Übersicht um 1:00

Das Sternbild Fuhrmann steht mit Capella im Zenit. Darunter passiert der Orion den Meridian. Der Große Bär steht nun hoch im Nordosten. Im Nordwesten gehen nun die Sterne des Schwans unter.

 

Sternbild Perseus

Das Sternbild Perseus steht nahe dem Zenit. Wenn man mit dem Fernglas seinen 1,8m hellen blauweißen Hauptstern Mirfak (Alpha) betrachtet, sieht man um ihn viele blauweiße, nadelscharfe Sterne. Das ist der Offene Sternhaufen Melotte 20. Auf der Mitte der Linie vom 2,7m hellen Delta Cassiopeiae zum 3m hellen Gamma Persei liegen die beiden Offenen Sternhaufen „h und chi“. Sie beeindrucken ihre Beobachter in jedem optischen Gerät, das viel Öffnung hat und dabei und ein so großes Gesichtsfeld bietet, dass man beide Sternhaufen darin gemeinsam beobachten kann.
Ca. 3° südlich von Mirfak liegt der Offene Sternhaufen NGC 1245. Um ihn zu beobachten braucht man ein lichtstarkes Fernrohr mit großer Öffnung und muss eine hohe Vergrößerung einsetzen. NGC 1245 enthält sehr viele Sterne, sie leuchten jedoch alle nur sehr schwach.
Verlängert man die Linie über NGC 1245 weiter nach Süden, stößt man auf den 2m hellen Stern Algol (Beta Persei). Algol ist der bekannteste bedeckungsveränderliche Stern am Himmel. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden auf 3,5 m ab, weil er von einem Begleiter verdeckt wird, der ihn umkreist.
Fünf Grad nordwestlich von Algol sieht man im Fernglas den Offenen Sternhaufen M34. Für eine Übersichtsbeobachtung mit einem Teleskop ist M34 zu groß, mit einem Teleskop kann man jedoch Doppelsterne in M34 deutlicher sehen.
Ca. 3,6° südlich von M34 zeigt ein lichtstarkes Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die Galaxie NGC 1023. Diese Spiralgalaxie ist ca. 20 Millionen Lichtjahre entfernt. Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er lässt sich auch bei niedrigen Vergrößerungen im Fernrohr leicht in Einzelsterne auflösen.
Etwas schwieriger kann die Beobachtung des Offenen Sternhaufens NGC 1513 werden. Dieser Sternhaufen zeigt im Fernrohr bei höheren Vergrößerungen eine ringförmige Anordnung schwacher Sterne.
Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Dieser Sternhaufen ist nicht hell, in Fernrohren muss man ihn mit höheren Vergrößerungen beobachten, damit auch seine schwächeren Sterne wahrnehmbar werden.

 

