Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Im Juli zieht Merkur im Sternbild Zwillinge eine Schleife nach Westen. Da die Sonne zugleich in östliche Richtung zum Sternbild Krebs zieht, geht Merkur vor der Sonne auf und kann ab der Monatsmitte um 4:45 mit einem Fernglas niedrig ober dem Nordost-Horizont wahrgenommen werden

Venus

Venus zieht im Sternbild Stier in östliche Richtung. Sie geht ca. zwei Stunden vor der Sonne auf und präsentiert über dem Osthorizont sich als -4,5m hell strahlender Morgenstern .

Mars

Mars zieht im Juli auf seiner Bahn durch die Sternbilder Fische und Walfisch. Man kann ihn ab 2:00 mit dem Fernglas über dem Osthorizont sehen. Am Monatsanfang ist Mars 125 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und -0,5m hell. Bis zum Monatsende verringert sich dieser Abstand auf 97 Millionen Kilometer, und seine Helligkeit steigt auf -1,1m an. Der Winkeldurchmesser seines Planetenscheibchens beträgt dann 14,7 Bogensekunden. In Fernrohren ab 5 Zoll Öffnung kann man bei hoher Vergrößerung mit etwas Glück einige Details der Marsoberfläche erahnen.

 

 

Jupiter

Am 14. Juli erreicht Jupiter im Sternbild Schütze seine diesjährige Oppositionsstellung. Dann ist der Riesenplanet -2,8m hell, hat einen Winkeldurchmesser von 47,6 Bogensekunden und ist 613 Millionen Kilometer von uns entfernt. Jupiter ist im Juli während der ganzen Nacht sichtbar. Im Fernrohr kann man die Wolkenbänder Jupiters und seine vier großen Monde sehen. Da die Monde den Jupiter umkreisen, verändern sich ihre Positionen relativ zu Jupiter innerhalb weniger Stunden merklich. Mit etwas Glück kann man in Fernrohren großer Öffnung bei hoher Vergrößerung beobachten, wie die Schatten der Jupitermonde über die Wolkenbänder Jupiters ziehen.

Saturn

Am 20. Juli erreicht Saturn im Sternbild Schütze seine diesjährige Oppositionsstellung. Der Ringplanet ist dann 0,1m hell, hat einen Winkeldurchmesser von 18,7 Bogensekunden und ist 1,346 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Saturn ist im Juli während der ganzen Nacht sichtbar.
Im kleinen Fernrohr kann man den Ring um den Planeten  sowie den Saturnmond Titan sehen. In größeren Fernrohren kann man die Cassinische Teilung im Saturnring sehen, sowie zusätzlich die kleineren Saturnmonde Dione, Tethys, Rhea und Japetus.  

Uranus

Uranus wandert im Juli im Sternbild Widder sehr langsam in östliche Richtung. Der 5,7m helle Planet kann ab der Monatsmitte um Mitternacht  mit einem Fernglas wahrgenommen werden. Man findet ihn auf der Mitte der Linie zwischen den hellen Sternen Hamal und Menkar. Uranus ist ca. 3 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Im Fernrohr zeigt er sich als ein mattes olivgrünes Scheibchen von 3,6 Bogensekunden Durchmesser.

Neptun

Der 7,9m helle Neptun befindet sich im Sternbild Wassermann, ca. 3,5° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii. Der 4,43 Milliarden Kilometer ferne Planet kann im Juli ab Mitternacht mit einem lichtstarken Fernglas wahrgenommen werden. Im Fernrohr zeigt er sich als ein mattes fahlblaues Scheibchen von 2,2 Bogensekunden Durchmesser.

 

Zwergplanet Pluto

Pluto wird noch bis 2024 sehr langsam auf seiner Bahn durch das Sternbild Schütze wandern. Am 15. Juli durchläuft der 2300 km große Zwergplanet hier seine diesjährige Oppositionsstellung, einen Tag nach der Oppositionsstellung Jupiters. Die beiden Planeten stehen dann in einem Winkelabstand von 1,5° voneinander.
Pluto ist dann 14,3m hell und ca. 4,948 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Pluto leuchtet jedoch 17,1m schwächer als der acht Mal nähere und vom Durchmesser 62 Mal größere Gasplanet.

Von der Erde aus betrachtet leuchtet Jupiter ca. 6.9 Millionen Mal heller als Pluto.

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.