Übersicht um 1:00

Um 1:00 steht das Sternbild Luchs im Zenit. Das Sternbild Großer Hund überquert nun den Meridian. Hoch im Osten sieht man die Sterne des Sternbilds Jungfrau. Im Nordosten ist nun der helle Stern Arktur über dem Horizont sichtbar.

 

Luchs

Das Sternbild Luchs ist ein unauffälliges Sternbild zwischen den oft beobachteten Sternbildern Krebs, Großer Bär, Fuhrmann und Zwillinge. Das Sternbild Luchs ist größer als das Sternbild Zwillinge. Dennoch wird das Sternbild Luchs hier in der Regel übersehen, denn sein hellster Stern Alpha Lyncis ist nur 3,1m hell: Alpha Lyncis ist ein Roter Riesenstern der Spektralklasse F5. Man findet ihn in der südöstlichen Ecke des Sternbilds. Alle übrigen Sterne im Sternbild Luchs sind deutlich schwächer. Mit dem Fernrohr betrachtet, erweisen sich viele dieser Sterne jedoch als sehenswerte Doppelsterne.

Ca. 2,5° nördlich von Alpha liegt der Doppelstern 38 Lyncis. Seine beiden 3,9m und 6,2m hellen Partnersterne stehen hier im Abstand von 2,7 Bogensekunden zueinander. Sie bieten im Fernrohr bei hoher Vergrößerung einen schönen Farbkontrast.

Der Stern 31 Lyncis ist ein 4,3m heller Riesenstern der Spektralklasse K5, man findet ihn ca. 12,5° nordwestlich von 38 Lyncis. Ca. 24,5° nordwestlich von 38 Lyncis liegt der Stern 2 Lyncis, er ist ein 4,5 m heller weißer Stern der Spektralklasse A0. Dieser Stern markiert den östlichen Rand des Sternbilds Luchs. Hat man diese Beobachtungen in der obigen Reihenfolge gemacht, hat man dabei das Sternbild Luchs der Länge nach durchmessen.

Ca. 1° südöstlich von 2 Lyncis liegt der Stern 5 Lyncis, er ist ein Doppelstern aus zwei Roten Riesensternen. Ca. 2,4° nordöstlich von 5 Lyncis liegt das schöne Dreifachsystem 12 Lyncis, es besteht aus drei weißen Sternen, die man im Dreizöller bei 120facher Vergrößerung sehr hübsch getrennt zu sehen sind.

Da das Sternbild Luchs abseits der Milchstraße liegt, gibt es in dem Sternbild keine Offenen Sternhaufen. Diese Lage abseits der Milchstraße bietet jedoch den Vorteil, dass hier keine hellen Sterne vorkommen, die im Fernrohr störende Reflexe hervorrufen können. Außerdem gibt es hier auch keine Dunkelwolken, welche das Licht der himmlischen Beobachtungsobjekte schwächen könnten. Ist die Nacht mondlos und sternenklar, bietet das Sternbild sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beobachtung seiner lichtschwachen Deep-Sky-Objekte.

Schwenkt man das Fernrohr vom Stern Castor in den Zwillingen ausgehend um ca. 7° nach Norden, kann man im Achtzöller kurzer Brennweite am dunklen Himmel bei 60facher Vergrößerung ein schwaches Nebelwölkchen erkennen. Das Wölkchen ist NGC 2419, es ist der am weitesten von der Milchstraße entfernt liegende Kugelsternhaufen. Visuell erreicht er eine Helligkeit von 10,5m. Erst in Teleskopen großer Öffnung kann man die Randbereiche von NGC 2419 in einzelne Sterne aufgelöst sehen, die hellsten Sterne darin sind hier nur 13,5m hell. NGC 2419 liegt 230.000 Lichtjahre weit von uns entfernt

Zieht man am Himmel von Iota Cancri eine Linie zu Theta Ursae Majoris, findet man auf dieser Linie in einem Abstand von 4,6° von Iota Cancri die 10,6m helle Spiralgalaxie NGC 2683. Sie kann in Fernrohren ab 80 mm Öffnung gut wahrgenommen werden, denn ihre Flächenhelligkeit ist hoch. Man sieht NGC 2683 in Kantenlage, diese Galaxie hat keinen stellaren Kern, ihre Entfernung von uns beträgt über 20 Millionen Lichtjahre.

