Forschung

Die Erforschung des Mars verläuft hauptsächlich in zwei Richtungen: Zum einen untersuchen Wissenschaftler den roten Planeten mit Raumsonden im Marsorbit sowie auf der Marsoberfläche (technisch, geologisch, physikalisch); und zum anderen von der Erde aus, indem man hier marsianische Bedingungen analysiert oder nachstellt (astrobiologisch, chemisch). Für diesen zweiten Aspekt greift man auf zwei Dutzend Meteorite zurück, von denen man ziemlich sicher weiß, dass sie vom Mars stammen und evtl. Spuren von nicht-irdischem Leben enthalten können.
Ebenso simuliert man bemannte Landungen, die medizinischen Belastungen der Bestzungsmitglieder in der Marsumgebung, Besiedlungsmöglichkeiten des Mars durch den Menschen und Terraforming. Hierbei spielt die die Notwendigkeit, sauberes Wasser aus dem Eis des Karsbodens zu gewinnen, eine zentrale Rolle. Genauso wichtig ist auch seine Aufbereitung und zyklische Verwendung, denn einen vergleichbaren Kreislauf wie auf der Erde findet man auf dem Mars nicht.

Die planetologische Erkundung ist für die Wissenschaft von großem Interesse, um im gegenseitigen Vergleich die Eigenschaften der terrestrischen Planeten zu studieren: Atmosphäre, Klima, Mineralogie, das Innere und ihre Entstehung aus der solaren Urwolke. Das Wissen um das eigene Sonnensystem fördert das Verständnis für extrasolaren Planeten und ihrer überraschenden Vielfalt, die sich gerade im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts offenbart hat.
Da der Mars auf eine bewegte Planetengeschichte zurückblickt, versucht man, die Prozesse nachzuvollziehen, die ihn zu dem Himmelskörper gemacht haben, der er heute ist.

Neben diesen wissenschaftlichen Zielen gerät der Mars aber ebenso in den Fokus der kommerziellen Wünsche. Angesichts der zunehmenden Verknappung der Rohstoffe auf der Erde -- die natürlich durch die Menschheit selbst verursacht ist -- geraten der Mond wie auch der Mars als vermeintliche Nachschubquellen in den Blickpunkt der politischen Planungen, wenngleich von sehr langfristigen.

Bislang hat hauptsächlich die NASA den Mars mit Raumsonden untersucht, doch die ESA folgt bereits: Mit "Mars Express" hat sie ihren ersten eigenen Orbiter positioniert und kartographiert die Oberfläche.
Mit "ExoMars" soll 2016-18 der erste ESA-Rover landen. Rußland will im November 2011 die Mission "Fobos-Grunt" zum inneren Marsmond schicken, während China eine eigens entwickelte Telemetrie mit einem Kleinsatelliten testet.

Auch Japan hat schon seine Satellitentechnologie in den interplanetaren Raum geschickt (Stand: 2011): Mars, Venus und Asteroiden waren die bisherigen Ziele. Schrittweise nimmt ein heimlicher Wettlauf um den Mars Fahrt auf, doch ebenso sind internationale Kooperationen unabdingbar. Im europäisch-russischen Projekt Mars-500 analysiert man die medizinisch-psychischen Belastungen auf den Menschen, den ein mehrmonatiger Flug mit sich bringen könnte.

In zeitlicher Nähe hierzu verknündete die US-Regierung eine bemannte Landung bis zum Jahr 2035 durchführen zu wollen. Es ist anzunehmen, dass der technologische Wille, den Weltraum zu "erobern", noch weiter zunehmen wird.

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