Übersicht um 1:00

Um 1:00 sinkt das Sternbild Schütze zum Südwesthorizont. Das Sternbild Schwan steht nun im Zenit. Über dem südlichen Horizont nähert sich das Sternbild Steinbock dem Meridian. Hoch im Osten sehen wir das Sternenquadrat des Pegasus mit der daran angehängten Sternenkette des Sternbilds Andromeda.
Nördlich davon sehen wir das markante Sternbild Cassiopeia, im Nordosten erhebt sich das Sternbild Perseus, darunter steigt das Sternbild Fuhrmann über den Horizont. Am Himmel blitzen hin und wieder vereinzelte schnelle Sternschnuppen auf. Sie kommen aus dem Sternbild Perseus, es sind Perseiden.

 

Sternbild Pfeil

Das kleine Sternbild Pfeil liegt zwischen den beiden Sternbildern Schwan und Adler. Es ist schon seit der Antike bekannt. Seine drei hellen Sterne Eta, Gamma und Delta Sagittae bilden den Schaft des himmlischen Pfeils, die beiden Sterne Alpha und Beta Sagittae stellen seine Steuerfedern dar.

Ca. 1,5° östlich von Delta Sagittae finden wir im lichtstarken Fernglas ein Nebelfleckchen, das sich in lichtstarken Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei höherer Vergrößerung als ein dichter, dreieckiger Sternhaufen aus schwachen Sternen entpuppt. Das ist der Kugelsternhaufen M71. Bis vor wenigen Jahren war unklar, ob M71 ein sehr alter Offener Sternhaufen ist, oder ein Kugelsternhaufen. Heute weiß man, dass M71 ein Kugelsternhaufen ist, der im Laufe von Jahrmilliarden auf seiner Bahn um das Zentrum der Milchstraße viele seiner äußeren Sterne in der Scheibe der Milchstraße verloren hat.

Ca. 4° westnordwestlich von Alpha Sagittae sehen wir im Fernglas einen ungewöhnlich geformten Offenen Sternhaufen, dessen helle Mitglieder in Form eines Drahtkleiderbügels angeordnet sind. Dieser „Kleiderbügelhaufen“ heißt offiziell „Collinder 399“, er liegt knapp jenseits der Grenze des Sternbilds Pfeil im benachbarten Sternbild Füchslein.
Ca. 2° westlich des Kleiderbügelhaufens sind wir aber wieder im Gebiet des Sternbilds Pfeil, und hier liegt der 6,2m helle, blauweiße Stern U Sagittae. U Sagittae ist ein bemerkenswerter bedeckungsveränderlicher Stern, dessen Helligkeit regelmäßig nach 81 Stunden für 1 Stunde und 40 Minuten ziemlich abrupt von 6,2m auf 9,2m abfällt: er wird daher ca. 15 Mal schwächer. Es lohnt sich, diese Zeitpunkte zu ermitteln und die Veränderung der Sternhelligkeit zu beobachten. Die Abschwächung zum Minimum erfolgt bei U Sagittae innerhalb weniger Minuten.

 

Sternbild Füchslein

Das Sternbild Füchslein wird häufig übersehen. Es ist ein kleines Sternbild und enthält keine hellen Sterne, daher springt es niemandem ins Auge. Es liegt südlich des Sternbilds Schwan und nördlich des Sternbilds Pfeil. Sehenswert ist im Sternbild Füchslein außer dem bereits erwähntem „Kleiderbügelhaufen“ der helle und große Planetarische Nebel M27, der als „Hantelnebel“ bekannt ist. M27 befindet sich ca. 3,5° nördlich des 3,5m hellen Gamma Sagittae. Am sternklaren, mondlosen Nachthimmel ist M27 häufig bereits im Fernglas als ein mattes Fleckchen wahrnehmbar. Im Fernrohr sieht man bei M27 bei 100facher Vergrößerung eine symmetrische, seitliche Einschnürung. Dieser Einschnürung verdankt der  Nebel seinen Namen „Hantelnebel“. In Fernrohren ab 12 Zoll Öffnung kann man im Hantelnebel den 13m hellen Zentralstern sowie zahlreiche weitere Nebelstrukturen wahrnehmen. Wenn man bei der Beobachtung des Nebels schmalbandige Nebelfilter einsetzt (z. B. UHC, O III), verbessert das den Kontrast deutlich und ermöglicht die Wahrnehmung von feinen Details in den Strukturen des Nebels.