 

Krebs

Östlich des Sternbilds Zwillinge liegt das Sternbild Krebs. Es enthält nur schwache Sterne und springt daher nicht ins Auge. Wenn der Himmel dunkel und sternklar ist, kann man in diesem Sternbild mit bloßem Auge ein schwaches Nebelwölkchen wahrnehmen, das im Fernglas in einzelne Sterne aufgelöst zu sehen ist. Das ist der Offene Sternhaufen M 44, der seit der Antike unter dem Namen „Präsepe“ (lateinisch für „Krippe“) bekannt ist. M44 liegt 560 Lichtjahre von uns entfernt und enthält ca. 300 Sterne, die 6m bis 12m hell sind.
Nördlich und südlich der Präsepe kann man zwei Sterne 4. Größe sehen: der nördliche heißt Asellus Borealis (Gamma Cancri), der südliche heißt Asellus Australis (Delta Cancri) „Asellus“ ist das lateinische Wort für Eselchen. Die Astronomen der Antike betrachteten die beiden Sternen als die Verkörperung der zwei kleine Esel des Dionysos, die gemeinsam aus einer Krippe (nämlich M44) fressen, nachdem sie den vom zu langen fröhlichen Feiern erschöpften geistreichen Gott des Weines heil in sein Bett getragen haben.
Ein anderer sehenswerter Offener Sternenhaufen im Sternbild Krebs ist M67. Er liegt ca. 2° westlich des 4,3m hellen Sterns Acubens (Alpha Cancri).

 

Wasserschlange

Weit südlich des Sternbilds Krebs leuchtet still ein einsamer heller Stern. Das ist Alphard (der „Einsame“), er ist der hellste Stern des Sternbilds Wasserschlange. Das Sternbild Wasserschlange ist seit der Antike bekannt. Es wurde geschaffen, um an das schreckliche Ungeheuer Hydra zu erinnern, das der sagenhafte Helden Herkules im Auftrag Heras vernichten musste. Die Hydra war eine riesige, tödlich giftige Wasserschlange, die in einem Sumpf bei der Küstenstadt Lerna lebte und dort vorbeikommende Wanderer überfiel und auffraß. Das Sternbild Wasserschlange ist das längste und flächenmäßig größte Sternbild des Himmels.

Den aufgerichteten Kopf der Wasserschlange bildet im Sternbild ein Ring aus sechs Sternen beim Stern Epsilon Hydrae. Diese Sternengruppe ziehen bereits gegen 2:00 durch den Meridian. Die am Schwanzende der Wasserschlange liegenden Sterne steigen jedoch erst gegen 5:40 über dem Südosthorizont auf, zu diesem Zeitpunkt versinken die Kopfsterne der Wasserschlange bereits im Dunst über dem westlichen Horizont.

Am Westrand des Sternbilds Wasserschlange liegt der helle Sternhaufen M48. Man findet ihn im Fernglas ca. 3,5° südwestlich des 4m hellen Sterns C Hydrae. Sehr eindrucksvoll ist der große und helle Planetarische Nebel NGC 3242, der ca. 2° südlich des 3,8m hellen Sterns My Hydrae liegt. Da sowohl der Winkeldurchmesser als auch die Form von NGC 3242 sehr an den Planeten Jupiter erinnern, heißt der grünlich schimmernde Nebel sehr treffend „Jupiters Geist“.

 

Löwe

Östlich des Sternbilds Krebs liegt das markante Sternbild Löwe. Es erreicht in den ersten Stunden nach Mitternacht eine Höhe von 40° über dem Südosthorizont.

Der hellste Stern im Sternbild Löwe ist Regulus, ein 1,3m heller blauweißer Stern. Regulus ist ein 73 Lichtjahre entfernter Doppelstern. Sein Partnerstern ist ein kleiner G-Stern 8. Größe.

