Kurzbeschreibung

Merkur ist der innerste und kleinste Planet unseres Sonnensystems. Er umläuft die Sonne in knapp 88 Tagen auf einer elliptischen Umlaufbahn, deren kleinster Sonnenabstand (Perihel) 47 Millionen Kilometer und deren größter Sonnenabstand (Aphel) fast 70 Millionen Kilometer beträgt. Zugleich rotiert Merkur in 58,7 Tagen einmal um seine Achse, sodass auf zwei Umläufe Merkurs um die Sonne exakt drei Merkurtage entfallen. Die Bahnebene Merkurs ist gegen die Ekliptik um 7° gekippt.

Merkur hat einen Durchmesser von 4878 Kilometern und eine Masse von 330 Trillionen Tonnen. Er ist kleiner als der Jupitermond Ganymed oder der Saturnmond Titan, hat aber eine doppelt so große Masse als jeder dieser Monde. Seine mittlere Dichte beträgt 5,43 g/cm³. Die hohe Dichte ist ein Indiz dafür, dass Merkur einen relativ großen Eisenkern besitzt.

Die Oberfläche Merkurs ist ähnlich wie die des Erdmondes dicht mit zahllosen Einschlagkratern übersät. Die meisten dieser Krater sind vor über drei Milliarden Jahren entstanden, seitdem hat sich Merkurs Oberfläche nur noch geringfügig verändert. Dieser Umstand zeigt an, dass es auf Merkur keine Plattentektonik gibt, wie sie z. B. die Erde aufweist.

Da Merkur sich viel näher an der Sonne befindet als die Erde, bescheint die Sonne Merkur viel intensiver als unsere Erde. Durch diese intensive Beleuchtung leuchtet Merkur trotz seiner Kleinheit relativ hell. Außerdem wird dabei die von der Sonne beschienene Merkuroberfläche auf bis zu 430°C aufgeheizt. Die geringe Schwerkraft Merkurs kann bei dieser hohen Temperatur keine Atmosphäre festhalten, und so hat Merkur keine nennenswerte Atmosphäre. Sie besteht im Wesentlichen aus Natrium- und Kaliumatomen, die durch den Sonnenwind und durch den Einschlag von Staubpartikeln auf der Merkuroberfläche freigesetzt werden und wegen ihrer Masseträgheit im Schwerkraftfeld Merkurs verbleiben. Die Gesamtmasse dieser Atmosphäre beträgt ca. 1000 kg.

Merkur hat ein bipolares Magnetfeld, dessen Lage und Aufbau dem der Erde ähnelt. Da das Merkurmagnetfeld jedoch wesentlich schwächer als das Magnetfeld der Erde ist, bietet es der Merkuroberfläche keinen Schutz vor der kosmischen Strahlung und den Teilchen des Sonnenwinds.

Die Nachtseite Merkurs kühlt sich auf -170°C ab.

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