Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Der flinke Planet wandert in der ersten Septemberwoche zunächst rückläufig durch das Sternbild Löwe in nordwestliche Richtung. Anschließend zieht er wieder in östliche Richtung langsam auf das Sternbild Jungfrau zu. Er wird dabei so hell, dass er um die Monatsmitte gegen 6:00 niedrig über dem Osthorizont am Morgendämmerungshimmel mit einem Fernglas gesehen werden kann. Am 10. September sieht man ihn um diese Zeit nahe dem Regulus. Am 16. September passiert Merkur den Mars im Abstand von 4 Bogenminuten.

Venus

Venus zieht im Laufe des Monats westlich der Sonne vom Sternbild Krebs durch das Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Sie ist im September vor Beginn der Morgendämmerung -3,4m hell als strahlender Morgenstern über dem östlichen Horizont zu sehen. Am Monatsende ist sie 216 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Mars

Mars wandert im September durch das Sternbild Löwe. Der 1,8m helle Planet kann hier mit etwas Glück mit dem Fernglas ca. 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang über dem östliche Horizont nahe bei Venus gesehen werden. Mars ist am Monatsende noch 381 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Jupiter

Der -1,8m helle Riesenplanet zieht im September im Sternbild Jungfrau sehr langsam parallel zur Ekliptik in östliche Richtung. Während der ersten Septemberwoche kann man ihn mit etwas Glück nach Sonnenuntergang niedrig über dem Westhorizont am Abenddämmerungshimmel entdecken.
Im Verlauf des Septembers zieht die Sonne vom Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Dadurch nimmt Jupiters Winkelabstand von der Sonne so weit ab, dass der große Planet nach dem Sonnenuntergang am hellen Abendhimmel nicht mehr sichtbar ist.

Saturn

Saturn kann im September bis ca. 22:00 über dem Südwesthorizont gesehen werden. Der 0,3m helle ockerfarbene Planet wandert im Sternbild Schlangenträger parallel zur Ekliptik in östliche Richtung.
Am Monatsende ist Saturn 1,54 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt dann 17,0 Bogensekunden, seine Helligkeit erreicht nur noch 0,5m.
Im Fernrohr kann man mit etwas Glück bei guter Luftruhe und klarer Nacht  trotz des geringen Horizontabstandes des Planeten sowohl den Saturnring als auch die hellen Monde Saturns wahrnehmen.

Uranus

Der 5,8m helle Uranus zieht im Ostteil des Sternbilds Fische sehr langsam parallel zur Ekliptik in westliche Richtung.
Uranus geht am Monatsanfang gegen 21:30 auf und kann ab Mitternacht mit dem Fernglas oder Fernrohr über dem östlichen Horizont aufgefunden werden. Man findet ihn ca. 1° nördlich des 4,3m hellen Sterns Omikron Piscium. Am Monatsende ist Uranus 2,84 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Sein Winkeldurchmesser beträgt nun 3,7 Bogensekunden.

Neptun

Der 7,8m helle Neptun zieht im September im Sternbild Wassermann sehr langsam durch seine diesjährige Oppositionsschleife in westliche Richtung. Er erreicht hier am 5. September seine diesjährige Oppositionsstellung und kann ab 22:00 bis zur Morgendämmerung mit dem Fernglas oder Fernrohr gesehen werden. Man findet Neptun ca. 1° südöstlich des 3,7m hellen Sterns Lambda Aquarii. Am Monatsende ist Neptun 4,329 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Der Winkeldurchmesser des fernen Planeten beträgt nun 2,37 Bogensekunden.

Zwergplanet Pluto

Der Zwergplanet Pluto befindet sich im Sternbild Schütze. Da Pluto nur 14,3m hell ist, kann er im September von Mitteleuropa aus wegen der horizontnahen Stellung des Sternbilds nicht erfolgreich beobachtet werden.

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf vier Kontinenten hat er bislang sechs Totale Sonnenfinsternisse erlebt. 

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