Der aktuelle Planetenlauf im Überblick

Merkur

Im Oktober zieht Merkur vom Sternbild Jungfrau in östliche Richtung in das Sternbild Waage, richtet seinen Kurs dann wieder nach Westen und kehrt in einem spitzen Bogen wieder in das Sternbild Jungfrau zurück. Am 26. Oktober passiert er hier die Sonne im Winkelabstand von 1°. An diesem Tag passiert er die Sonne. Am Monatsende kann man ihn 1,9m hell mit Glück um 6:30 mit einem Fernglas ca. 4° östlich des 1m hellen Sterns Spica wahrnehmen.

Venus

Venus zieht im Oktober aus dem Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Sie geht ca. 3 Stunden vor der Sonne auf und präsentiert sich danach bis weit in die Morgendämmerung als -4,0 m heller Morgenstern.

Mars

Mars wandert im Oktober im Sternbild Fische auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife in westliche Richtung. Den -2,6m hellen rötlichen Planeten kann man am Monatsanfang schon in der Abenddämmerung mit dem bloßen Auge über dem Osthorizont sehen. Mars bleibt während der ganzen Nacht sichtbar. Er ist nun nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel. Er ist am Monatsanfang 65,2 Millionen Kilometer entfernt, der Winkeldurchmesser seines Planetenscheibchens beträgt 23 Bogensekunden. Am 14. Oktober erreicht der Mars seine Oppositionsstellung, dabei ist er 62,9 Millionen Kilometer von uns entfernt und -2,6m hell. Bei guter Luftruhe kann man in Fernrohren mit langer Brennweite und einem Objektivdurchmesser ab 10 cm in der zweiten Nachthälfte bei Vergrößerungen >120fach viele Details auf der Marsoberfläche wahrnehmen.

 

 

Jupiter

Jupiter zieht im Oktober im Sternbild Schütze langsam parallel zur Ekliptik in östliche Richtung. Am Monatsanfang ist er -2,4m hell und 725 Millionen Kilometer von uns entfernt. Am Monatsende ist er nur noch -2,2m hell und bereits 796 Millionen Kilometer von uns entfernt. In den ersten Stunden nach der Abenddämmerung ist er mit bloßem Auge hell sichtbar, er bleibt aber sehr niedrig über dem Südhorizont und ist dort nicht gut beobachtbar. Nach 20:30 versinkt er allmählich im Horizontdunst.

Saturn

Saturn zieht im Oktober im Sternbild Schütze östlich des Jupiters parallel zur Ekliptik in östliche Richtung, jedoch viel langsamer als Jupiter. Saturns Abstand vom Südhorizont erreicht maximal 16°, in dieser Stellung kann man Saturn mit einem Fernrohr nicht mehr sinnvoll beobachten. Am Monatsanfang ist Saturn noch 0,5 m hell und 1,44 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Am Monatsende ist Saturn noch 0,6m hell und 1,52 Milliarden Kilometer von uns entfernt. In den ersten Stunden nach der Abenddämmerung kann man den Ringplaneten mit bloßem Auge noch gut sehen, ab 21:00 verschluckt ihn jedoch allmählich der Horizontdunst.

Uranus

Uranus wandert im Oktober im Sternbild Widder in seiner diesjährigen Oppositionsschleife nach Westen. Der 5,7m helle Planet kann hier während der ganzen Nacht mit einem Fernglas gut wahrgenommen werden. Er erreicht einen Horizontabstand von 52°. Man findet ihn auf der Mitte der Linie zwischen den hellen Sternen Hamal und Menkar. Uranus ist ca. 2,9 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Am 31. Oktober erreicht der ferne Planet seine diesjährige Oppositionsstellung. Im Fernrohr zeigt er sich als ein mattes olivgrünes Scheibchen von 3,7 Bogensekunden Durchmesser.

Neptun

Der 7,8m helle Neptun ist im Oktober im Sternbild Wassermann zu finden. Er steht ca. 1,2° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii. Der ferne Eisplanet kann dort vom Ende der Abenddämmerung bis Mitternacht in einem lichtstarken Fernglas als ein blasses Sternchen wahrgenommen werden. Neptun erreicht während der Nacht einen Abstand von 34° zum südlichen Horizont und kann dort gut beobachtet werden. So kann man ihn in Fernrohren ab 10 cm Öffnung bei 10facher Vergrößerung als ein sehr mattes fahlblaues Scheibchen von 2,3 Bogensekunden Durchmesser wahrnehmen. Er ist 4,38 Milliarden Kilometer von uns entfernt.

 

Zwergplanet Pluto

Pluto wird noch bis 2024 sehr langsam auf seiner Bahn um die Sonne durch das Sternbild Schütze wandern. Pluto ist im Oktober 14,3m hell. Er hat einen Durchmesser von 2300 km und ist ca. 5,06 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Aus dieser Entfernung hat Pluto denselben Winkeldurchmesser wie ein 2,3 mm großer Stecknadelkopf in einer Entfernung von 5,06 Kilometern.

 

Text: Günther Bendt, www.astronomie.de

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.