Der Sternenhimmel im Oktober 2022

Am 1. Oktober geht die Sonne gegen 19:00 unter. Am 2. Oktober geht die Sonne gegen 7:30 wieder auf. Am Monatsende geht die Sonne aufgrund der Umstellung auf die Winterzeit bereits gegen 17:00 unter, und am folgenden Morgen geht sie gegen 8:20 wieder auf. Die letzte Oktobernacht bleibt schon 10,5 Stunden lang astronomisch dunkel.

Die Oktobernächte sind lang. Daher kann man im Lauf einer Oktobernacht viele verschiedene Sternbilder sehen und in diesen Sternbildern viele Himmelsobjekte beobachten. Damit das gelingt, muss einerseits das Wetter mitspielen, und es ist hilfreich, wenn man gut vorbereitet ist, damit man die Gelegenheiten zur Beobachtung der Himmelsobjekte erfolgreich nutzen kann.
Man kann sich über die Wetterentwicklung am vorgesehenen Beobachtungsort sehr effektiv informieren, indem man eine der vielen guten Wetter-Apps nutzt.

Ein wesentlicher Bestandteil einer guten Vorbereitung der Beobachtungen ist die Auswahl eines geeigneten Beobachtungsorts. Er hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Beobachtung und auf die Wahrnehmbarkeit von Himmelsobjekten. An einem aufgehellten Stadthimmel kann man während einer mondlos sternklaren Nacht mit bloßem Auge ca. 400 Sterne wahrnehmen. Steht man in einer solchen Nacht unterm dunklen Landhimmel, sind mit bloßem Auge bereits bis zu 3000 Sterne sichtbar. Die Wahl des richtigen Beobachtungsplatzes kann die Himmelsbeobachtung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
Ein guter Beobachtungsplatz sollte ruhig und abgelegen liegen. Er sollte jedoch auch mit dem Auto erreichbar sein, damit man die Beobachtungsgeräte dorthin transportieren kann. Er muss einen tragfähigen Untergrund bieten, damit die Geräte dort einen festen Stand haben, und seine Oberfläche muss so eben sein, dass man dort im Dunkeln nicht stolpert. Der Platz sollte hoch liegen, damit er eine gute Rundumsicht bietet und ihn während der Nacht kein Bodennebel erreichen kann.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil einer guten Vorbereitung der Beobachtungen ist die Vorbereitung der Geräte. Bevor man mit dem Beobachten beginnt, muss man abwarten, bis die aufgestellten Geräte die gleiche Temperatur haben wie die sie umgebende Luft. Je größer die Geräte sind, desto länger dauert diese Auskühlphase.
Newton-Teleskope muss man nach dem Auskühlen in der Regel noch kollimieren, damit sie ihre optimale Abbildungsleistung bieten. Bevor man dann mit dem Beobachten loslegt, sollte man prüfen, ob alle Klemmschrauben an den Stativen der Ferngläser und Fernrohre auch wirklich fest angezogen sind. Damit vermeidet man, dass die teuren Geräte in der dunklen Nacht unerwartet umkippen und auf den Boden krachen.

Beim Beobachten wird die Kälte oft zum Problem. Wenn kalter Wind auf die Augen bläst, wird das Beobachten schwierig bis unmöglich, weil die Augen bald zu tränen beginnen. Dann braucht man einen wirksamen Windschutz.
Zum Beobachten muss man sich stets so warm anziehen, dass die Kälte während der Beobachtungen die Kleidung nicht durchdringen wird. Wenn einem kalte Schauer über den Rücken kriechen und die Kälte in die Zehen beißt, verliert auch der prächtigste Sternenhimmel seinen Reiz.

Falls die nächtlichen Beobachtungen über mehrere Stunden gehen sollen, braucht man bequeme Sitzgelegenheiten. Um Zubehör in der Dunkelheit griffbereit ablegen zu können, braucht man einen kleinen Klapptisch. Man sollte zudem eine Thermoskanne mit einem Heißgetränk dabei haben, sowie eine Packung Kekse.

So ausgestattet kann man sich während den Beobachtungen auch mal entspannt hinsetzen, man kann die steif gewordenen Glieder ausstrecken, kann einen Becher heißen Tee trinken, einen Keks knabbern, seine Erfahrungen reflektieren und sich entspannt auf die nächsten Beobachtungsschritte vorbereiten.

In der kühlen Herbstnacht schlägt sich häufig Tau auf den Geräten nieder. Setzt sich dabei Tau auf die Objektive, kann man mit den Geräten nicht mehr beobachten. Bei Refraktoren bietet eine Taukappe einen Schutz gegen die Taubildung. Ist die Taukappe zu kurz, sollte man eine Taukappenheizung montieren. Bei Newton-Teleskopen beschlägt In feuchtkalten Sternennächten oft der kleine Sekundärspiegel. Das kann man mit einer Fangspiegelheizung vermeiden.

Wenn man beim Beobachten in der Kälte auf das kalte Okular haucht, beschlägt dadurch die Augenlinde des Okulars. Das Beschlagen lässt sich vermeiden, wenn man das Okular vorher etwas anwärmt, z. B. mit einem Wärme-Pad in seiner Jackentasche, oder indem man es während der Beobachtung elektrisch beheizt.

Bevor man mit den Beobachtungen los legt, sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Himmelsobjekte man beobachten möchte, und welches Zubehör man benötigt, damit man diese Himmelsobjekte erfolgreich beobachten kann. Man sollte wissen, wie man diese Objekte am Himmel zuverlässig findet. Man sollte wissen, ab wann sich diese Objekte während der Nacht am besten beobachten lassen, und ob man sie mit den Geräten wahrnehmen kann, die man einsetzen möchte. Wenn man Beobachtungsobjekte nur von Astrofotos kennt, sehen sie im Fernrohrokular oft ganz anders aus. Sieht man diese Objekte mit dem eigenen Auge erstmals „live“ am Okular, kommt es vor, dass man sie zunächst gar nicht wiedererkennt.

Am 9. Oktober ist Vollmond, am 25. Oktober ist Neumond. Am Abendhimmel und während der ersten Nachtstunden kann man mit bloßem Auge Saturn, Jupiter und Mars sehen. Mit einem Fernglas oder Fernrohr kann man Uranus im Sternbild Widder bis nach Mitternacht beobachten. Den Neptun kann man im Sternbild Wassermann bis 23:00 mit Fernrohr oder Fernglas wahrnehmen.

 

 

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