Der Sternenhimmel im Januar

In Mitteleuropa bleiben die Januarnächte elf Stunden lang astronomisch dunkel. Somit kann man im Verlauf einer Januarnacht nacheinander Sternbilder des Sommernachthimmels, des Herbstnachthimmels, des Winternachthimmels und des Frühlingsnachhimmels sehen, sofern man zur jeweils passenden Zeit in den Nachthimmel schaut. Da in Mitteleuropa die Sonne im Januar um Mitternacht bis zu 57° unter den Horizont sinkt, befinden sich alle auf erdnahen Umlaufbahnen kreisenden Satelliten im Erdschatten und können weder Himmelsfotografen noch Astrofotografen stören.
Das Januarwetter ist unbeständig, doch mittels leistungsfähiger Wetter-Apps (z. B. clearoutside.com, kachelmannwetter.com, meteoblue.com, …) kann man sich über das am Beobachtungsort zu erwartende Wetter vorab sehr gut informieren. Wenn man seine Ausrüstung griffbereit vorbereitet hat, kann man die Phasen mit sternklarem Himmel nutzen, sobald sie auftreten.

Damit man im Freien möglichst lange entspannt beobachten kann, muss man sich warm anziehen. Erfahrungsgemäß bewahren viele Schichten aus dünnerer Kleidung die Körperwärme oft wirksamer als wenige Schichten dicker Kleidung. Eine Pilotenmütze mit Ohrenklappen schützt die Ohren vor kaltem Wind, trägt man dazu Strickhandschuhe in Fäustlingen, verhindert man, dass die Kälte in die Finger beißt, und doppelte Socken in den Winterstiefeln halten die Zehen länger warm.
Wenn möglich, sollte man am Beobachtungsplatz für bequeme Sitzgelegenheiten sorgen, und dort einen kleinen Tisch aufstellen, auf dem man sein Zubehör so ablegen kann, dass man im Dunkeln nicht danach suchen muss. Eine große Thermoskanne voll Heißgetränk und große Becher helfen beim Aufwärmen zwischendurch.  
Der Beobachtungsplatz sollte windgeschützt sein, und er muss einen festen und ebenen Untergrund bieten, damit die Beobachtungsgeräte dort einen sicheren Stand haben, und man zudem im Dunkeln nicht ins Stolpern kommt. Er sollte möglichst weit von künstlichen Lichtquellen entfernt liegen, welche die Dunkeladaption stören, und er sollte abgelegen sein, dass man dort ungestört beobachten kann. Andererseits sollte der Beobachtungsplatz möglichst mit dem Auto erreichbar sein, sodass man seine Ausrüstung dorthin bringen und sie wieder kurzfristig im Auto verstauen kann, sobald eine Wetterverschlechterung droht.

Man sollte seine Himmelsbeobachtungen möglichst gemeinsam mit anderen interessierten Beobachtern durchführen, denn an einem kalten abgelegenen Ort alleine im Dunkeln zu stehen, macht auf Dauer wenig Freude. Sind mehrere Beobachter vor Ort, kann man gemeinsam unterschiedliche Beobachtungsgeräte aufstellen, kann damit mehr Beobachtungen machen, kann mehr Beobachtungserfahrung sammeln und kann sich darüber mit den Mitbeobachtern austauschen.
Man muss sich mit seiner Ausrüstung so gut auskennen, dass man sie im Dunkeln sicher aufbauen, sie zuverlässig bedienen und sie danach ohne Beschädigung wieder sicher abbauen kann. Bevor man mit der Beobachtung beginnt, müssen die Geräte genug Zeit zum Auskühlen haben. Das Auskühlen dauert bei großen Geräten länger als bei kleinen Geräten. Sind die Geräte ausgekühlt, muss man ihre Kollimation prüfen und diese gegebenenfalls korrigieren, denn nur bei guter Kollimation können Fernrohre ihre optimale Abbildungsleistung erbringen.
Schließlich sollte man alle Stativschrauben und Klemmen noch einmal festziehen, bevor man mit dem Beobachten los legt. 
Steht man voll Vorfreude mit seinem einsatzbereiten Fernrohr oder Fernglas bei guten Beobachtungsbedingungen endlich an einem guten Beobachtungsplatz, ist das ein wundervoller Moment. Damit daraus ein schönes Beobachtungserlebnis entstehen kann, sollte man sich jedoch vorher klar machen, wieviel Zeit man zur Verfügung haben wird, welche Objekte man in dieser Zeitspanne beobachten möchte, wo diese Objekte am Himmel liegen, und wie man die betreffenden Objekte dort zuverlässig finden kann.

Am 2. Januar ist Neumond, und am 18. Januar ist Vollmond. Die erste sowie die letzte Januarwoche können einen mondlosen Nachthimmel für die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten bieten.

Am 3. Januar hat der Sternschnuppenstrom der Quadrantiden sein Maximum. Dann kann man pro Stunde mit bis zu 120 Sternschnuppen rechnen. Der Radiant der Quadrantiden liegt zwischen dem Sternbildern Bärenhüter, Drache, Herkules und Großer Bär. In der Zeitspanne vom 1. – 5. Januar kann man nach der Abenddämmerung einzelne Sternschnuppen aus diesem Strom von Norden kommend über den Himmel flitzen sehen. Quadrantiden sind 41 km/s schnell, sie stammen vom Asteroiden 2003 EH1, der ein Bruchstück eines ausgegasten Kometenkerns ist.

In der ersten Januarhälfte kann man mit Glück Merkur und Saturn tief im Westen am Abenddämmerungshimmel entdecken. Jupiter ist noch bis 18:00 beobachtbar. Bis ca. 20:00 ist im Fernrohr der Planet Neptun sichtbar. Den Uranus kann man bis Mitternacht beobachten. Den Mars kann man erst am Morgendämmerungshimmel sehen. Venus ist am Monatsanfang nach Sonnenuntergang kurz am Abendhimmel sichtbar, am Monatsende sieht man sie vor Sonnenaufgang als Morgenstern

 

 

 

 

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