Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Merkur zieht im Juli vom Sternbild Stier hinter der Sonne her durch das Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs. Da die Sonne im Juli vom Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs wandert, hält sich Merkur am Taghimmel nahe der Sonne auf und kann nicht beobachtet werden.

Venus

Venus wandert im Juli aus dem Sternbild Krebs tief in das Sternbild Löwe. Da sie sich hier östlich der Sonne befindet, geht sie  nach der Sonne unter und ist daher am Abenddämmerungshimmel als -3,9m heller Abendstern zu sehen.

Mars

Der Mars zieht im Juli aus dem Sternbild Krebs in das Sternbild Löwe. Nach Sonnenuntergang kann man den rötlichen Planeten bis ca. 21:00 im Fernglas am Abenddämmerungshimmel tief über dem Westhorizont sehen. Mars ist am Monatsende 382 Millionen Kilometer von uns entfernt.

 

 

Jupiter

Der -2,8m helle Jupiter wandert im Juli auf seiner Oppositionsschleife im Westteil des Sternbilds Wassermann in westliche Richtung. Am Monatsanfang kann man ihn ab 0:00 tief über dem Südosthorizont mit bloßem Auge sehen.

Am Monatsende kann man Jupiter dort bereits ab 22:00 sehen. Der Winkeldurchmesser seines Planetenscheibchens beträgt dann bereits 48 Bogensekunden, und er ist nur noch 609 Millionen Kilometer von uns entfernt. Er ist der größte Planet des Sonnensystems und lohnt immer eine Beobachtung.

Wenn die Beobachtungsbedingungen hinreichend gut sind, lassen sich im Fernrohr bei hoher Vergrößerung die Wolkenbänder in der Atmosphäre Jupiters beobachten. Bei längerer Beobachtung kann man die langsamen Verschiebungen der Positionen seiner vier hellen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto wahrnehmen. Da die Sichtlinie von der Erde zu den Jupitermonden nun in der Bahnebene der Monde liegt, kann man die Monde vor dem Planeten wandern sehen, und mit viel Glück kann man sogar gegenseitige Bedeckungen der Jupitermonde beobachten.

 

Saturn

Saturn bewegt er sich parallel zur Ekliptik sehr langsam im Westteil des Sternbilds Steinbock nach Westen. Im Juli zieht er hier durch seine diesjährige Oppositionsschleife. Man kann den 0,4m hellen Ringplaneten am Monatsanfang ab 23:00 im Fernglas ca. 14° über dem Südosthorizont sehen, ca. 19° westlich des deutlich helleren Jupiters.

Am Monatsende ist Saturn bereits 0,2m hell und kann ab 22:00 ca. 15° mit bloßem Auge über dem Südhorizont wahrgenommen werden. Der Ringplanet ist dann noch 1,336 Milliarden Kilometer von uns entfernt, und sein Winkeldurchmesser beträgt 18,6 Bogensekunden. Am 2. August wird Saturn seine diesjährige Oppositionsstellung erreichen. Bereits im kleinen Fernrohr kann man bei Vergrößerungen ab 30-fach den Saturnring sowie den größten Saturnmond Titan wahrnehmen. Bei guter Luftruhe kann man in größeren Fernrohren zusätzlich auch die schwächeren Saturnmonde Tethys, Dione, Rhea, Japetus, Mimas und Enceladus sehen, sowie die Cassinische Teilung im Saturnring.

Uranus

Uranus befindet sich im Sternbild Widder. Der 5,8m helle ferne Planet kann hier ab 2:00 mit einem Fernglas oder Fernrohr ca. 12° südlich des 2,0m hellen Sterns Hamal wahrgenommen werden.

 

Neptun

Den Neptun kann man im Juli nahe der Grenze zum Sternbild Fische im Sternbild Wassermann finden. Am Monatsanfang geht er hier kurz vor Mitternacht auf. Am Monatsende erfolgt der Neptun-Aufgang bereits um 21:45.
Ab 1:00 kann man den 7,8m hellen Neptun ca. 25° über dem Südosthorizont wahrnehmen, seine Position liegt ca. 5,5° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii..

 

Zwergplanet Pluto

Pluto befindet sich im Sternbild Schütze. Der kleine Zwergplanet ist derzeit 14,3m hell und ist ca. fünf Milliarden Kilometer von uns entfernt.

Pluto geht im Juli ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang auf. Da er dabei sehr langsam aus dem Horizontdunst aufsteigt, ist Pluto erst ab Mitternacht bei mondlos dunklem Sternhimmel mit einem Fernrohr sehr großer Öffnung bei hoher Vergrößerung visuell wahrnehmbar. Er unterscheidet sich von seinen schwachen Umgebungssternen nur durch seine sehr langsame Eigenbewegung.   

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.