Der Sternenhimmel im Oktober

Am 1. Oktober geht die Sonne gegen 19:00 unter. Der Sonnenaufgang am 2. Oktober findet gegen 7:35 statt. Am Monatsende geht die Sonne wegen der Umstellung auf die Winterzeit bereits gegen 17:00 unter und geht am folgenden Morgen gegen 7:20 wieder auf. In der letzten Oktobernacht ist es bereits mehr als 10,5 Stunden lang astronomisch dunkel.

 

Die langen Oktobernächte bieten viele Möglichkeiten für ausgiebige Himmelsbeobachtungen. Man sollte sich vorher jedoch überlegen, welche Objekte man sich ansehen möchte. Dann man muss herausfinden, zu welchen Zeiten man diese Objekte beobachten kann, und ob man sie mit den Ferngläsern und Teleskopen sehen kann, die man zur Verfügung hat.

 

Außerdem muss man Glück mit dem Wetter haben. Die Oktobernächte werden kalt. Unter dem klaren Sternenhimmel bildet sich über Wiesen und Feldern häufig Bodennebel. Auf kalten Geräteoberflächen schlägt sich Tau nieder. Wenn der verwendete Refraktor eine Taukappenheizung hat, oder wenn das Newton-Teleskop mit einer Fangspiegelheizung ausgestattet ist, kann man mit dem Gerät länger beobachten. Hat man im Okularkoffer eine Plastikflasche voll heißem Wasser, hält diese die Okulare während der Nacht so warm, dass die Okulare beim Einsatz in der feuchtkalten Nachtluft nicht gleich beschlagen.
 

Man sollte sich warm anziehen, damit man während der Beobachtung in der Oktobernacht nicht friert. Anderenfalls könnte die Kälte dazu führen, dass man seine Beobachtungen trotz eines grandiosen Sternenhimmels abrechen muss, weil man wegen der Kälte zu sehr zittert.

 

In einer klaren mondlosen Nacht kann man mit dem bloßen Auge unterm aufgehellten Stadthimmel nur ca. 400 Sterne sehen. Unterm dunklen Landhimmel oder auf den Höhen der Mittelgebirge sind in einer klaren Nacht mit dem bloßen Auge bis zu 3000 Sterne sichtbar, weil dort der Himmelshintergrund viel dunkler ist. Durch den richtigen Standort kann man die Tiefe der Beobachtungen sehr vergrößern.
Der Beobachtungsplatz sollte ruhig und abgelegen sein, weit weg von Ortschaften, Straßenlaternen und Verkehrswegen, dennoch sollte der Platz mit dem Auto erreichbar sein. Er sollte eine gute Rundumsicht bieten und einen festen Untergrund haben, auf dem die Beobachtungsgeräte sicher stehen. Er sollte vor Wind geschützt sein, der dem Beobachter die Tränen in die Augen treiben kann, und er sollte erhöht liegen, sodass ihn kein Bodennebel erreicht. Solche Plätze sind nicht leicht zu finden, aber es gibt sie.

Wenn man Himmelsobjekte mit Fernrohren oder Ferngläsern beobachten möchte, muss man den aufgebauten Beobachtungsgeräten vorher Zeit zum Auskühlen geben. Zudem müssen die ausgekühlten Geräte gut kollimiert sein, damit sie ihre optimale Abbildungsleistung zeigen können.

Am 9. Oktober ist Neumond, am 24. Oktober ist Vollmond.
Vom 6. bis zum 10. Oktober kann man Sternschnuppen des Draconidenstroms beobachten. Sie stammen vom Kometen 21P Jacobini-Zinner, dessen Umlaufzeit 6,6 Jahre beträgt, und dessen Bahnperihel die Erde jeweils am 8. Oktober passiert. Da die Draconiden relativ zur Erde mit nur 20 km/s ziehen, erscheinen sie als relativ langsame Sternschnuppen, die sich gut fotografieren lassen. Das schwache Maximum der Draconiden (2 – max. 30/h) wird am 8. Oktober gegen 20:00 erwartet, einen Tag vor Neumond.
Vom 2. Oktober bis zum 7. November treten die Orioniden auf. Diese Sternschnuppen sind mit 66 km/s unterwegs, drei Mal schneller als die Draconiden. Die Orioniden sind Staubteilchen vom Halley’schen Kometen. Das Maximum der Aktivität wird vor der Morgendämmerung am 21. Oktober erreicht, dann kann man mit ca. 20 Orioniden pro Stunde rechnen.

Am Abendhimmel sieht man im Sternbild Steinbock den Mars und im Sternbild Schütze den Saturn. Im Wassermann kann man mit Fernrohr oder Fernglas bis Mitternacht den Neptun wahrnehmen. Uranus kann im Sternbild Widder während der ganzen Nacht beobachtet werden, denn er erreicht am 24. Oktober seine Oppositionsstellung.

 

 

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