Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Der Merkur wandert im August vom Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Da die Sonne währenddessen aus dem Sternbild Krebs hinter Merkur her in das Sternbild Löwe zieht, befindet sich Merkur östlich der Sonne. Da er jedoch nur einen geringen Winkelabstand von der Sonne hat, geht Merkur bereits kurz nach der Sonne im Horizontdunst unter und ist dadurch nicht beobachtbar.

Venus

Die -3,9m helle Venus wandert im August vom Sternbild Zwillinge weit in das Sternbild Krebs. Sie geht ca. 2 Stunden vor der Sonne auf. Man kann Venus am Morgendämmerungshimmel gegen 5:00 über dem Osthorizont als hellen Morgenstern sehen.

Mars

Der Mars wandert im August aus dem Sternbild Widder parallel zur Ekliptik in das Sternbild Stier. Ab Mitternacht kann man ihn mit bloßem Auge ca. 20° über dem Osthorizont sehen.

Am Monatsanfang ist Mars 0,2m hell und ca. 170 Millionen km von der Erde entfernt. Sein Winkeldurchmesser beträgt dabei 8,2 Bogensekunden.

Am Monatsende ist Mars bereits -0,1m hell, da er dann nur noch 144 Millionen km von der Erde entfernt ist, und da sein Winkeldurchmesser dadurch auf 9,1 Bogensekunden angestiegen ist. Betrachtet man den Planeten mit einem Fernrohr bei 100-facher Vergrößerung, sieht man ihn darin als ein helles Scheibchen, und bei guten Beobachtungsbedingungen und einem Fernrohr großer Öffnung kann man mit etwas Glück  vielleicht auch einige Strukturen der Marsoberfläche erahnen.

 

 

 

Jupiter

Der -2,7m helle Jupiter wandert im August auf seiner Oppositionsschleife im Sternbild Walfisch sehr langsam nach Westen. Am Monatsanfang geht er gegen 23:15 auf, er ist dann noch 656 Millionen km von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt dabei 45 Bogensekunden. Am Monatsende erfolgt sein Aufgang bereits gegen 21:13. Dann ist Jupiter bereits -2,9m hell, und er ist nur noch 607 Millionen km von der Erde entfernt. Sein Winkeldurchmesser beträgt dann bereits 49 Bogensekunden.

Bei guten Beobachtungsbedingungen kann man bereits mit einem kleinen Fernrohr bei 30-facher Vergrößerung die äquatorialen Wolkenbänder in der Atmosphäre Jupiters sehen, und kann die vier hellen Jupitermonde Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto beobachten, während sie ihre gegenseitigen Positionen von Stunde zu Stunde verändern. Wenn man das Timing der Beobachtung entsprechend abstimmt und das Wetter dabei mitspielt, kann man mit größeren Fernrohren bei höheren Vergrößerungen erleben, wie die kleinen runden Schatten der Jupitermonde über den hellen Planeten wandern, oder wie ein Jupitermond in den Schatten Jupiters eintaucht und dann von dem Schatten verschluckt wird

 

 

Saturn

Man findet den Saturn im August ca.  45° westlich von Jupiter, im Ostteil des Sternbilds Steinbock. Hier wandert der Ringplanet auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife nach Westen und durchläuft hier am 14. August seine diesjährige Oppositionsstellung. Daher kann man Saturn im August grundsätzlich während der ganzen Nacht beobachten.
Am Monatsanfang geht Saturn bereits um 21:45 auf. Er ist dann noch 1,33 Milliarden km von der Erde entfernt, hat einen Winkeldurchmesser von 18,7 Bogensekunden und ist 0,3m hell. Am Monatsende geht Saturn bereits eine halbe Stunde vor dem Sonnenuntergang auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt noch 1,34 Milliarden km von der Erde entfernt.
Zwei Stunden nach dem Aufgang Saturns kann man mit einem kleinen Fernrohr bei einer Vergrößerung von 30-fach den Saturnring sowie den hellsten Saturnmond Titan sehen. Mit einem größeren Fernrohr kann man bei 100-facher Vergrößerung zusätzlich auch die kleineren Saturnmonde Rhea, Dione, Tethys, und Japetus wahrnehmen.

Uranus

Uranus befindet sich im Sternbild Widder. Er wandert hier sehr gemächlich parallel zur Ekliptik in östliche Richtung. Er geht am Monatsanfang um Mitternacht und am Monatsende bereits um 22:30 auf. Man kann den fernen Planeten gegen 1:30 über dem östlichen Horizont mit einem Fernglas aufspüren, ca. 20° oberhalb des Osthorizonts. Uranus ist 5.8m hell und ca. 2,97 Milliarden km von der Erde entfernt. Mit einem Fernrohr von 10 cm Öffnung kann man ihn bei 100-facher Vergrößerung als ein matt leuchtendes olivgrünes Scheibchen von 3,5 Bogensekunden Durchmesser wahrnehmen.

 

 

Neptun

Neptun wandert im August im Sternbild Fische auf seiner Oppositionsschleife nach Westen. Man kann den 7,8m hellen Planeten mit einem Fernglas ca. 20,6° südlich des 2,5m hellen Sterns Markab aufspüren. Markab ist der rechte untere Eckstern des Pegasusquadrats.
Am Monatsanfang geht Neptun um 22:45 auf. Er ist dann noch 4,37 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 2,3 Bogensekunden. Am Monatsende geht Neptun bereits um 20:50 auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt noch 4,36 Milliarden km von der Erde entfernt.
Man kann Neptun ab Mitternacht mit jedem Fernglas oder Fernrohr wahrnehmen. Details auf Neptuns Oberfläche lassen sich mit Amateurteleskopen jedoch nicht erkennen, da der Planet zu weit entfernt ist.

 

Zwergplanet Pluto

Der 14,3m helle Zwergplanet Pluto befindet sich in ca. 5,06 Milliarden km Entfernung im Sternbild Schütze. Bei seinem Meridiandurchgang beträgt sein Horizontabstand ca. 15°. Obwohl Pluto der größte Zwergplanet des Sonnensystems ist, ist er aufgrund seiner niedrigen Helligkeit und der zusätzlichen Extinktion durch Horizontdunst auch mit Amateurfernrohren sehr großer Öffnung nicht beobachtbar.

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.