Jupiter - Monde

Jupiter besitzt 63 bekannte Monde, die meisten sind kleine Gesteinsfelsen mit einem Durchmesser von weniger als 10 km Durchmesser. Bis zu den Voyager-Vorbeiflügen kannte man bei Jupiter gerade mal ein gutes Dutzend natürlicher Satelliten. Erst nach 2000 gelang es, mit sensiblen Teleskopen weitere Monde zu finden. Sie haben oft starke Bahnneigungen zum Planetenäquator und weisen prograde wie retrograde Umlaufrichtungen auf. Sie werden entsprechend ihrer Eigenschaften (Abstand, Inklination, Exzentrizität) in "Familien" unterteilt.

Am bedeutendsten sind die vier Galileischen Monde. Sie wurden 1610 von Galileo Galilei als erste Begleiter um einen fremden Planeten entdeckt und halfen, das heliozentrische Weltbild von Kopernikus zu untermauern.

Mond Entfernung [km] Umlaufdauer Radius Dichte
Io 421.600 1,76 Tage 1.822 km 3,56 g/cm3
Europa 670.900 3,55 Tage 1.561 km 4,88 g/cm3
Ganymed 1.070.600 7,16 Tage 2.634 km 1,94 g/cm3
Kallisto 1.883.000 16,69 Tage 2.410 km 1,85 g/cm3

IO

Io ähnelt von seiner Größe und Dichte dem Erdmond, doch er ist im Gegensatz zu diesem der aktivste Mond des Sonnensystems. Tektonische Prozesse verursachen eine Gebirgs- und Talbildung, während Vulkane permanent die Oberfläche überfluten. Ein Viertel des Mondkörpers besteht vermutlich aus flüssigem Eisen. Io bewegt sich durch das Strahlungsfeld des Jupiter und beeinflußt dessen Magnetfeld. Auf seiner Oberfläche werden Teilchen ionisiert. Die Ionen werden mit dem Magnetfeld fortgerissen und entweichen in den Weltraum. Es fließen dadurch elektrische Ströme von einigen Millionen Ampere. Um Io hat sich eine dünne Atmosphäre aus ebendiesen Ionen gebildet, die sich auch entlang seiner Bahn verteilt haben und einen Torus bilden.

Europa

Europa besitzt eine außerordentlich helle Oberfläche mit einem Netz aus dunklen Rillen und Furchen, die allerdings nur eine geringe Tiefe aufweisen. Die Kruste ist sehr jung, man findet kaum Einschlagskrater. Unterhalb des rund 10-15 km dicken Eispanzers vermutet man einen Ozean aus flüssigem Wasser und spekuliert über etwaige Lebensformen. Dies soll eine Mission, die nach 2020 geplant ist, klären. Das Oberflächeneis bricht zeitweise aufgrund von Verschiebungen auf, und das hervortretende Wasser füllt die Rillen auf (Eisvulkanismus). Die Bewegungen der Eiskruste führt man auf Gezeitenkräfte zurück, die zudem noch das Innere des Mondes erwärmen.

Ganymed

Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem und sogar größer als der Planet Merkur. Seine geringe Dichte zeigt, dass er nur einen sehr kleinen Kern besitzt und hauptsächlich aus hartgefrorenem Wasser besteht. Auch die Oberfläche deutet darauf hin, dass Meteoritenimpakte die Kruste kurzzeitig und lokal erwärmen, aber kaum aufbrechen können. Als Besonderheit unter den Monden hat Ganymed ein eigenes Magnetfeld, wie von der Galileo-Sonde nachgewiesen. Obwohl es fast doppelt so stark ist wie bei Merkur, unterdrückt die umgebende Magnetosphäre des Jupiter das mondeigene Dipolfeld. Geschlossene Feldlinien gibt es daher nur in einem recht kleinen Bereich um den Äquator.

Kallisto

Kallisto ist der dunkelste der Galileischen Monde. Seine Oberfläche scheint mit mindestens 4 Milliarden Jahren auch die älteste zu sein. Die Kraterdichte ist eine der höchsten im Sonnensystem. Die Oberfläche gilt als "gesättigt", d.h. ein neuer Einschlag würde einen früheren Krater auslöschen. Zu den auffälligeren Merkmalen gehören konzentrische Ringe um die größen Einschlagsstellen. Diese Ringwälle entstanden vermutlich, als die Oberfläche noch weich war. Tektonische Aktivitäten sind heute nicht mehr oder nur in sehr geringem Maße vorhanden. Die Kruste ist mit 100 km bereits sehr dick. Ob sich darunter ein Ozean aus Salzwasser befindet, ist noch umstritten.

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