Sternbild Stier

Wenn man vom Sternbild Perseus ausgehend nach Süden schaut, wandert der Blick über den hellen Stern Zeta Persei zu den Plejaden. Die Plejaden sind ein große Offener Sternhaufen, der auch als „Siebengestirn“ bezeichnet wird, weil man in ihm mit dem bloßen Auge dicht beieinander sieben Sterne sehen kann. Manche Himmelslaien nennen ihn den “Kleinen Wagen“. Die Bezeichnung “Kleiner Wagen“ ist jedoch der volkstümliche Name für das Sternbild Kleiner Bär, und das Sternbild liegt beim Himmelsnordpol.
Die Plejaden sind bereits mit bloßem Auge gut zu sehen. Im Fernglas und in jedem Spektiv bis 20facher Vergrößerung sind sie ein imposanter Anblick. Für die Betrachtung im Fernrohr bei höheren Vergrößerungen ist dieser Sternhaufen viel zu groß. Im Fernrohr kommt jedoch die blauweiße Färbung der hellen, heißen Sterne dieses Haufens schön zur Geltung. Die Plejaden sind Gestalten aus der altgriechischen Mythologie. Sie stehen für die sieben schönen Töchter des Titanen Atlas. Die olympischen Götter versetzten sie an den Himmel, um sie vor dem lüsternen Orion zu schützen. Dort waren sie jedoch dem unwiderstehlichen Charme der Götter stark ausgesetzt, sodass schließlich fast alle schönen Plejaden zu Müttern von Götterkindern wurden. Der Sternhaufen der Plejaden ist heute ein Teil des Sternbilds Stier.
Das Sternbild Stier soll an den Göttervater Zeus erinnern, der dwe Sage nach in Gestalt eines sanften Stiers am Strand von Phönizien die junge Prinzessin Europa auf seinen breiten Rücken klettern ließ. Kaum saß sie oben, entführte er sie zielstrebig übers Meer nach Kreta. Darum repräsentiert das Sternbild nur den aus dem Wasser ragenden, nach vorne gebeugten Kopf des Stiers, dessen lange Hörner nach Osten weisen.
Auffällig ist im Sternbild Stier die dreieckige Anordnung von Sternen um den orangefarbenen Hauptstern Aldebaran (Alpha Tauri). Er stellt das rötliche Auge des Stiers dar. Diese dreieckige Sternengruppe ist der Kernbereich des Offenen Sternhaufens der Hyaden, er ist der nächstgelegene Offene Sternhaufen und ist nur 148 Lichtjahre entfernt. Im lichtstarken Fernglas bieten die Hyaden einen beeindruckenden Anblick.
Der 1,6m helle Stern Nath (Beta Tauri) markiert die Spitze des oberen Stierhorns. Nath ist ein blauweißer Stern in 160 Lichtjahren Entfernung.
Ca. 8° südlich von Nath finden wir den 3m hellen Zeta Tauri. Dieser Stern markiert die Spitze des unteren Stierhorns. 1° nordwestlich von Zeta liegt der berühmte „Krebsnebel“ M1, der sichtbare Überrest einer Supernova, deren Aufleuchten am 4. Juli 1054 von chinesischen Astronomen registriert wurde. Sie überschritt damals die Helligkeit der Venus und war zeitweise am Taghimmel zu sehen.
Der Name „M1“ wurde dem Nebel von seinem Entdecker Charles Messier gegeben. Messier war ein geübter Beobachter und entdeckte den Nebel im 18. Jahrhundert mit seinem 3-zölligen Fernrohr am Pariser Nachthimmel. Ist der Nachthimmel durch künstliches Licht oder den Mond aufgehellt, kann M1 heute auch in einem Achtzöller nicht mehr erfolgreich gesehen werden.

 

Sternbild Orion

Unterhalb des Sternbilds Stier sehen wir das markante Sternbild Orion. Es enthält viele helle Sterne, Doppelsterne und galaktische Nebel. Schöne Doppelsterne finden sich im Gürtel des Orion: Mintaka (Delta Orionis) ist der rechte Gürtelstern und ein Vierfachsystem vom Algol-Typ. Alnitak (Zeta Orionis) ist der linke Gürtelstern und ein Dreifachsystem. Eta Orionis ist ein enger Doppelstern aus zwei blauweißen Sternen, er liegt zwischen Mintaka und Rigel (Alpha Orionis). Auch Rigel ist ein Doppelstern.
Die Sterne Sigma Orionis (ca. 0.8°südlich von Alnitak) und Theta Orionis (im „Orionnebel“ M42) sind Mehrfachsysteme: Sigma hat vier Komponenten, Theta Orionis besteht aus den beiden Sternen Theta1 und Theta2.
Theta1 zeigt sich bei höheren Vergrößerungen 4fach: Er ist das berühmte „Trapez“ im Orionnebel. Bei hoher Vergrößerung im Teleskop großer Öffnung zeigt Theta1 sieben Sterne. Theta2 ist ebenfalls doppelt. Im Sternbild Orion kann man viele schöne Galaktische Nebel beobachten. Dazu gehören der berühmte „Orion-Nebel“ M42 sowie die Nebel M43, NGC 2024 und M78.
M42 ist in klaren Winternächten in jeden Fernglas und Fernrohr ein faszinierendes Beobachtungsobjekt. Hat man ein Fernrohr ab acht Zoll Öffnung zur Verfügung, kann man bei der Beobachtung ein UHC-Filter einsetzen. Dadurch wirkt das Leuchten der ionisierten Gaswolken im M42 besonders eindrucksvoll.
M43 ist ein Reflektionsnebel, er liegt unmittelbar nördlich von M42, NGC 2024 ist ein Emissionsnebel dicht neben Alnitak, M78 ist ein Reflexionsnebel ca. 2,5° nordöstlich von Alnitak.
Fast alle hellen Sterne im Sternbild Orion sind sehr leuchtkräftig, jung und massereich. Theta1 Orionis C ist mit über 340.000 Sonnenleuchtkräften einer der leuchtkräftigsten Sterne der Milchstraße. Seine UV-Strahlung ist eine der Hauptenergiequellen, die das Gas des Orion-Nebels zum Leuchten bringen.

