Der Sternenhimmel im November

Die Sonne geht am 1. November gegen 17:00 unter. Am 2. November geht sie gegen 7:30 wieder auf. Die erste Novembernacht ist von 19:00 bis 5:30 astronomisch dunkel, das sind 10,5 Stunden.
Am 30. November geht die Sonne bereits um 16:30 unter, am 1. Dezember geht sie gegen 8:10 auf. In der letzten Novembernacht dauert die astronomisch dunkle Nacht fast 12 Stunden, sie beginnt um 18:30 und endet um 6:10.

Im November kann man am Abendhimmel noch Sternbilder des Sommer- und Herbsthimmels sehen. Um Mitternacht lassen sich Herbst- und Wintersternbilder beobachten. In der zweiten Nachthälfte sind bis zum Beginn der Morgendämmerung Sternbilder des Winter- und Frühlingshimmels sichtbar. Die Novembernacht ist so lang, dass man in ihrem Verlauf nacheinander Himmelsobjekte des Sommersternhimmels, des Herbststernhimmels, des Wintersternhimmels und des Frühlingssternhimmels beobachten könnte. Wie lange man beobachtet kann, hängt primär vom Wetter ab, und dann von den eigenen Möglichkeiten.

Wenn man unter einem aufgehellten Stadthimmel beobachtet, kann man mit bloßem Auge ca. 400 Sterne wahrnehmen. Beobachtet man in einer mondlos sternklaren Nacht unter einem dunklen Landhimmel, kann man mit bloßem Auge bis zu 3000 Sterne sehen. Die Qualität der Beobachtung sowie die Wahrnehmbarkeit vieler Himmelsobjekte hängen wesentlich vom Beobachtungsplatz ab.
Ein guter Beobachtungsplatz sollte ruhig und abgelegen liegen, damit man ungestört beobachten kann. Er sollte einen möglichst weit von Ortschaften, Straßenlaternen und Verkehrswegen haben, sollte andererseits aber auch mit dem Auto erreichbar sein, damit man seine Geräte dorthin transportieren kann. Der Untergrund muss tragfähig und eben sein, sodass die Geräte sicher stehen und man im Dunkeln nicht ins Stolpern kommt. Der Platz sollte eine gute Rundumsicht bieten und so hoch liegen, dass kein Bodennebel ihn erreichen kann.
Heutzutage bieten Wetter-Apps uns Amateurastronomen ziemlich verlässliche Informationen über das aktuelle Wetter am Beobachtungsplatz und die voraussichtlichen Beobachtungsbedingungen. Dadurch kann man seine nächtlichen Beobachtungen viel besser planen und erfolgreicher durchführen als noch vor einigen Jahren.
Zum Beobachten muss sich so warm anziehen, dass die Kälte während der Beobachtungen nicht durch die Kleidung dringen wird. Wenn die Kälte in die Zehen kriecht, verliert auch der herrlichste Sternenhimmel schnell seinen Reiz. Falls kalter Wind droht, braucht man einen windgeschützten Beobachtungsplatz.

