Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Der Merkur wandert im November aus dem Sternbild Jungfrau in östliche Richtung durch die Sternbilder Waage und Skorpion weit in das Sternbild Schlangenträger. Da die Sonne währenddessen ebenfalls vom Sternbild Waage in das Sternbild Skorpion und in das Sternbild Schlangenträger wandert, befindet sich Merkur in diesem Monat nahe zur Sonne am Taghimmel und kann nicht beobachtet werden.

Venus

Die Venus wandert im November aus dem Sternbild Waage durch das Sternbild Skorpion weit in das Sternbild Schlangenträger. Da die Sonne währenddessen ebenfalls vom Sternbild Waage in das Sternbild Skorpion und in das Sternbild Schlangenträger wandert, befindet sich Venus in diesem Monat nahe der Sonne am Taghimmel und kann nicht beobachtet werden.

Mars

Der Mars wandert im November im Sternbild Stier rückläufig durch seine diesjährige Oppositionsschleife.
Am Monatsanfang ist Mars -1,2m hell und ca. 93 Millionen km von der Erde entfernt. Sein Winkeldurchmesser beträgt dann 15 Bogensekunden. Er kann ab 20:00 beobachtet werden.
Am Monatsende ist Mars bereits -1,8m hell, denn er ist dann nur noch 81 Millionen km von der Erde entfernt, und sein Winkeldurchmesser ist dadurch auf 17 Bogensekunden angestiegen.
Betrachtet man den Planeten mit einem Fernrohr ab 10 cm Objektivdurchmesser bei 100-facher Vergrößerung, sieht man ihn darin als ein helles Scheibchen. Bei guter Luftruhe kann man darauf mehrere charakteristische Strukturen der Marsoberfläche wahrnehmen, z. B. die südliche Polkappe, das Hellas-Becken, oder die Große Syrte.

 

 

 

Jupiter

Der -2,8m helle Jupiter beendet im November seine Oppositionsschleife im Sternbild Fische und zieht danach parallel zur Ekliptik wieder sehr gemächlich in östliche Richtung. Am Monatsanfang kann er von 18:00 bis nach Mitternacht beobachtet werden, er ist dann noch 618 Millionen km von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt 48 Bogensekunden.
Am Monatsende kann er von 18:00 bis 0:00 beobachtet werden, er ist dann noch 676 Millionen km von der Erde entfernt, und sein Winkeldurchmesser beträgt nur noch 43 Bogensekunden.
Bei günstigen Beobachtungsbedingungen kann man die beiden äquatorialen Wolkenbänder in der Atmosphäre Jupiters bereits mit einem kleinen Fernrohr bei 30-facher Vergrößerung sehen. Außerdem kann man damit die vier hellen Jupitermonde beobachten, die den Planeten umkreisen. Da die Jupitermonde sich mit hohen Geschwindigkeiten um Jupiter bewegen, verändern sie ihre relativen Positionen zueinander wahrnehmbar, wenn man sie lange genug beobachtet.
Beobachtet man den Jupiter zum richtigen Zeitpunkt mit größeren Fernrohren bei höheren Vergrößerungen, kann man wahrnehmen, wie die kleinen runden Schatten der Jupitermonde gant langsam über die helle Jupiteroberfläche  wandern, oder wie ein Jupitermond innerhalb weniger Minuten in den Schatten Jupiters eintaucht und darin verschwindet.

Saturn

Den 0,5m hellen Saturn sieht man im Ostteil des Sternbilds Steinbock. Hier ist er im November von 18:00 bis 22:00 beobachtbar.
Am Monatsanfang ist Saturn noch 1,44 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 17 Bogensekunden.
Am Monatsende ist Saturn schon 1,51 Milliarden km von der Erde entfernt, und man kann ihn nur noch von 18:00 bis 21:00 beobachten.

Bereits mit einem kleinen Fernrohr kann man bei einer Vergrößerung ab 30-fach den Saturn, umgeben von seinem Saturnring und daneben auch den hellsten Saturnmond Titan sehen. Wenn die Nachtluft ruhig ist,  kann man mit einem größeren Fernrohr bei ca. 100-facher Vergrößerung sehen, wie der Saturn einen Schatten auf seinen Ring wirft, und zusätzlich auch die kleineren Saturnmonde Rhea, Dione, Tethys und Japetus wahrnehmen. Eventuell kann man dann auch die Cassinische Teilung im Saturnring erahnen.

 

Uranus

Uranus befindet sich im November im Sternbild Widder. Hier wandert er sehr gemächlich parallel zur Ekliptik in westliche Richtung. Er geht am Monatsanfang um 17:20 auf und kann während der ganzen Nacht beobachtet werden, da er am 8. November seine diesjährige Oppositionsstellung durchläuft. Uranus ist 5.6m hell und ca. 2,7 Milliarden km von der Erde entfernt. Man kann ihn mit jedem Fernglas als einen mattgrünen Stern sehen, wenn man weiß, wo er zu finden ist.

Mit einem Fernrohr von 10 cm Öffnung kann man ihn bei 100-facher Vergrößerung als ein sehr matt leuchtendes olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser wahrnehmen.

 

 

 

Neptun

Neptun zieht im November auf seiner Oppositionsschleife im Sternbild Wassermann parallel zur Ekliptik in westliche Richtung. Steht man unter einem sternklaren dunklen Landhimmel, kann man den 7,8m hellen Planeten mit jedem Fernglas ca. 4° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii wahrnehmen.

Am Monatsanfang geht Neptun um 15:39 auf. Er ist dann noch 4,4 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 2,3 Bogensekunden. Am Monatsende geht Neptun bereits um 13:45 auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt bereits 4,43 Milliarden km von der Erde entfernt.
Neptun kann von 19:00 bis 23:00 mit einem Fernglas wahrgenommen bzw. mit einem Fernrohr beobachtet werden. Man kann auf dem 2,3 Bogensekunden mattbläulich erscheinenden Planetenscheibchen Neptuns auch mit großen Amateurfernrohren bei hoher Vergrößerung keine Details wahrnehmen, weil der Planet hierfür zu weit entfernt ist. Dadurch beleuchtet die Sonne den fernen Neptun nur sehr schwach.

Zwergplanet Pluto

Der 14,4m helle Zwergplanet Pluto befindet sich im Sternbild Schütze. Er ist im November ca. 5,2 Milliarden km von der Erde entfernt. Plutos Horizontabstand beträgt im November bei seinem Meridiandurchgang nur 15°.

Man kann Pluto auch mit Fernrohren sehr großer Öffnung nicht beobachten, weil die Sonne ihn aufgrund seiner großen Entfernung nur sehr schwach beleuchtet, und weil er sich im Sternbild Schütze befindet, wo das von Pluto kommende Licht durch die atmosphärischen Extinktion zusätzlich geschwächt wird.

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.