 

Sternbild Hase

Unterhalb des Sternbilds Orion liegt das kleine Sternbild Hase (Lepus). Hier können wir bei klarem, dunklem Himmel im Fernrohr ca. 4° südwestlich des 2,8m hellen Sterns Nihal (Beta Leporis) ein rundliches Nebelchen wahrnehmen. Das ist der Kugelsternhaufen M79. Je mehr Öffnung das Fernrohr hat und je höher die Vergrößerung ist, desto besser kann man M79 sehen. Der Stern Nihal ist ein enger Doppelstern.
Im Sternbild Hase liegt der Stern R Leporis, R ist ein langperiodischer Mirastern, dessen Helligkeit zwischen 6m und 9,6m schwankt. Er erscheint im Okular deutlich rot, besonders dann, wenn man ihn etwas defokussiert. Man findet ihn, indem man vom 2,6m hellen Arneb (Alpha Leporis) eine Linie zum 5° entfernten 3,3m Stern My Leporis zieht und diese über My hinaus um 3,5° verlängert.

 

Sternbild Fuhrmann

Das Sternbild Fuhrmann steht nun nahe dem Zenit, seine Sterne und seine Deep-Sky-Objekte lassen sich mit einem Zenitprisma am Fernrohr gut beobachten. Sein 0,1m heller Hauptstern Capella (Alpha Aurigae) ist der vierthellste Stern des nördlichen Himmels.
Das Sternbild enthält die hellen Offenen Sternhaufen M36, M37 und M38, die in jedem Fernrohr beeindruckend sind, und die man schon im 8x50-Sucherfernrohr deutlich wahrnehmen kann.
M38 finden wir auf der Mitte der Linie zwischen Theta und Iota Aurigae.
M37 finden wir links der Mitte einer gedachten Linie von Theta zum Stern Nath (Beta Tauri).
M36 liegt ungefähr in der Mitte zwischen M37 und M38.
Abgesehen von diesen häufig beobachteten Sternhaufen bietet der Fuhrmann weitere schöne Deep-Sky-Objekte. Ca. 0,5° südlich von M38 liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 1907. Ein weiteres lohnenswertes Objekt im Fuhrmann ist NGC 2281, der hellste Offene Sternhaufen des Sternbilds. Wir finden NGC 2281 auf der Mitte der Linie von Menkalinan (Beta Aurigae) nach Castor (Alpha Geminorum), ca. 9° von Menkalinan entfernt.
Bei hoher Vergrößerung kann man ca. 1° westlich von M36 im mittelgroßen Fernrohr den kleinen Emissionsnebel NGC 1931 wahrnehmen.
Richtet man sein Fernrohr bei hoher Vergrößerung auf den Stern Theta Aurigae, zeigt sich der 2,6m helle Stern als enger Doppelstern.
Ein weiterer schöner Doppelstern im Fuhrmann ist Omega Aurigae. Omega ist der hellste Stern auf der Linie von Eta Aurigae nach Iota Aurigae.
Ca. 3,5° südwestlich von Capella liegt der 3m helle Stern Almaaz (Epsilon Aurigae). Epsilon Aurigae ist ein bekannter bedeckungsveränderlicher Stern, wobei die Staubscheibe eines unsichtbaren Begleiters das Licht Epsilons alle 27 Jahre für ca. 2 Jahre auf 3,8m abschwächt. Epsilon Aurigae ist ein Überriesenstern von 2,2 Sonnenmassen, er hat 18.000 Sonnenleuchtkräfte und ist ca. 2000 Lichtjahre von uns entfernt.

