Der Sternenhimmel im September

Am 1. September geht die Sonne gegen 20:20 unter. Astronomisch dunkel wird es am 1. September jedoch erst um 22:30, fast zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Am 2. September geht die Sonne gegen 6:50 wieder auf.
Am Monatsende erfolgt der Sonnenuntergang um 19:15, und astronomisch dunkel wird es bereits gegen 21:00. Am folgenden Tag setzt die Morgendämmerung ab 5:45 ein, die Sonne geht anschließend um7:34 auf. Die Dauer der astronomisch dunklen Nacht nimmt im Lauf des Monats September um fast zwei Stunden auf insgesamt 8,5 Stunden zu.
Am 22. September um 15:31 MESZ überquert die Sonne den Äquator nach Süden, an diesem Tag sind Tag und Nacht jeweils gleich lang, auf der Nordhalbkugel endet der Sommer und der Herbst beginnt. Bis zum 21. März des kommenden Jahres werden hier die Nächte wieder länger sein als die Tage.

Wie sich der Klimawandels auf das Septemberwetter auswirken wird, muss man abwarten.  Noch vor einigen Jahren waren im September milde Hochdruckwetterlagen mit klarer, trockener Luft, leichtem Wind und milden Temperaturen relativ häufig. Dieses typische Septemberwetter nennt man „Altweibersommer“. Dann ist das Seeing in der Nacht oft deutlich besser als im Hochsommer, sodass man bei Beobachtungen am Fernrohr höhere Vergrößerungen vorteilhaft einsetzen kann.

Die Nächte werden im September länger, und sie werden in Lauf des Monats kühler, werden jedoch noch nicht unangenehm kalt. Steht man in einer solchen Nacht fern von störenden künstlichen Lichtquellen an einem abgelegenen Beobachtungsplatz, hat man gute Chancen, dort entspannt einen prächtigen Sternenhimmel zu erleben.

Am 2. September ist Vollmond, am 17. September ist Neumond. Zum Ende der zweiten und in der dritten Septemberwoche stört kein Mondlicht die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten. In der ersten Nachthälfte kann man Jupiter und Saturn beobachten. Während der ganzen Nacht ist Mars hell zu sehen. Ab 3:00 erscheint Venus als strahlenden Morgenstern. Uranus ist im September fast während der ganzen Nacht im Fernglas und Fernrohr sichtbar. Neptun steht am 11. September in Opposition und ist während der ganzen Nacht im Fernrohr gut wahrnehmbar.

Den Sternenhimmel kann man am besten von Orten aus betrachten, die abgelegen und dunkel sind. An solchen Orten fühlt man sich jedoch wohler, wenn man da nicht alleine ist. In der kühlen Nachtluft erscheint jedes kleine Geräusch so laut, als wäre die Geräuschquelle ganz nah. Da kann schon das unerwartete Schnauben einer Kuh auf einer benachbarten Weide dem einsamen Beobachter einen kleinen Schrecken einjagen.
Wenn man eine längere Himmelsbeobachtungen machen möchte, muss man sich dafür warm genug anziehen. Eine Thermoskanne mit Heißgetränk tut in der kühlen Nacht gut. Wenn möglich, sollte man Campingstühle aufstellen, und einen kleinen Klapptisch, auf dem man Zubehör in der Dunkelheit griffbereit ablegen kann.

Wenn man Objekte am Sternenhimmel beobachten möchte, muss man wissen, wo diese Objekte am Himmel liegen, und wie man sie finden kann, und ob man sie mit den vorhandenen Geräten sehen kann. Mit dem bloßen Auge hat man am Himmel den besten Überblick. Mit einem handlichen Fernglas kann man in den Sternfeldern der Milchstraße spazieren schauen. Mit einem lichtstarken Fernrohr kurzer Brennweite kann man bei Vergrößerungen bis 40-fach Sternfelder und Sternhaufen inspizieren, kann aber auch den Mond betrachten sowie viele Deep-Sky-Objekte wahrnehmen. Wenn man Mondkrater, Planeten und enge Doppelsterne genauer betrachten möchte, braucht man ein Fernrohr längerer Brennweite bei hoher Vergrößerung. Von einem dunklen Standort aus kann man mit einem großen Dobson-Teleskop Galaktische Nebel, Kugelsternhaufen und leuchtschwache Galaxien vor einem sternreichen Himmelshintergrund wahrnehmen.
Bevor man mit dem Beobachten beginnt, muss man warten, bis die Geräte die gleiche Temperatur wie die sie umgebende Luft haben. Bei größeren Geräten dauert diese Auskühlphase länger als bei kleineren. Newton-Teleskope muss man nach dem Auskühlen in der Regel noch kollimieren, damit sie ihre optimale Abbildungsleistung bieten. Abschließend sollte man sich versichern, dass alle Klemmschrauben an den Stativen der Ferngläser und Fernrohre wirklich fest angezogen sind. Dann kann man mit dem Beobachten loslegen.

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