Mit dem bloßen Auge hat man am Nachthimmel den besten Überblick. Mit einem handlichen Fernglas kann man Sternfelder der Sternbilder betrachten. Mit kleinen Fernrohren kürzerer Brennweite kann man sich bei niedriger Vergrößerung viele Sternhaufen und hellere Deep-Sky-Objekte und ihr Umfeld ansehen. Lichtstarke Fernrohre größerer Öffnung sind ideal für die Beobachtung von Galaxien und Kugelsternhaufen. Mit Fernrohren langer Brennweite können Details auf Planeten und dem Mond wahrgenommen werden, und man kann damit enge Mehrfachsternsysteme in ihre Komponenten aufgetrennt sehen. Große Fernrohre können viel mehr Leistung bieten als kleinere Geräte, sie sind jedoch schwerer und sperriger. Der Transport, der Aufbau und der spätere Abbau bringen einen bei großen Geräten leicht ins Schwitzen, zudem fordern große Geräte eine längere Auskühlzeit.
Im Idealfall sollte man seine Beobachtungsgeräte bei Sonnenuntergang aufbauen, sodass man noch etwas Tageslicht zur Verfügung hat. Anschließend können die Geräte während der Abenddämmerung auskühlen. Sind die Geräte ausgekühlt, kann man die Teleskope in Ruhe justieren, ihre Kollimation überprüfen und sie bei Bedarf korrigieren. Danach werden diese Geräte ihre beste Leistung zeigen können.
Bevor man mit dem Beobachten beginnt, sollte man prüfen, ob an den Stativbeinen alle Schrauben und Klemmen fest angezogen sind. So kann man vermeiden, dass die Geräte später in der dunklen Nacht unerwartet umfallen.
Ein sternklarer Nachthimmel ist ein wunderbarer Anblick. Wenn man dort jedoch ein bestimmtes Himmelsobjekt beobachten möchte, muss man vorher wissen, wie man es am Himmel sicher findet. Durch eine gute Vorbereitung kann man sich manche frustrierende Suche ersparen.

Fall man längere Zeit beobachten möchte, sollte man für eine bequeme Sitzgelegenheit sorgen, damit man sich auch einmal hinsetzen kann. Man sollte auch ein Klapptisch aufstellen, auf dem man Zubehör sicher ablegen kann, sowie eine Thermoskanne mit einem Heißgetränk und Isolierbechern sowie eine Dose mit Keksen stellen kann. So kann man in der kalten und dunklen Novembernacht länger durchhalten und entspannter beobachten.
In der kalten Novembernacht ist die Luftfeuchtigkeit meist hoch. Dadurch können sich auf den Geräten winzige Tautropfen bilden. Wenn diese Tautropfen auf den optischen Flächen auftreten, kann man mit den Geräten nicht mehr beobachten. Mit langen Taukappen kann man Refraktor-Objektive und Korrektorplatten von Schmidt-Cassegrain und Maksutov-Teleskopen vor Taubildung schützen. Kurze Taukappen können die Taubildung auf dem Objektiv hinauszögern, bei starker Taubildung braucht man dann eine Taukappenheizung. Wenn Fangspiegel von Newton-Teleskopen zu Taubeschlag neigen, kann man sie mit einer kleinen Fangspiegelheizung davor schützen.

Während man am Fernrohr beobachtet, muss man vermeiden, auf das kalte Okular zu hauchen, weil dadurch die Okularlinse beschlagen kann. Diese Taubildung kann man vermeiden, indem man das Okular vorher warm hält, z. B. mit einem Wärme-Pad in der Jackentasche, einer elektrischen Heizung mit USB-Anschluss, oder mittels einer kleinen Plastikflasche voll heißem Wasser, die man in den Okularkoffer packt.

Am 4. November ist Neumond. Am 19. November ist Vollmond im Sternbild Stier, dabei kommt es beim Untergang des Mondes zu einer Halbschatten-Mondfinsternis.
In den ersten Nachtstunden lassen sich Jupiter und Saturn beobachten. Bis Mitternacht kann man mit Fernglas oder Fernrohr den Neptun entdecken. Im Fernglas oder Fernrohr kann man Uranus bis zum Beginn der Morgendämmerung sehen. Kurz vor Sonnenaufgang kann man mit etwas Glück im Fernglas über dem Südosthorizont Mars und Merkur am Morgendämmerungshimmel wahrnehmen.
Der Sternschnuppenstrom der Leoniden erreicht in der Nacht vom 17. November zum 18. November gegen 3:00 MEZ sein diesjähriges Maximum. Von Mitteleuropa aus geht der Radiant dieses Sternschnuppenstroms gegen 2:00 auf. Diese Meteore sind sehr schnell und ziehen in 2 Sekunden über den Himmel, manchmal als Flammenzungen, lautlos. Hat man das einmal gesehen, vergisst man das nie wieder.

 

 

 

 

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