 

Beobachtung ab 3:00

Um 3:00 dreht sich das Sternbild Großer Bär allmählich in den Zenit. Hoch im Osten sieht man die Sterne des markanten Sternbilds Löwe. Im Südosten zeigen sich schon die Sterne der vorderen Hälfte des Sternbilds Hydra über dem Horizont. Im Nordosten leuchtet Arktur im Sternbild Bärenhüter.

Es ist unangenehm kalt. Gut, dass noch heißer Tee in der Thermoskanne ist. Wir setzen uns auf die gepolsterten Klappstühle, genießen jeder einen großen Becher heißen Tee und dazu einen süßen Keks. Hierfür brauchen wir praktischerweise unsere Handschuhe nicht auszuziehen.

 

Sternbild Giraffe

Das Gebiet des Sternbilds Giraffe liegt sich zwischen dem Sternbild Fuhrmann und dem Polarstern. Es nimmt am Himmel eine Fläche ein, ist so groß ist wie jedes der Sternbilder Cassiopeia oder Fuhrmann. Weil das Sternbild Giraffe jedoch keine hellen Sterne enthält, fällt es niemandem auf und wird am Himmel meistens übersehen. Man kann das Sternbild in jeder Nacht beobachten, da es ein zirkumpolares Sternbild ist.
Der hellste Stern im Sternbild Giraffe ist der 4,3m helle Stern Alpha Camelopardalis. Der Stern Beta Camelopardalis ist nur 4,0m hell, und der Gamma Camelopardalis ist nur 4,6m hell. Zieht man eine Linie von Alpha Camelopardalis nach Gamma Persei, liegt auf der Linie, von Alpha Camelopardalis ausgehend ca. 1/3 von dessen Abstand zu Gamma Persei, der 5,3m helle Offene Sternhaufen NGC 1502. Betrachtet man NGC 1502 im Fernrohr, sieht man darin einige schöne Doppelsterne. Betrachtet man die Region um den Sternhaufen NGC 1502 in einem Fernglas, erkennt man eine ca. 2,5° lange Sternenkette, die direkt auf NGC 1502 zielt: Das ist „Kembels Kaskade“. Vor dunklem Himmelshintergrund wirkt diese Sternenkette beeindruckend.
Im Sternbild Giraffe liegen zwei ausgedehnte Galaxien. Sie sind jedoch nicht einfach aufzufinden, weil dem Sternbild einerseits die hellen Sterne fehlen, die dem suchenden Beobachter eine Orientierung bieten können, und weil diese Galaxien andererseits eine sehr niedrige Flächenhelligkeit haben. Ca. 1° westlich des 5,9m hellen Sterns 51 Camelopardalis liegt in einem sternarmen Gebiet die Spiralgalaxie NGC 2403. Diese Galaxie ist 8,5m hell und ist 10,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie ist 7 Bogenminuten x 4 Bogenminuten groß und ist an sich eine der größten Galaxien am nördlichen Himmel, doch wegen ihrer Ausdehnung ist ihre Flächenhelligkeit sehr gering.
Ca. 3° südsüdwestlich von Gamma Camelopardalis liegt IC 342. Diese Spiralgalaxie ist ca. 8 Millionen Lichtjahre entfernt und steht am Himmel „face-on“. Sie nimmt hier ein Areal von über 600 Quadratbogenminuten ein, ist also fast so groß wie der Vollmond. Wegen ihrer extrem niedrigen Flächenhelligkeit ist sie jedoch fast unsichtbar. IC342 hat einen kleinen, recht hellen Kern, der von einer ausgedehnten und extrem leuchtschwachen Halo umgeben ist. Diese riesige Halo kann man nur in sehr klaren, dunklen Sternennächten in einem lichtstarken Fernglas großer Öffnung erahnen, denn für die Gesichtsfelder der meisten Fernrohre ist IC 342 zu groß.