Der 2m helle Stern Algieba (Gamma Leonis) liegt ca. 8° nördlich von Regulus. Algieba (Gamma Leonis) ist einer der bekanntesten Doppelsterne am Himmel. Seine beiden gelblichen Partnersterne sind 2,2m und 3m hell und stehen in 4 Bogensekunden Abstand voneinander.

Ca. 1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) kann man bei mondlos dunklem, sternklarem Himmel im lichtstarken Fernrohr die kleine Galaxiengruppe M95, M96 und M105 beobachten.

In der Mitte zwischen den Sternen Iota Leonis und Coxa findet man die schöne Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628. Zwischen den Sternen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die Galaxie NGC 3607, und ca. 1,5° südlich von Lambda Leonis kann man im lichtstarken Fernrohr die Spiralgalaxie NGC 2903 auffinden. NGC 2903 ist rechnerisch die hellste Galaxie des Sternbilds, da sie relativ groß ist. Da sie jedoch eine niedrige Flächenhelligkeit hat, erscheint sie Beobachtern unauffälliger als alle kleineren Galaxien des Sternbilds Löwe.

 

Großer Bär

Der Große Bär ist ein großes und sehr markantes Sternbild. Die meisten Menschen kennen von diesem Sternbild nur dessen hinteren Teil, der als der „Große Wagen“ bezeichnet wird. Er wird durch die Sterne Dubhe (Alpha), Merak (Beta), Phekda (Gamma), Megrez, (Delta), Allioth (Epsilon), Mizar (Zeta) und Benetnash (Eta) gebildet. Der „Große Wagen“ ist lediglich das kantige Hinterteil und der Schwanz des Großen Bären.
Von diesen Sternen ist Mizar ein Doppelstern, den schon sehr kleine Fernrohren sehr schön getrennt zeigen.
Verlängert man die Linie von Delta nach Alpha, stößt man auf den 3,7m hellen Stern 23 Ursae Majoris. Dreht man nun die Verbindungslinie von Alpha nach 23 Ursae Majoris gedanklich um Alpha um 6,5° nach Norden, findet man dort im lichtstarken Fernrohr die sehenswerte Galaxiengruppe aus M81, M82 und NGC 3077. In kleinen Fernrohren ist NGC 3077 leider nicht wahrnehmbar.

Im lichtstarken Fernrohr kann man dicht bei Phekda die 9,8m helle Galaxie M109 wahrnehmen. In lichtstarken Fernrohren großer Öffnung kann man im Sternbild Großer Bär viele schwache Galaxien sehen, da in diesem Sternbild der galaktische Nordpol liegt, wo es weder Gas- noch Staubwolken unserer Galaxis gibt, welche unseren Blick in die Tiefe des Alls behindern können.

 

 

Beobachtung ab 4:00…

Gegen 4:00 kann man am Nordosthorizont schon die ersten Sterne des Schwans erahnen, daneben leuchtet der Stern Wega. Der Große Bär steht nun im Zenit, Regulus passiert den Meridian. Über dem östlichen Horizont sieht man Arktur.

 

Coma Berenices

Das Sternbild Coma Berenices ist ein sehr unauffällig. Dennoch kann man es am Himmel sehr leicht auffinden: Lässt man den Blick vom Sternbild Löwe ausgehend nach Osten schweifen, sieht man dort den hellen Stern Arktur leuchten. Zieht man nun am Himmel in Gedanken eine Linie von Denebola (Beta Leonis) hinüber zu Arktur, so liegt das Sternbild Coma Berenices nördlich dieser Linie.
Schon seit der klassischen Antike heißt der hellste Stern des Sternbilds Coma Berenices „Diadem“. Diadem (Alpha Comae) ist 4,8m hell und liegt 57 Lichtjahre von uns entfernt. Ca.10° nördlich von Diadem stößt man auf den Stern Beta Comae, Beta ist ein Stern der Spektralklasse G0.
Ca. 10° westlich von Beta liegt der Stern Gamma Comae, er ist ein 4,4m heller Roter Riese der Spektralklasse K0. Bei dunklem, transparentem Nachthimmel kann man südlich von Gamma einen diffusen Lichtschimmer wahrnehmen. Betrachtet man die schimmernde Himmelsregion im Fernglas, erkennt man sofort, dass man hier einen Offenen Sternhaufen vor sich hat. Sein Durchmesser beträgt über 4°, der Sternhaufen enthält viele farbige Sterne, Aufgrund seiner Größe lässt er sich nur im Fernglas vollständig überblicken. Dies ist der große Coma-Sternhaufen ’Melotte 111’, dem das Sternbild Coma Berenices seinen Namen verdankt.