 

Sternbild Delphin

Das kleine Sternbild Delphin liegt zwischen dem Sternbild Pegasus und dem Sternbild Pfeil. Seine Sterne bilden dort einen markanten kleinen Rhombus. Der östlichste Stern in diesem Rhombus ist Gamma Delphini. Bereits im kleinen Fernrohr zeigt sich Gamma Delphini als markanter Doppelstern. Die beiden gleich hellen Partner leuchten hellgolden.

Ca. 3,5° südlich des Sternenrhombus befindet sich der 4m helle Stern Epsilon Delphini, der auch „Deneb Dulfim“ heißt. Übersetzt bedeutet der Name „Schwanz des Delphins“.
In einem lichtstarken Fernglas oder in einem lichtstarken Fernrohr kann man ca. 4° südlich dieses Sterns unter einem mondlos sternklaren Himmel den kleinen Kugelsternhaufen NGC6934 auffinden. Er wurde bereits 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt und liegt ca. 50000 Lichtjahre entfernt und.

 

 

Sternbild Schild

Südwestlich des Sternbilds Adlers liegt das kleine Sternbild Schild. Da es keine hellen Sterne enthält, wird es am Sternenhimmel häufig übersehen. Da es in der Nachbarschaft zum Sternbild Schütze liegt, befinden sich im Sternbild Schild viele Dunkelwolken, Offene Sternhaufen und Sternwolken der Milchstraße. Bereits mit einem kleinen Fernrohr kann man hier den Offenen Sternhaufen M11 gut sehen. Wir finden M11 ca. 4° südwestlich von Lambda Aquilae. Dieser Sternhaufen ist sehr sternreich und hell, er ist auch als „Wildentenhaufen“ bekannt.

Unmittelbar südlich von M11 liegt ein sehr sternreiches Milchstraßenfeld mit unzähligen schwachen Sternen, das als die „Schildwolke“ bezeichnet wird. Diese Stelle am Himmel bietet uns einen von Dunkelwolken weitgehend unverstellten Blick in die Milchstraßenebene bis in eine Entfernung von über 20000 Lichtjahren in der Nähe des Milchstraßenzentrums. Daher sieht man hier unzählige schwache Sterne. Im lichtstarken Fernglas kann diese Region am sternklaren Nachthimmel einen unvergesslichen Anblick bieten.

 

 

Sternbild Steinbock

Am westlichen Rand des Sternbilds Steinbock sieht man mit dem bloßen Auge einen auffälligen Doppelstern. Das ist der 3,9m helle Stern Algiedi (Alpha). Seine beiden Partnersterne (Alpha 1 und Alpha 2) sind jedoch kein physisches Paar, sondern liegen von uns aus gesehen nur zufällig in derselben Richtung. Im Fernrohr zeigt sich jeder dieser Partnersterne seinerseits als Doppelstern. Die Partnersterne jedes einzelnen Doppelsternpaars sind jedoch sehr leuchtschwach.

Ca. 2,5° südöstlich von Algiedi liegt der 3 m helle Stern Dabih (Beta). Dabih ein echter physischer Doppelstern, die Farben seiner beiden Partnersterne sind ungleich, die Partnersterne stehen 210 Bogensekunden voneinander und sind daher bereits mit dem Fernglas schön getrennt zu sehen.