 

Sternbild Zwillinge

Gegen 3:00 findet man das Sternbild Zwillinge 60° über dem südlichen Horizont. Das Sternbild ist durch das helle Paar der Sterne Castor und Pollux leicht erkennbar. Es besteht aus zwei parallelen Sternenketten: die nördliche Kette wird von Castor (Alpha), Mebsuta (Epsilon), Tejat Posterior (My) und Tejat Prior (Eta) gebildet. Die südliche Kette besteht aus Pollux (Beta), Wasat (Delta), Mekbuda (Zeta) und Alhena (Gamma).
Castor ist ein enger Doppelstern, seine beiden Partnersterne sind 1,9m und 3m hell. Auch Wasat ist ein Doppelstern, er liegt genau auf der Ekliptik. Seine beiden Partnersterne sind 3,5m und 8,3m hell.
Ca. 2° ostsüdöstlich von Wasat steht der Planetarische Nebel NGC 2392, der „Eskimonebel“. Der eigentliche Nebel um den 11m hellen Zentralstern kann in kleineren Fernrohren nur mit indirektem Sehen wahrgenommen werden. Der Nebel erscheint schwach bläulich. Bei der Beobachtung von NGC 2392 sollte man so hoch vergrößern, wie das verwendete Teleskop das zulässt: Wenn man zur Beobachtung ein UHC-Filter an einem lichtstarken Fernrohr einsetzt, kann man die Nebelstrukturen deutlicher wahrnehmen.
Zwei Grad nordwestlich von Tejat Prior finden wir den Offenen Sternhaufen M35, der bereits in kleinen Fernrohren sehr eindrucksvoll beobachtet werden kann.
Wenn der Himmel dunkel und sternklar ist, kann man mit einem Fernrohr größerer Öffnung bei hoher Vergrößerung versuchen, den Offenen Sternhaufen NGC 2420 zu beobachten. Man findet NGC 2420 ausgehend von Wasat. Ca. 1,7° ostsüdöstlich von Wasat liegt der 5,9m helle Stern 63 Geminorum. Ca. 2,5° östlich vom Stern 63 Geminorum kann man NGC 2420 im Fernrohr als enger Sternhaufen aus zahlreichen schwachen Sternen wahrnehmen.
Im Dezember ist das Sternbild Zwillinge der Ausstrahlungsort der Geminiden. Sie entstehen, indem die Erde um diese Zeit die Bahn des Asteroiden Phaeton kreuzt, wodurch Staubteilchen auf dieser Bahn in die Erdatmosphäre geraten und dort als Sternschnuppen erscheinen. In der Nacht vom 13. Zum 14. Dezember erreicht dieser Sternschnuppenstrom sein Maximum, dann kann man mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde rechnen.

 

Sternbild Einhorn

Südlich des Sternbilds Zwillinge und östlich des Sternbilds Orion liegt das unauffällige Sternbild Einhorn. Der Dezember ist der ideale Monat, um sich im Sternbild Einhorn mit dem Fernrohr den Offenen Sternhaufen NGC 2264 anzusehen. Der zeigt nämlich eine Anordnung heller Sterne, die einem erleuchteten Weihnachtsbaum durchaus ähnlich sieht. Bei dieser Beobachtung darf man kein Zenitprisma oder Zenitspiegel einsetzen, weil diese optischen Bauteile das Abbild dieses „Weihnachtsbaums“ um 180° drehen, sodass man mit ihnen den „himmlischen Weihnachtbaum“ auf seine Spitze gestellt zu sehen bekommt.
Als „Weihnachtsbaumständer“ fungiert hier der 4,5m helle Stern 15 Monocerotis, ein enger Doppelstern mit einer absoluten Helligkeit von -5m, der mit über 10.000 Sonnenleuchtkräften leuchtet.