Berenice war die Gattin des ägyptischen Königs Ptolemäus III. Da Ptolemäus gleich nach der Hochzeit im Jahr 246 v. Chr. in den Krieg ziehen musste, gelobte Berenice, dass sie ihre schönen blonden Haare dem Tempel der Aphrodite opfern würde, wenn er siegreich zurückkehren sollte. Ptolemäus kehrte siegreich zurück, und daher landete Berenices Lockenpracht auf dem Altar des Tempels. In der folgenden Nacht waren die prachtvollen Haare jedoch vom Altar verschwunden. Der Hofastronom „entdeckte“ sie dann am Himmel wieder, und so kam das Sternbild „Coma Berenices“ in die Welt der Astronomie.
Im Sternbild Coma Berenices liegen einige eindrucksvolle Galaxien, die man in Fernrohren von mehr als 12 cm Öffnung recht gut beobachten kann. Zieht man eine Linie vom Stern Gamma zum Stern Alpha und fährt sie mit dem Teleskop bei mittlerer Vergrößerung ab, kann man auf dieser Linie ca. 2,3° südöstlich von Gamma die schmale Galaxie NGC 4565 entdecken. Diese Spiralgalaxie zeigt sich exakt in ihrer Kantenlage. Folgt man nun der Linie zu Diadem um weitere 6,3°, stößt man auf Galaxie M64, die auch als die „Galaxie mit dem schwarzen Auge“ bekannt ist.

Zwischen Beta Comae und Gamma Comae liegt der 4,9m helle Stern 31 Comae. Ca. 2° südlich dieses Sterns liegt die 9,2m helle Galaxie NGC 4725.

Unmittelbar östlich von Diadem findet man den kleinen Kugelsternhaufen M53. Er ist 60000 Lichtjahre von uns entfernt.

 

Jungfrau

Das Sternbild Jungfrau überquert gegen 2:00 den Meridian. Der hellste Stern dieses Sternbilds ist die 1,0m helle Spica, ein blauer Riesenstern der Spektralklasse B2 mit 2600 Sonnenleuchtkräften, in einer Entfernung von 240 Lichtjahren.

27° westlich von Spica liegt der 3,6m helle Stern Zavijava (Beta Virginis), ein Stern mit sechs Sonnenleuchtkräften in 35 Lichtjahren Entfernung. Der 2,7m helle Stern Porrima (Gamma Virginis) Ca. 14 ° westlich von Spica liegt der 2,7m helle Stern Porrima (Gamma Virginis), er ist ein enger Doppelstern, dessen beiden Partnersterne im Abstand von 2 Bogensekunden voneinander stehen.  
Ca. 13° nördlich von Porrima liegt der 2,8m helle Stern Vindemiatrix (Epsilon Virginis). Er ist 94 Lichtjahre entfernt, der Name dieses Sterns bedeutet „Weinleserin“. Der Aufgang der Vindemiatrix in der Morgendämmerung zeigte den Weinbauern während der römischen Antike an, dass der Zeitpunkt für den Beginn der Weinlese gekommen war.

Mit einem Fernrohr von 15 bis 30 cm Öffnung kann man im Sternbild Jungfrau bei klarem, dunklem Himmel zahlreiche Galaxien beobachten. Überraschend viele dieser lichtschwachen Objekte wurden schon im 18. Jahrhundert mit kleinen Fernrohren entdeckt. Dazu gehören die Galaxien M61, M49, M84, M86, M87, M89, M58, M60, M88, M89 und M90. Darüber hinaus enthält das Sternbild Hunderte andere lichtschwache Galaxien.

