Der Sternenhimmel im August 2022

Am 1. August geht die Sonne gegen 21:20 unter. Auch in Norddeutschland darf man dann von 0:00 bis ca. 3:00 wieder eine astronomisch dunkle Nacht erleben. Am 31. August wird es bereits ab 22:30 astronomisch dunkel. Bis zum Ende des Monats wächst die für Deep-Sky-Beobachtungen nutzbare Zeitspanne somit auf sechs Stunden an.

Im August regnet es im langjährigen Durchschnitt weniger als in den Monaten Juni oder Juli. Dadurch ist auch die Bewölkungsdichte im August in der Regel tendenziell geringer als in den übrigen Sommermonaten. Die Chancen für klaren Himmel sind daher relativ gut. Da Augustnächte meist mild sind, ist das Beobachten angenehm.

Die Ekliptik verläuft im August abends in einem flachen Winkel zum westlichen Horizont. Dadurch läuft der Sonnenuntergang langsamer ab, auch die Abenddämmerung dauert danach etwas länger. Abends kann man die Beobachtungsgeräte in aller Ruhe aufbauen, und kann danach entspannt beobachten, wie der Abenddämmerungshimmel sich verändert und schließlich die Nacht hereinbricht.

Eine Stunde nach Sonnenuntergang treten am klaren Abendhimmel im Zenit bereits die ersten Sterne des Sommerdreiecks hervor. Danach werden am Dämmerungshimmel nach und nach immer schwächere Sterne wahrnehmbar. Sofern kein Mond am Himmel steht und die Lichtverschmutzung am Beobachtungsplatz gering ist, kann man schließlich sogar das matt schimmernde Band der Sommermilchstraße über sich sehen.

Am 12. August ist Vollmond, am 27. August ist Neumond. Während der ganzen Nacht kann man Jupiter und Saturn beobachten. Nach Mitternacht kann man den Mars sehen. In der Stunde vor der Morgendämmerung zeigt sich die Venus als strahlender Morgenstern. Ab Mitternacht kann man mit einem Fernglas oder einem kleinen Fernrohr die Planeten Neptun und Uranus auffinden.

Das diesjährige Maximum der Perseiden erfolgt in der Nacht vom 12. zum 13. August. Da am 12. August Vollmond ist, wird das Mondlicht die Beobachtung der Perseiden beeinträchtigen.

 

Fernrohre und Ferngläser müssen am Beobachtungsplatz genug Zeit zum Auskühlen haben. Solange sie auch nur geringfügig wärmer (~ 0,1°) als die Umgebungsluft sind, geben sie an die Umgebungsluft Wärme ab. Die erwärmte Luft steigt im Strahlengang der Geräte auf, was im Okular als störende Wärmeschlieren sichtbar wird. Diese Wärmeschlieren beeinträchtigen die Abbildungsleistung der Geräte, bis der Auskühlungsprozess abgeschlossen ist. Das dauert umso länger, je größer die Geräte sind.
Falls man am Beobachtungsplatz ein Newton-Telekop aufgestellt hat, muss man im Anschluss an das Auskühlen prüfen, ob die Kollimation des Teleskops den Transport gut überstanden hat. Diese muss man gegebenfalls korrigieren, da Teleskope ihre bestmögliche Abbildungsleistung nur bei korrekter Kollimation liefern können.

Sind alle Geräte aufgestellt, ausgekühlt und kollimiert, und hat man abschließend noch mal alle Schrauben und Klemmen an den Stativbeinen festgezogen, sollte man sich auf einen Klappstuhl niederlassen und mit einem Becher Tee aus der Thermoskanne die nautische Dämmerung und das Dunkelwerden des Nachthimmels genießen. Damit man nicht alleine in der Dunkelheit ist, sollte man das zu Zweit oder zu Dritt tun. So kann sich mit Anderen über seine Beobachtungen austauschen, und man hat Helfer, die mit Zubehör und Sachkunde aushelfen können, wenn man Hilfe braucht.

 

 

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