Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Merkur zieht im September vom Sternbild Löwe hinter der Sonne her in das Sternbild Jungfrau.
In den ersten Septembertagen kann man den -0,8m hellen Planeten im Fernglas mit etwas Glück am Morgendämmerungshimmel über dem Osthorizont erspähen. Danach nimmt Merkurs Winkelabstand von der Sonne immer weiter ab, sodass er sich nun am Taghimmel befindet. Am 21. September überholt er die Sonne im Sternbild Jungfrau.

Venus

Venus zieht im September durch den östlichen Teil des Sternbilds Jungfrau. Hier kann man sie am Abenddämmerungshimmel tief über dem südwestlichen Horizont als -4,4m hellen Abendstern sehen.  

Mars

Mars zieht im September im Sternbild Steinbock in östliche Richtung. Er hat seine diesjährige Oppositionsschleife beendet. Er kann von den Abendstunden bis Mitternacht beobachtet werden. Sein Horizontabstand beträgt bei seinem Meridiandurchgang jedoch nur ca. 12°.

Am Monatsanfang ist Mars 67 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser erreicht 21 Bogensekunden und seine Helligkeit beträgt -2,1m.

Zum Monatsende beträgt die Entfernung von der Erde bereits 88,6 Millionen Kilometer, sein Winkeldurchmesser erreicht nur noch 15  Bogensekunden und seine Helligkeit sinkt auf -1,3m.

Bei guten Beobachtungsbedingungen kann man In einem Fernrohr ab fünf Zoll Öffnung bei hoher Vergrößerung Strukturen auf der Marsoberfläche wahrnehmen

Jupiter

Im September zieht Jupiter gemächlich im Sternbild Waage entlang seiner Bahn in östliche Richtung. Er kann hier in den ersten beiden Septemberwochen am Abenddämmerungshimmel bis ca. 21:00 beobachtet werden. Danach versinkt er zunehmend im Horizontdunst.

Am Monatsanfang ist der Riesenplanet 847 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, er hat einen Winkeldurchmesser von 34 Bogensekunden und ist -2,0m hell. Bis zum Monatsende wächst der Abstand des Riesenplaneten von der Erde auf 904 Millionen Kilometer an. Sein Durchmesser fällt zugleich auf 32 Bogensekunden ab, seine Helligkeit geht auf -1,8m zurück.

Bei guten Beobachtungsbedingungen kann man Im Fernrohr die Wolkenbänder der Jupiteratmosphäre beobachten und die Positionsverschiebungen der großen Jupitermonde um den Planeten verfolgen.

Saturn

Saturn beendet im September seine diesjährige Oppositionsschleife und wandert im Sternbild Schütze extrem langsam parallel zur Ekliptik in östliche Richtung. Er kann hier von der Abenddämmerung bis ca. 23:00 gesehen werden.

Am Monatsanfang ist Saturn 0,4m hell und 1,44 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt 17,5 Bogensekunden. Am Monatsende ist Saturn noch 0,5m hell und 1,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt 16,5  Bogensekunden.

Wenn die Nachtluft klar und ruhig ist, kann man Im Fernrohr ab vier Zoll bei hoher Vergrößerung den Saturn mit seinem Ring und seinen hellen Monden noch sehr schön beobachten.

 

Uranus

Uranus ist nun in seine diesjährige Oppositionsschleife eingetreten. Er wandert hierbei im September parallel zur Ekliptik im Sternbild Widder sehr gemächlich in westliche Richtung. Man findet den 5,8m hellen Planeten ca. 12° südlich des 2,0 m hellen Sterns Hamal.

Der 2,97 Milliarden Kilometer ferne Planet kann ab 23:00 mit dem Fernglas über dem Osthorizont wahrgenommen werden. Im Fernrohr erscheint Uranus bei hoher Vergrößerung als olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser.

Unter einem sternklaren mondlosen Landhimmel kann man Uranus auch mit dem bloßen Auge wahrnehmen.

Neptun

Neptun befindet sich im Sternbild Wassermann, und zwar ca. 3,3° östlich des 3,7m hellen Sterns Lambda Aquarii. Der 7,9m helle Planet wandert hier sehr sehr langsam durch seine diesjährige Oppositionsschleife in westliche Richtung. Am 7. September erreicht Neptun schließlich seine Oppositionsstellung: Neptun ist dann nur noch 4,33 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Er kann im September während der ganzen Nacht bis zum Beginn der Morgendämmerung mit einem Fernglas oder Fernrohr gesehen werden. Im Fernrohr ab 4 Zoll Durchmesser kann man ihn bei hoher Vergrößerung als ein mattblaues Scheibchen von 2,3 Bogensekunden Durchmesser wahrnehmen.

Zwergplanet Pluto

Pluto befindet sich bis 2024 im Sternbild Schütze. Im September geht er hier um Mitternacht unter. Wegen seines geringen Horizontabstands kann der 14,3m helle Zwergplanet bis 22:00 jedoch nur bei sehr transparenter Luft in Fernrohren sehr großer Öffnung mit viel Glück wahrgenommen werden.
Hat man ein solches Fernrohr zur Verfügung, hat man die Chance, den 5,3 Milliarden km entfernten Zwergplaneten ca. 2,5° südöstlich des 2,9m hellen Sterns Pi Sagittarii aufzufinden. Der Zwerplanet Pluto leuchtet allerdings ca. 33000 Mal schwächer als dieser Stern.

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.