In einem lichtstarken Fernrohr kann man ca. 7° südsüdwestlich von Delta Capricornis den kleinen Kugelsternhaufen M30 wahrnehmen.
Ca. 8.3° westlich von Algiedi (Alpha Capricornis) kann man mit einem lichtstarken Fernrohr bei 80-facher Vergrößerung ein winziges grünliches Wölkchen auffinden. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6818. Durch seine Farbe unterscheidet er sich deutlich von allen Sternen seiner Umgebung. Er ist unter dem Namen „Little Gem Nebel“ bekannt.

 

Sternbild Wassermann

Das Sternbild Wassermann liegt südlich des 2,4m hellen Sterns Enif (Epsilon Pegasi) und nördlich und östlich des Sternbilds Steinbock. Da es im Sternbild Wassermann keine hellen Sterne gibt, ist es ein unauffälliges Sternbild. Dennoch lohnt es sich, das Sternbild mit dem Fernglas oder dem Fernrohr zu durchstreifen, denn es enthält einige sehenswerte Beobachtungsobjekte.
Ca. 4,5° nördlich des 2,9m hellen Sterns Mesarthim (Beta Aquarii) finden wir im Fernglas 10x50 einen rundlichen Nebelfleck. Das ist der 6,5m helle Kugelsternhaufen M2. Im kleinen Fernrohr hat M2 einen Durchmesser von sechs Bogenminuten. Dieser Sternhaufen hat eine helle Zentralregion. In Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung kann man M2 bei Vergrößerungen ab 150x bis in sein Zentrum in Einzelsterne aufgelöst sehen.

Ca.1,3° westlich der 4,5 m hellen Sterns Ny Aquarii liegt der  helle Planetarischer Nebel NGC 7009. Er ist auch als der „Saturnnebel“ bekannt. In einem Fernglas 10x50 nimmt man NGC 7009 als einen 8m hellen, leicht grünlichen Stern wahr. Im Fernrohr erscheint er bei einer Vergrößerung ab 50x als grünliches Scheibchen. Da NGC 7009 eine hohe Flächenhelligkeit hat, kann man ihn bei guter Luftruhe auch im kleinen Fernrohr sehr gut mit hohen Vergrößerungen betrachten. In Fernrohren ab sechs Zoll Öffnung sind unter idealen Beobachtungsbedingungen auch die seitlichen Nebelfortsätze wahrnehmbar, die NGC 7009 eine Ähnlichkeit mit dem Anblick Saturns verleihen.

Wenn man bei dunklem, klarem Himmel am Himmel eine Linie von Ny Aquarii nach Dabih (Beta Capricornis) zieht, findet man auf dieser Linie mit einem lichtstarken Fernglas beim ersten Drittel dieser Strecke einen kleinen leuchtschwachen Nebel. Im kleinen Fernrohr erscheint er als blasser Nebelball. Mit größeren Fernrohren kann man den Nebelball am Rand in einzelne Sterne aufgelöst sehen. Das ist der Kugelsternhaufen M72, er ist ca. 60.000 Lichtjahre von uns entfernt.

Ca. 0.5° östlich des 4,2m hellen Sterns Phi Aquarii sieht man im Fernglas ein 7,8m helles Sternchen. Es bewegt sich im Laufe des Monats sehr gemächlich in westliche Richtung. Das Sternchen ist der Planet Neptun. Er wird am 11. September seine diesjährige Oppositionsstellung erreichen und kann während der ganzen Nacht beobachtet werden.

 

 

Sternbild Pegasus

Nördlich des Sternbilds Steinbock leuchtet am Himmel ein auffällig heller Stern. Das ist der 2,4m helle Enif (Epsilon Pegasi). Ca. 4° nordwestlich von Enif kann man im Fernglas den Kugelsternhaufen M15 sehen. Ein Fernrohr ab 10 cm Öffnung zeigt M15 bereits schön in einzelne Sterne aufgelöst, das Zentrum dieses Kugelsternhaufens ist sehr reich an Sternen.

