Der Sternenhimmel im Juli 2022

Am 1. Juli geht die Sonne um ca. 21:50 MESZ unter, und am 2. Juli geht sie gegen 5:30 wieder auf. Am 30. Juli geht die Sonne bereits um 21:24 unter, und am folgenden Morgen erst gegen 6:00 auf. Im Verlauf des Monats Juli werden die Nächte spürbar länger.
Obwohl am Monatsende seit der Sommersonnenwende über fünf Wochen vergangen sind, wird die Nacht im äußersten Norden Deutschlands um Mitternacht noch nicht astronomisch dunkel. In Süddeutschland kann man am Monatsende gegen Mitternacht schon einige Stunden lang astronomische Dunkelheit erleben.

Julinächte sind meist angenehm mild. Daher kann man die Gelegenheit nutzen, den Sternenhimmel von dunklen Beobachtungsplätzen aus mit dem bloßen Auge entspannt zu betrachten und kann sich dabei mit den Sternbildern und ihrer gegenseitigen Lage vertraut machen. Die Sommermilchstraße zieht sich in der Julinacht von Nord nach Süd, hoch über den Himmel. In einem bequemen Stuhl, mit einem lichtstarken Fernglas um Mitternacht, kann man von einem dunklen Beobachtungsplatz aus in der Sommermilchstraße sehr schön spazieren zu schauen.
Nach Sonnenuntergang kann erwärmte Luft noch eine ganze Weile langsam vom Boden in den Himmel aufsteigen. Sie wird durch kühlere Luft ersetzt, die aus der Höhe herabsinkt. Die kühleren und wärmeren Luftmassen vermischen sich dabei turbulent miteinander, und da sich Luftmassen voneinander durch ihren Brechungsindex unterscheiden, bringt die Luftunruhe die Sterne zum funkeln, und bringt das Bild der betrachteten Himmelsobjekte bei Fernrohrbeobachtungen so sehr zum wabern, dass feine Details darin nicht mehr wahrnehmbar sind. Beobachtungen mit einem Fernrohr bei hoher Vergrößerung sind dann nicht  möglich.
In der zweiten Nachthälfte kann die Nacht jedoch kühler und die Luft ruhiger werden. Dann lassen sich mit dem Fernrohr z. B. Doppelsterne sowie auch einige hellere Deep-Sky-Objekte erfolgreich beobachten.

Am 4. Juli durchläuft die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Ihr Abstand von der Sonne beträgt dort 152,1 Millionen Kilometer, das sind ca. 5 Millionen Kilometer mehr als am 4. Januar, dem Tag, an dem die Erde jeweils den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn durchläuft.

Am 13. Juli ist Vollmond im Sternbild Schütze. Am 28. Juli ist Neumond im Sternbild Zwillinge.

In den Julinächten verläuft die Ekliptik von Mitteleuropa aus betrachtet relativ nah zum südlichen Horizont. Dadurch verläuft auch die Mondbahn nun in relativ nah zum südlichen Horizont. In Julinächten lassen sich daher stimmungsvolle Fotografien der nächtlichen Landschaft machen. In der ersten Nachthälfte gibt es keine Planeten zu sehen. Im Verlauf der zweiten Nachthälfte kann man bis zur Morgendämmerung Saturn, Neptun, Jupiter, Mars, Uranus und Venus sehen.

 

Der Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) wandert im Juli durch das Sternbild Schlangenträger und kann hier mit Fernglas oder Fernrohr beobachtet werden. Er ist ca. 8m hell. Im November 2021 haben Messungen seiner Bahnelemente ergeben, dass sein Aphel bei 0,4 Lichtjahren (24000 AE) liegt. Seine Umlaufzeit beträgt ca. 3,8 Millionen Jahre.

 

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