Bedeutung. Um seine Macht zu unterstreichen, wird er mit Blitzen oder einem Hammer in der Hand sowie einem stets ernsten Gesicht dargestellt. Der Grund, den Himmelsgott mit dem Planeten Jupiter zu verbinden, ist weniger klar. Vielleicht spielte seine gemächliche Bewegung vor dem Sternenhintergrund eine Rolle? Seine Umlaufszeit beträgt etwa 12 Jahre, so dass er im Tierkreis jedes Jahr von einem Sternbild (astrologisch: Sternzeichen) zum nächsten wandert. Dies könnte ihm eine majestätische Bedächtigkeit eingebracht haben.

Die wissenschaftliche Geschichte beginnt 1610 mit Galileo Galilei, als er im selbstgebauten Fernrohr Monde entdeckte. Man hielt sie bis 1892 für die einzigen Begleiter, bis Edward Barnard ein neues, fast zur Unkenntlichkeit schwaches Pünktchen bemerkte: Er fand den Mond Amalthea. Es war der letzte Planetentrabant überhaupt, der noch durch die klassische optische Beobachtung gefunden wurde -- alle weiteren sind auf Fotographien oder von Raumsonden entdeckt worden.

Das markanteste Merkmal auf dem Jupiter, der Große Rote Fleck, sah als erster der Engländer Robert Hooke im Jahre 1664. Die ersten Zeichnungen gehen 1672 auf Giovanni Cassini zurück. Er nutzte den Fleck, um die Rotationsperiode zu bestimmen und schätze sie zu 10 Stunden ab. Ferner bemerkte er auch, dass das Jupiterscheibchen nicht kreisrund war, sondern eine elliptische Form aufwies. Dies ist eine Folge der schnellen Rotation -- der Planet ist ein Rotationsellipsoid.

Mit den technischen Hilfsmitteln wie Spektroskopie und Radioastronomie konnte man im 20. Jahrhundert dem Planeten weitere Eigenschaften entlocken: Temperatur, Dichte, chemische Zusammensetzung oder das Magnetfeld. Doch den wirklichen Fortschritt lieferten schließlich die interplanetaren Raumsonden.

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