Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Merkur wandert im Juni aus dem Sternbild Stier durch das Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs. Seine Helligkeit sinkt dabei von -1,1m auf 0,7m ab. Merkur kann während des ganzen Monats gegen 22:00 über dem westlichen Horizont gesehen werden. Am 18. Juni passiert der -0,2m helle Merkur im Sternbild Zwillinge den 1,8m hellen Mars im nördlichen Abstand von 13 Bogenminuten.

Venus

Die -3,9m helle Venus zieht im Juni aus dem Sternbild Widder weit in das Sternbild Stier. Man kann sie mit dem Fernglas am hellen Morgendämmerungshimmel vor Sonnenaufgang sehr niedrig über dem Osthorizont wahrnehmen.

Mars

Mars wandert im Juni aus Sicht der Erde parallel zur Ekliptik aus dem Sternbild Zwillinge vor  der Sonne her in das Sternbild Krebs. Der 1,8m helle Planet kann hier am Abenddämmerungshimmel bis ca. 22:00 im Fernglas gesehen werden.

Am Monatsanfang ist Mars 363 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, sein Winkeldurchmesser beträgt nur 4,2 Bogensekunden, Bis zum Monatsende wächst sein Erdabstand auf 374 Millionen Kilometer an.

Jupiter

Jupiter geht im Juni schon während der Abenddämmerung auf und kann ab 23:00 über dem Südosthorizont gesehen werden. Er zieht im Sternbild Schlangenträger durch seine diesjährige Oppositionsschleife sehr langsam in westliche Richtung und erreicht hier am 9. Juni seine diesjährige Oppositionsstellung. Jupiter ist dann 641 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er hat dann einen Winkeldurchmesser von ca. 46 Bogensekunden und überquert den Meridian um 1:35 in einem Horizontabstand von ca. 17°.

Bereits im Fernglas lassen sich die dunklen Wolkenbänder Jupiters sowie die vier hellen Monde Jupiters wahrnehmen. Im Fernrohr kann man bei höherer Vergrößerung Strukturen in den Wolkenbändern Jupiters sehen und kann die allmählichen Positionsverschiebungen der großen Jupitermonde bei ihrem Lauf um den Riesenplaneten beobachten.

Saturn

Saturn befindet sich im Sternbild Schütze. Er ist in seine diesjährige Oppositionsschleife eingetreten und zieht hier nun sehr langsam parallel zur Ekliptik in westliche Richtung. Am Monatsende ist Saturn 0,3m hell und kann mit dem Fernglas und Fernrohr ab Mitternacht: gesehen werden. Am Monatsende ist Saturn ca. 1,346 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Sein Winkeldurchmesser beträgt 17,9 Bogensekunden.
Im kleinen Fernglas kann man den breiten Ring erahnen, der den Planeten Saturn umgibt. Mit etwas Glück ist mit so einem Fernglas auch der Saturnmond Titan wahrnehmbar. In einem kleinen Fernrohr ab 50 mm Öffnung bei 20facher Vergrößerung sieht man den Saturnring deutlich. Im Fernrohr ab 8 cm Durchmesser kann man bei 100facher Vergrößerung außer dem Titan auch die kleineren Saturnmonde Thetis, Dione, Rhea und Japetus wahrnehmen, sowie die Cassinische Teilung im Saturnring.

Uranus

Uranus befindet sich im Mai westlich der Sonne am Taghimmel im Sternbild Widder am Taghimmel und kann noch nicht beobachtet werden.

Neptun

Neptun befindet sich im Juni im Sternbild Wassermann und kann hier in der zweiten Monatshälfte ab 4:00 mit einem Fernglas niedrig über dem Ostsüdosthorizont am Morgendämmerungshimmel wahrgenommen werden. Am Monatsende ist Neptun 7,9m hell und 4,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Zwergplanet Pluto

Pluto befindet sich noch bis 2024 im Sternbild Schütze. Derzeit ist der Zwergplanet nur 14,2m hell und ca. 4,94 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Pluto befindet sich am Himmel ca. 3ˆöstlich von Saturn, er leuchtet jedoch 13,9m schwächer als der Ringplanet. Von der Erde aus betrachtet erscheint Saturn ca. 360000 Mal heller als Pluto.

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.