Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Im November zieht Merkur vom Sternbild Jungfrau in östliche Richtung in das Sternbild Waage. Er hält sich westlich der Sonne auf und erreicht hier am 10. November -0,5m hell seinen größten westlichen Sonnenabstand. Man kann ihn dann ab 6:30 schön über dem Osthorizont beobachten.

Venus

Venus zieht im November aus dem Sternbild Jungfrau geradlinig in das Sternbild Waage. Sie geht ca. 2,5 Stunden vor der Sonne auf und präsentiert sich bis weit in die Morgendämmerung als -4,0 m heller Morgenstern.

Mars

Mars beendet im November im Sternbild Fische seine diesjährige Oppositionsschleife und wandert ab dem 15. November allmählich wieder in östliche Richtung. Man kann den -2,1m hellen rötlichen Planeten schon in der Abenddämmerung mit dem bloßen Auge über dem Osthorizont sehen. Mars bleibt danach während der ganzen Nacht sichtbar. Bei guter Luftruhe kann man in Fernrohren mit langer Brennweite und einem Objektivdurchmesser ab 10 cm in der zweiten Nachthälfte bei Vergrößerungen >120fach einige Details auf der Marsoberfläche wahrnehmen. Am Monatsanfang ist Mars 70 Millionen Kilometer entfernt, der Winkeldurchmesser seines Planetenscheibchens beträgt dann 20 Bogensekunden. Am Monatsende ist Mars bereits 95 Millionen Kilometer entfernt, er ist dann nur noch -1,3m hell, und der Winkeldurchmesser seines Planetenscheibchens beträgt nur noch 14,7 Bogensekunden.

 

 

Jupiter

Jupiter zieht im November im Sternbild Schütze langsam parallel zur Ekliptik in östliche Richtung. Am Monatsanfang ist er -2,2m hell und 796 Millionen Kilometer von uns entfernt. Am Monatsende ist er nur noch -2,1m hell und schon 857 Millionen Kilometer von uns entfernt. In den ersten Stunden nach der Abenddämmerung ist er mit bloßem Auge hell sichtbar, er bleibt aber sehr niedrig über dem Südhorizont und ist in dieser Stellung nicht mehr gut beobachtbar. Nach 19:00 versinkt er allmählich im Horizontdunst.

Saturn

Saturn zieht im November im Sternbild Schütze östlich des Jupiters parallel zur Ekliptik in östliche Richtung, jedoch langsamer als Jupiter. Saturns Abstand vom Südhorizont erreicht maximal 16°, in dieser Stellung kann man Saturn mit einem Fernrohr nicht mehr sinnvoll beobachten. Am Monatsanfang ist Saturn noch 0,6 m hell und 1,52 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Am Monatsende ist Saturn noch immer 0,6m hell und 1,54 Milliarden Kilometer von uns entfernt. In den ersten Stunden nach der Abenddämmerung kann man den Ringplaneten mit bloßem Auge noch gut sehen, ab 19:00 verschluckt ihn jedoch allmählich der Horizontdunst.

Uranus

Uranus hat am 31. Oktober im Sternbild Widder seine diesjährige Oppositionsstellung durchlaufen. Der ferne Planet wandert daher im November hier auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife sehr langsam nach Westen. Man findet ihn auf der Mitte der Linie zwischen den hellen Sternen Hamal und Menkar. Der 5,7m helle Planet kann nach dem Ende der Abenddämmerung bis zum Beginn der Morgendämmerung mit einem Fernglas sehr gut wahrgenommen werden. Er erreicht um Mitternacht einen Horizontabstand von 52°. Uranus ist ca. 2,9 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Im Fernrohr zeigt er sich als ein mattes olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser.

Neptun

Der 7,8m helle Neptun ist im November im Sternbild Wassermann zu finden. Er steht ca. 0,6° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii. Der ferne Eisplanet kann dort vom Ende der Abenddämmerung bis Mitternacht in einem lichtstarken Fernglas als ein blasses Sternchen wahrgenommen werden. Neptun erreicht bei seinem Meridiandurchgang  einen Abstand von 30° zum südlichen Horizont und kann daher gut beobachtet werden. In Fernrohren ab 10 cm Öffnung kann man ihn bei 100facher Vergrößerung als ein sehr mattes fahlblaues Scheibchen von 2,3 Bogensekunden Durchmesser wahrnehmen. Er ist 4,38 Milliarden Kilometer von uns entfernt

 

Zwergplanet Pluto

Pluto wird noch bis 2024 sehr langsam auf seiner Bahn um die Sonne durch das Sternbild Schütze wandern. Pluto ist im November 14,4m hell. Er hat einen Durchmesser von 2300 km und ist ca. 5,152 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Aus dieser Entfernung hat Pluto denselben Winkeldurchmesser wie ein 2,3 mm großer Stecknadelkopf in einer Entfernung von 5,152 Kilometern.

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt. 

Astronomie - Die kosmische Perspektive