Östlich von Enif stehen vier Sterne in einer markanten quadratischen Anordnung, man bezeichnet sie daher als das „Pegasusquadrat“. An der rechten oberen Ecke des Pegasusquadrats befindet sich der 2,5 m helle Scheat (Beta Pegasi). Scheat ist ein Roter Riesenstern, dessen Helligkeit irregulär schwankt.

Fünf Grad nordwestlich von Scheat steht der 3m helle Matar (Eta Pegasi). Ca. 4,3 Grad nordnordwestlich von Matar liegt die 9,5 m helle Spiralgalaxie NGC 7331. Diese große Galaxie ist ca. 60 Millionen Lichtjahre entfernt und kann in Fernrohren ab 10 cml Öffnung wahrgenommen werden. Wenn man diese Galaxie mit einem Teleskop mit Öffnungen ab 10 Zoll beobachtet, kann man in der unmittelbaren Umgebung von NGC 7331 weitere kleine Spiralgalaxien wahrnehmen.

Die südwestliche Ecke des Pegasusquadrats wird durch den Stern Markab gebildet. Ca. 3°südlich von Markab kann man am sternklaren Himmel bei mondloser Nacht mit einem Fernrohr ab 12 cm Öffnung die Galaxie NGC 7479 sehen. Bei sehr guten Beobachtungsbedingungen kann man diese Galaxie sogar in einem kleineren Fernrohr wahrnehmen.

 

Uranus

Der 5,8m helle Uranus wandert an einer Position ca. 10,5° südlich des 2m hellen Sterns Hamal sehr gemächlich in der Südwestecke des Sternbilds Widder nach Westen. Der 2,96 Milliarden Kilometer ferne Planet ist nach Mitternacht bereits im kleinen Fernglas sichtbar. Im Fernrohr sieht man Uranus bei hoher Vergrößerung als ein ca. 4 Bogensekunden großes mattgrünliches Scheibchen.

 

 

Sternbild Andromeda

Nördlich und östlich des Sternbilds Pegasus liegt das große Sternbild Andromeda. Wenn der Nachthimmel halbwegs dunkel und sternenklar ist, zieht hier unsere große Nachbargalaxie M31 die Aufmerksamkeit auf sich. Ca. 1,5° westlich des 4,5m hellen Sterns Ny Andromedae kann man das Zentrum von M31 in der Regel mit bloßem Auge als einen matten Lichtschimmer wahrnehmen. Da der Winkeldurchmesser der Galaxie M31 am Himmel ca. 4° beträgt (das sind ca. acht Vollmonddurchmesser!), ist M31 trotz ihrer gewaltigen Entfernung von 2,6 Millionen Lichtjahren für das Gesichtsfeld üblicher Amateurfernrohre viel zu groß.

In einem Fernrohr mit großer Brennweite kann man im Übersichtsokular nur den hellen Zentralbereich von M31 sowie die Begleitgalaxien M32 und M110 vollständig überblicken. Wenn man M31 jedoch mit einem lichtstarken Fernrohr großer Öffnung bei niedriger Vergrößerung betrachtet, kann man auch die Staubbänder der Spiralarme dieser Galaxie wahrnehmen.

Im Sternbild Andromeda gibt auch viel leuchtschwächere Galaxien. Eine davon ist IC 404. Diese 10m helle Galaxie liegt nur sieben Bogenminuten nordwestlich des 2m hellen Sterns Mirach (Beta Andromedae). Bei dunklem, sternklarem Himmel ist sie in einem Fernrohr ab 10 cm Öffnung bei höherer Vergrößerung leicht aufzufinden. IC 404 ist ca. 8 Millionen Lichtjahre entfernt, sie liegt somit 40000 Mal weiter von uns weg als Mirach, doch Mirach leuchtet 10000 Mal heller. Daher muss man Mirach bei der Beobachtung von IC 404 außerhalb des Gesichtsfeldes halten, damit das Licht Mirachs die Galaxie nicht überstrahlt.

Der 2,3m helle Alamak (Gamma Andromedae) ist ein sehenswerter Doppelstern, der schon in Fernrohren kleiner Öffnung bei hoher Vergrößerung schön zu beobachten ist. Der hellere der beiden Partnersterne leuchtet im Okular orange, der schwächere Partnerstern scheint bläulich.