 

Sternbild Krebs

Östlich des Sternbilds Zwillinge liegt das Sternbild Krebs. Da es keine hellen Sterne enthält, ist es unauffällig. Ist der Himmel sternklar und dunkel, kann man mit bloßem Auge in dem Sternbild ein schwaches Nebelwölkchen wahrnehmen, das man schon im kleinen Fernglas leicht in einzelne Sterne aufgelöst sieht. Das ist der Offene Sternhaufen M44, der seit der Antike den Namen “Präsepe“ (Krippe) trägt.
Nördlich und südlich dieses Sternhaufens stehen zwei Sterne 4. Größe: sie heißen Asellus Borealis (Gamma Cancri) und Asellus Australis (Delta Cancri). “Asellus“ ist das lateinische Wort für „Eselchen“, die Astronomen der Antike sahen in den Sternen die Verkörperung der beiden treuen Eselchen des Dionysos, die gemeinsam ihr Heu aus einer Krippe ( M44) fressen, nachdem sie den betrunkenen Gott des Weines sicher nach Hause in sein warmes Bett gebracht haben.
Ein anderer Offener Sternhaufen im Krebs ist M67. Man findet ihn ca. 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri).

 

Sternbild Löwe

Östlich des Sternbilds Krebs sehen wir das markante Sternbild Löwe. Es erreicht in den ersten Stunden nach Mitternacht eine Höhe von 40° über dem Südosthorizont. Da in der Winternacht um 3:00 in der Regel die besten Beobachtungsbedingungen der Nacht herrschen (zumindest im Bezug auf Himmelsaufhellung und Luftruhe), kann man dieses Sternbild nun mit guten Erfolgsaussichten beobachten.
Sein hellster Stern ist Regulus (Alpha Leonis), ein blauweißer Doppelstern von 1,3m. Sein 8,7m heller Partnerstern ist ein Stern der Spektralklasse G.
Der Stern Algieba (Gamma Leonis) ist einer der bekanntesten Doppelsterne am Himmel. Er liegt 90 Lichtjahre von uns entfernt, seine beiden gelblichen Partnersterne sind 2,2m und 3m hell und stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander, das entspricht einer gegenseitigen Distanz von über 18 Milliarden Kilometern.
1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung bei dunklem, klarem Himmel die Galaxiengruppe M95, M96 und M105 wahrnehmen.
In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa findet man im lichtstarken Fernrohr die sehenswerte Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628.
Zwischen den Sternen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die Galaxie NGC 3607. Ca. 1,5° südlich von Lambda Leonis liegt NGC 2903, die größte und hellste Spiralgalaxie des Sternbilds Löwe. Sie ist auch im Fernrohr nicht leicht wahrzunehmen, da sie trotz ihrer Größe nur eine niedrige Flächenhelligkeit hat.

 

Anblick in den Stunden vor Sonnenaufgang

Um 6:00 sinkt das Sternbild Orion zum Westhorizont, das Sternbild Großer Bär steht nun im Zenit und das Sternbild Löwe zieht hoch am Himmel über den Meridian. Jupiter steht nun hell im Sternbild Waage. Im Nordosten erkennen wir die Sterne des Sternbilds Herkules, darunter gehen die Sternbilder Schwan und Leier bereits wieder auf.

 

Abschluss

Die Beobachtungsnacht endet schließlich, weil Müdigkeit, Kälte oder nahendes Schlechtwetter dazu zwingen. Dann heißt es, die Geräte mit kältesteifen Fingern abzubauen, alle Einzelteile einzusammeln und alles sicher einzupacken. Wenn man alles abgebaut und ordentlich im Kofferraum verstaut hat, schaut man danach vielleicht noch kurz in den dunklen Nachthimmel und nimmt fröstelnd seinen Abschied von dieser Beobachtungsnacht.

Dann steigt man steifbeinig ins Auto,man  freut sich, dass man im Trocknen sitzt, und dass bald die Wagenheizung die Kälte aus den Zehen vertreiben wird. Der Motor springt zum Glück sofort an, und dann rollen wir bald auf verlassenen Landstraßen durch den dunklen nächtlichen Wald nach Hause, wo es schön warm und gemütlich ist.

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