Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Merkur zieht im Oktober im Sternbild Jungfrau einen Bogen nach Westen. Dadurch wandert er westlich der Sonne in westliche Richtung, dadurch geht er vor der Sonne auf. Ab der Monatsmitte kann der 0m helle flinke Planet mit Glück um 7:00 ca. 5° über dem Osthorizont wahrgenommen werden.

Venus

Venus wandert im Oktober aus dem Sternbild Waage durch das Sternbild Skorpion weit in das Sternbild Schlangenträger. Daher befindet sie sich östlich der Sonne und geht folglich nach der Sonne unter. Am Abenddämmerungshimmel kann man sie bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang als -4,3m heller Abendstern über dem Südwesthorizont sehen. Im Fernrohr zeigt sich Venus als „Dreiviertelvenus“ von ca. 22 Bogensekunden Durchmesser. Im Laufe des Monats nimmt der Winkeldurchmesser langsam zu.

Mars

Der Mars wandert im Oktober jenseits der Sonne durch das Sternbild Jungfrau. Dabei befindet er sich aus Sicht der Erde nahe der Sonne am Taghimmel und ist daher nicht beobachtbar. Am Monatsanfang ist Mars 394 Millionen km von der Erde entfernt. Bis zum Monatsende verringert sich der Abstand auf 386 Millionen km.

 

 

 

Jupiter

Der -2,7m helle Jupiter beendet im Oktober seine Oppositionsschleife im Sternbild Steinbock und wandert ab dem 18. Oktober wieder in östliche Richtung. Am Monatsanfang kann man ihn ab 20:00 tief über dem Südosthorizont mit bloßem Auge sehen. Im Fernrohr zeigt sich Jupiter dann mit einem Winkeldurchmesser von 46 Bogensekunden, er ist dann 638 Millionen km von uns entfernt.
Am Monatsende kann man Jupiter bereits ab 19:00 sehen. Im Fernrohr zeigt sich Jupiter dann mit einem Winkeldurchmesser von 42 Bogensekunden, und er ist 700 Millionen km von uns entfernt.

Wenn die Beobachtungsbedingungen hinreichend gut sind, kann man im Fernrohr bei hoher Vergrößerung die Wolkenbänder in der Atmosphäre des Jupiters beobachten, und man kann im Verlauf einiger Stunden beobachten, wie die vier hellen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Callisto langsam ihre relativen Positionen verändern, weil sie um den Jupiter kreisen.

Saturn

Saturn beendet im Oktober gleichfalls seine diesjährige Oppositionsschleife im Sternbild Steinbock. Ab dem 10. Oktober wandert der 0,5m helle Ringplanet hier wieder in östliche Richtung. Man kann ihn am Monatsanfang ab 20:00 im Fernglas ca. 12° über dem Südosthorizont sehen, ca. 15° westlich des deutlich helleren Jupiters.
Am Monatsende ist Saturn nur noch 0,6m hell und kann ab 19:00 ca. 20° über dem Südhorizont wahrgenommen werden. Der Ringplanet ist dann noch 1,48 Milliarden Kilometer von uns entfernt, und sein Winkeldurchmesser beträgt 16,7 Bogensekunden. Im kleinen Fernrohr kann man bei Vergrößerungen ab 30-fach den Saturnring sowie den größten Saturnmond Titan wahrnehmen. In größeren Fernrohren kann man bei Vergrößerungen ab 100-fach zusätzlich die kleineren Saturnmonde Tethys, Dione, Rhea, Japetus, Mimas und Enceladus wahrnehmen, sowie die Cassinische Teilung im Saturnring.

Uranus

Uranus befindet sich im Sternbild Widder. Der 5,7m helle Planet kann hier ab 23:00 mit einem Fernglas oder Fernrohr ca. 12° südlich des 3,6m hellen Sterns 41 Arietis wahrgenommen werden.
Uranus ist am Monatsanfang 2,886 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. In dieser Entfernung leuchtet die Sonne 368 Mal schwächer als auf der Erde. Im Fernrohr kann man den Uranus bei ca. 100-facher Vergrößerung daher nur als ein 3,6 Bogensekunden großes mattes Scheibchen von olivgrüner Farbe wahrnehmen. In Fernrohren ab 30 cm Öffnung kann man bei günstigen Beobachtungsbedingungen auch einige der Uranusmonde (Miranda, Umbriel, Ariel, Titania und Oberon) sehen.

 

Neptun

Den Neptun kann man im Oktober nahe der Grenze zum Sternbild Fische im Sternbild Wassermann finden. Am Monatsanfang kann man ihn hier ab 22:00 mit einem Fernglas oder Fernrohr sehen. Im Fernglas kann man den 7,8m hellen Neptun ab 21:00 ca. 3,5° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii ca. 25° über dem Südosthorizont wahrnehmen. In der Distanz, die Neptun von der Sonne hat, leuchtet die Sonne 830 Mal schwächer als auf der Erde. Daher kann man Neptun im Fernrohr bei 100-facher Vergrößerung nur als ein 2,3 Bogensekunden großes mattes bläuliches Scheibchen sehen.

 

Zwergplanet Pluto

Pluto befindet sich im Sternbild Schütze. Der kleine Zwergplanet ist derzeit 14,3m hell, und er ist ca. fünf Milliarden Kilometer von uns entfernt.

Pluto geht im Oktober ca. drei Stunden vor dem Sonnenuntergang auf. Da er dabei sehr langsam aus dem Horizontdunst aufsteigt, kann man Pluto unter einem mondlos sternklaren Landhimmel erst ab 21:00 mit einem Fernrohr sehr großer Öffnung bei hoher Vergrößerung wahrnehmen. Pluto lässt sich jedoch kaum identifizieren, weil er sich nur durch seine sehr langsame Eigenbewegung (0,04 Bogensekunden/min) von den vielen schwachen Sternen des ungebenden Sternenfeldes unterscheidet. 

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.