Geschichte

Der Mars ist schon seit jeher als einer der Wandelsterne bekannt. Aristoteles behauptete als erster, dass der Mars weiter von der Erde entfernt ist als der Mond.
Die damals gültige Reihenfolge der Planeten richtete sich ohnehin nach der Umlaufszeit der Planeten, so dass dem Mars eine Bahn zwischen der Sonne und Jupiter zugewiesen wurde. Aufbauend auf den umfangreichen und genauen Beobachtungen von Tycho Brahe, gelingt es Johannes Kepler, die Elliptizität der Marsbahn festzustellen.
Daraufhin publiziert er 1609 und 1619 seine drei Gesetze der Planetenbewegung.
Christiaan Huygens bestimmt 1659 den Durchmesser sowie die Rotationsdauer des Mars.
Im Jahr 1781 gelingt es William Herschel, die weißen Polkappen zu identifizieren und die Neigung der Rotationsachse zur Bahnebene zu messen:
Ihre Neigung ist geringfügig größer als bei der Erde.

Zu den folgenreichsten Begebenheiten gehörte die Marskarte, die 1877 von Giovanni Schiaparelli veröffentlicht wurde.
Darin bezeichnete er zahlreiche dunkle Linien als "canali". Obwohl er damit bloss Rillen meinte, wurde der Begriff in die anderen Sprachen als "Kanäle" übersetzt.
Weil man damit üblicherweise künstlich angelegte Wasserstrassen assoziiert, nahm eine Flut an Science-Fiction-Literatur ihren Anfang.
Der Mars war sodann als Paradeobejekt für außerirdische Zivilisationen auserkoren.
Schließlich erkannte man im Raumfahrtzeitalter, dass sich der Planet gerade so am Rande der Habilitationszone befindet, so dass die Utopien rund um Bewohnbarkeit und fremde Wesen in unserem Sonnensystem nie nachgelassen haben.

Die wissenschaftliche Naherforschung begann 1965 mit dem Vorbeiflug der Sonde Mariner 4.
Zwischen 1960 und 1962 hat die Sowjetunion zwar einige Satelliten zum Nachbarn schicken wollen, doch diese waren von Fehlstarts gezeichnet.
1971 landete die sowjetische Sonde _Mars-3_ als erste auf dem Mars, aber der Funkkontakt brach unmittelbar danach ab. Den einstweiligen Höhepunkt markierten die beiden _Viking_-Laboratorien im Jahre 1976, die ausgeklügelte biochemische Experimente durchgeführt haben.
Danach wurde es für 20 Jahre still um die Marsmissionen, bis mit Pathfinder eine neue Ära eingeläutet wurde, die bis heute anhält.

Zu den erfolgreichsten Missionen, die auch in der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt wurden, zählen die beiden Rover Spirit und Opportunity. Ihnen ist ein Sonderkapitel bei astronomie.de gewidmet.

Das sogenannte "Marsgesicht" gehört zu den Kuriositäten der Geschichte. Links ein Foto aus dem Orbit von 1976, Mitte und rechts von 1998.

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