Im Sternbild Andromeda liegt der sehenswerte Planetarische Nebel NGC 7662. Man findet ihn recht einfach per „Starhopping“, indem man vom Stern Scheat (Beta Pegasi) ausgeht. Ca. 14° nördlich von Scheat liegt der 3,6m helle Stern Omikron Andromedae. Ca. 6,3° östlich von Omikron liegt der 4,5 m helle Iota Andromedae. Zieht man nun am Himmel von Omikron aus eine Linie zu Iota, stößt man nach zwei Dritteln dieser Strecke auf den 5,3m hellen Stern 13 Andromedae. Ca. 25 Bogenminuten südwestlich dieses Sterns liegt NGC 7662.
Der Planetarische Nebel ist bereits im Fernglas als ein bläulicher Stern wahrnehmbar. Bei hoher Vergrößerung im Fernrohr zeigt er sich jedoch als ein heller Ring von auffällig blauer Farbe. Daher ist NGC 7662 auch als der „Blaue Schneeball“ bekannt. Wenn man NGC 7662 am Fernrohr mit einem UHC-Nebelfilter beobachtet, kommt das blaue Leuchten von NGC 7662 besonders intensiv zur Wirkung.

 

Sternbild Perseus

Das Sternbild Perseus ist gegen Mitternacht niedrig über dem Nordosthorizont zu erkennen. In der Nacht zum 13. August gehen vom diesem Sternbild besonders viele Sternschnuppen aus. Dann kann man nach Mitternacht mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen, die mit 59 km/s in die Atmosphäre eintreten und dort verglühen. Man nennt man sie „Perseiden“, weil sie aus der Richtung des Sternbilds Perseus kommen.

Der Ursprungskörper der Perseiden ist der Komet 109P Swift-Tuttle. Die ältesten Berichte über die  Perseiden stammen aus der Spätantike, man nannte sie damals die „Tränen des Märtyrers Laurentius“. Helles Mondlicht kann die schwächeren Sternschnuppen überstrahlen, wodurch dann nur noch die hellsten Sternschnuppen wahrnehmbar sind.

Das Sternbild Perseus bietet Im August nicht nur die berühmten Perseiden, sondern noch viele andere interessante Beobachtungsobjekte. Betrachtet man z. B. im Fernglas den 1,8m hellen Stern Mirfak, den hellen Hauptstern des Sternbilds Perseus, sieht man ihn von zahlreichen hellen, blauweißen Sternen umgeben: das ist der junge Offene Sternhaufen Melotte 20. Der Stern Mirfak ist ein gelber Überriesenstern mit 4000 Sonnenleuchtkräften, ca. 500 Lichtjahre von uns entfernt.

Zwischen den beiden Sternen Delta Cassiopeiae und Gamma Persei liegen die zwei schönen Offenen Sternhaufen  „h“ und „chi“. Am klaren Sternenhimmel sind sie häufig bereits mit bloßem Auge als matte Nebelchen zu sehen. Sie bieten in jedem lichtstarken optischen Gerät, das dem Beobachter ein großes Gesichtsfeld bietet, einen faszinierenden Anblick.

Ca. 3° westlich von Mirfak liegt der große, aber leider auch lichtschwache Offene Sternhaufen NGC 1245. Er ist über 8000 Lichtjahre entfernt, nur 8.6m hell und 10 Bogenminuten groß. Um ihn zu sehen, benötigt man ein lichtstarkes Fernrohr an einem Standort ohne Lichtverschmutzung.

Schwenkt man das Fernrohr von Mirfak aus über die Position von NGC 1254 hinaus nach Westen, stößt man auf den 2m hellen Stern Algol (Beta Persei). Algol ist der erste jemals entdeckte bedeckungsveränderliche Stern. Algols Helligkeit fällt nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden für zehn Stunden von 2m auf 3,5m ab.

