Der Sternenhimmel im Juni

Der Sternenhimmel im Juni

Die Sonne geht am 1. Juni gegen 21:30 unter, am 2. Juni geht die Sonne um 5:35 schon wieder auf. Während der Juninacht sinkt von Mitteleuropa aus gesehen nicht mehr so tief unter den Horizont, dass der Nachthimmel noch astronomisch dunkel sein kann. Daher lassen sich mit Fernrohren im Juni nur Doppelsterne, Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen und helle Galaxien erfolgreich beobachten. Man kann die Juninächte gut nutzen, um den Nachthimmel mit Ferngläsern zu durchforschen und sich mit den Sternbildern des Frühsommerhimmels und der Anordnung ihrer Sterne vertraut zu machen.

Das gelingt am besten von einem ruhigen Ort mit freier Rundumsicht aus, der weit außerhalb von Ortschaften liegt. Dort kann man erleben, wie am Abenddämmerungshimmel allmählich die helleren und später auch die weniger hellen Sterne wahrnehmbar werden. Mit Hilfe einer drehbaren Sternkarte oder mit einer Astro-App auf dem Tablet oder dem Smartphone kann man herausfinden, in welchem Sternbild die helleren Sterne liegen, die man am Himmel sieht, und wie sie heißen. An der drehbaren Sternkarte kann man ablesen, zu welcher Uhrzeit diese Sterne an welchem Datum aufgehen, wann sie jeweils untergehen, und wann sie den Meridian passieren werden. Schritt für Schritt kann man sich mit der Lage der Sternbilder vertraut machen, in denen diese Sterne liegen, und lernt dabei, sich am Sternenhimmel besser zurechtzufinden.

Drehbare Sternkarten sind ein sehr handliches Hilfsmittel, um sich am Himmel zurechtzufinden, und  leicht zu handhaben. Im Vergleich zur drehbaren Sternkarte bieten heutige Astronomie-Apps eine viel detailliertere Himmelsdarstellung, in die man sogar zoomen kann. Außerdem verfügen die meisten Astronomie-Apps eine integrierte Datenbank, durch die man zu jedem Objekt, das man auf dem Display antippt, zahlreiche Informationen bekommt. Die Kenntnis dieser Informationen ist nützlich, doch die  Stunden unter einem schönen Sternenhimmel sollte man vorzugsweise zum Beobachten nutzen.

Am sternklaren Nachthimmel kann man nach Mitternacht Ausschau nach Leuchtenden Nachtwolken halten, die über dem Nordhorizont auftreten können. Diese Leuchtenden Nachtwolken kommen in unseren Breiten nur am Frühsommerhimmel vor, sie schweben in ca. 80 km Höhe am Nordhimmel, denn dort oben kann die Sonne sie während der Juninacht beleuchten, während am Boden bereits tiefe Abenddämmerung herrscht .

In Mitteleuropa fällt im langjährigen Mittel im Juni mehr Regen als in jedem anderen Monat des Jahres, und das Juniwetter ist meist mild. Der Erdboden ist daher nun häufig feucht und die relative Luftfeuchtigkeit ist erhöht. Im Juni gibt es jedoch auch Tage mit viel Sonnenschein. Weil die Junitage  lang sind, kann der von der Sonne beschienene Erdboden tagsüber besonders lange Wärme aufnehmen. Nach Sonnenuntergang gibt der Boden seine gespeicherte Wärme wieder ab. Dadurch steigt vom Boden Warmluft auf, die am Nachthimmel Turbulenzen verursacht. Diese bringen die Sterne zum Funkeln.
Unter klarem Sternenhimmel strahlt der Erdboden seine Wärme ab und kühlt im Verlauf der Nacht allmählich aus. Die Nachtluft wird dadurch kälter, die darin enthaltene Luftfeuchtigkeit kondensiert zu Tröpfchen, und so bildet sich über Wiesen und in Tälern in der zweiten Nachthälfte häufig Nebel. Auf Pflanzen sowie auf kalten Oberflächen schlagen sich Tautropfen nieder. Wenn die Morgendämmerung einsetzt, kann die Temperatur manchmal so weit abgesunken seinn, dass sich an den Grashalmen etwas Raureif bildet.

Am 21. Juni um 17:54 MESZ ist die Sommersonnenwende, die Sonne befindet sich dann im Sternbild Stier. Vor 2500 Jahren befand sie sich zur Sommersonnenwende noch zwei Sternbilder weiter östlich, im Sternbild Krebs. Am 3. Juni ist Neumond, am 17. Juni ist Vollmond. In unseren Breiten erreicht der Mond in der hellen Juninacht nur einen geringen Horizontabstand, sodass sein Licht die Beobachtungen am ohnehin aufgehellten Spätfrühlingsnachthimmel kaum stört.

Sehenswert sind im Juni die hellen Planeten. Merkur und Mars sind am Abendhimmel im Sternbild Zwillinge zu entdecken. Jupiter leuchtet die ganze Nacht im Sternbild Schlangenträger, Saturn kann nach Mitternacht im Sternbild Schütze beobachtet werden. Am Morgendämmerungshimmel kann man im Fernglas im Sternbild Widder den Uranus und im Sternbild Wassermann den Neptun aufspüren.

Wenn man Himmelsobjekte am Nachthimmel mit einem Fernrohr beobachten möchte, muss das Fernrohr gut ausgekühlt und gut kollimiert sein. Hat man sein Beobachtungsgerät aufgestellt, sollte man mit dem Beobachten warten, bis es den erforderlichen Zustand erreicht hat.

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