Fünf Grad nordwestlich von Algol sieht man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Er ist die Beobachtung mit dem Teleskop zu groß. Mit dem Teleskop kann man in M34 jedoch mehrere Doppelsterne sehr schön beobachten.

Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der schöne und helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Man kann ihn im Fernrohr bereits bei niedrigen Vergrößerungen sehr leicht in seine Einzelsterne aufgelöst sehen. Etwas mühsamer kann eine Beobachtung von NGC 1513 werden. Dieser Offene Sternhaufen zeigt im Fernrohr seine ringförmige Anordnung schwacher Sterne erst bei höheren Vergrößerungen.

Auf der Mitte der Linie von Algol zu Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Diesen Sternhaufen sollte man in kleineren Fernrohren mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit man auch seine leuchtschwächeren Sterne mit ausreichendem Kontrast  sehen kann.

An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt der Planetarische Nebel M76, der auch als der „Kleine Hantelnebel“ bekannt ist. Man findet ihn am einfachsten, wenn man vom 2,3m hellen Doppelstern Alamak (Gamma Andromedae) ausgeht. Schwenkt man sein Fernrohr von Alamak aus in Richtung auf Gamma Cassiopeia, stößt man nach 7,5° auf den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae. 2° nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Stern Phi Persei. 1° nördlich von Phi liegt M76. Bei dunklem Himmelshintergrund ist dieser kleine Planetarische Nebel auch schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen gut sichtbar. M76 erscheint rechteckig.

 

Sternbild Walfisch

Das Sternbild Walfisch liegt südlich der beiden Tierkreissternbilder Fische und Widder. Diese beiden Sternbilder werden in der Regel häufiger beobachtet als das Sternbild Walfisch, weil sie auf der Ekliptik liegen. Das Sternbild Walfisch ist an sich jedoch interessanter, weil es hellere Sterne enthält.
Das Sternbild Walfisch stammt aus der Antike. Es soll an das Seeungeheuer erinnern, welches der Perseus-Sage zufolge durch Perseus getötet wurde, um die schöne Prinzessin Andromeda davor zu retten, von dem Seeungeheuer gefressen zu werden. Die Mutter der Andromeda war die Königin Cassiopeia, und ihr Vater war der König Cepheus. Pegasus war der Name des geflügelten Pferds, welches die Medusa nach ihrer Enthauptung durch Perseus im Todesskampf gebar: Wir sehen diese mythologischen Gestalten der klassischen Antike noch heute als Sternbilder am Himmel.

Südlich des Sternbilds Widder fällt uns der 2,5 m helle Stern Menkar (Alpha Ceti) auf, er ist der Hauptstern im Sternbild Walfisch und markiert am Himmel den Kopf des Walfischs. Der 2m helle Stern Deneb Kaitos (Beta Ceti) markiert hier den Schwanz des Walfischs. Beta Ceti ist ein Roter Unterriesenstern in 65 Lichtjahren Entfernung.

Der berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch ist Mira Ceti. Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Mira ist derzeit ganz unauffällig, denn sie durchlief im Junit 2019 ihr Minimum. Ihr nächstes Maximum erst im November 209 erreichen.

Da das Milchstraßenband nicht im Sternbild Walfisch verläuft, gibt es in dem Sternbild weder auffällige Offene Sternhaufen noch aktive Sternentstehungsgebiete. Wenn man hier jedoch ein Fernrohr großer Öffnung unter einem mondlos dunklen, sternklaren Himmel einsetzt, kann man hier mehrere sehenswerte Galaxien beobachten. Ca. 3,15° südlich von Gamma Ceti, dem zweithellsten Stern im Kopf des Walfischs, liegt die 8,9m Spiralgalaxie M77. Eine weitere sehenswerte Galaxie ist die 11m helle NGC 247. Das ist eine Spiralgalaxie in Kantenlage, wir finden sie ca. 3° südsüdöstlich von Deneb Kaitos.

 

 

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