Wenn man in dieser Menge an Galaxien die Übersicht behalten möchte, muss man sich auf die Beobachtung dieser Galaxien gut vorbereiten und sie sorgfältig planen, damit man erkennen kann, welche Galaxie man da gerade beobachtet. Außerdem muss der Himmel für die erfolgreiche Beobachtung der Galaxien mondlos und sternenklar sein, mit sehr guter Transparenz der Luft. Außerdem sollte man dabei ein Teleskop mit möglichst großer Öffnung verwenden, denn die Galaxien im Sternbild Jungfrau sind ca. 55 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

 

Rabe

Oberhalb des Südhorizonts erkennt man ein markantes kleines Sternenviereck, das ist das Sternbild Rabe. An der Nordostecke des Vierecks steht Algorab (Delta Corvi). Algorab ist ein Doppelstern, den man im kleinen Fernrohr problemlos getrennt sehen kann. Seine Partnersterne sind unterschiedlich hell und haben unterschiedliche Farben.
Ca. 2,5° südwestlich von Algorab liegt der kleine, 10,5m helle Planetarische Nebel NGC 4361, der einen im Fernrohr deutlich sichtbaren Zentralstern hat.

Ca. 10° westlich von Spica liegt an der Grenze des Sternbilds Rabe zum Sternbild Jungfrau die 8,3m helle Galaxie M104, die als „Sombrero-Galaxie“ bekannt ist. M104 liegt 40 Millionen Lichtjahre entfernt. Bei klarem, dunklem Himmel ist in Fernrohren ab 20 cm Öffnung das von  Hubble-Fotos bekannte dichte Staubband dieser Galaxie zu erahnen.
Bekannt geworden ist das Sternbild Rabe durch die imposanten Hubble-Bilder der beiden „Antennengalaxien“ NGC4038 und NGC 4039, die beide ca. 3,2° westsüdwestlich von Gamma Corvi liegen. Die langen Gezeitenschweife dieser beiden Galaxien leuchten leider so schwach, dass sie in Amateurteleskopen nicht wahrnehmbar sind.
 

Sextant

Südlich des Sternbilds Löwe liegt das kleine und unscheinbare Sternbild Sextant. Seinen 4,4m hellen Hauptstern Alpha Sextantis findet man ca. 12,5° südlich von Regulus. Wenn man die Verbindungslinie von Regulus zu Alpha Sextantis über Alpha hinaus um ca. 7, 5° weiter nach Süden verlängert, stößt man dort im Fernrohr ab 10 cm Öffnung auf die S0-Galaxie NGC 3115. Diese Galaxie hat eine hohe Flächenhelligkeit und darf daher auch mit hoher Vergrößerung betrachtet werden. Sie ist auch als die „Spindelgalaxie“ bekannt. NGC 3115 ist 9m hell, liegt in einer Entfernung von 37 Millionen Lichtjahren und hat einen Durchmesser von 70000 Lichtjahren.

 

 

Abschluss

Früher oder später endet die Beobachtungsnacht. Dann müssen die Geräte und die Ausrüstung abgebaut und sicher im Auto verstaut werden. Diese Aufgabe muss unter erschwerten Bedingungen bewältigt werden, denn es ist dunkel, die Zehen schmerzen vor Kälte, auch die Finger sind womöglich gefühllos und steif, das ganze Equipment ist eisig kalt, viele Teile sind unhandlich, schwer, stoßempfindlich und teuer, und lassen sich nur mit großer Mühe voneinander lösen. 

In der Situation ist es sehr vorteilhaft, wenn man lediglich leichtes Equipment abbauen muss.

Sind schließlich alle Geräte abgebaut, abgetrocknet und zwischen Decken ordentlich abgepolstert im Kofferraum mit den Campingmöbeln verstaut, folgt ein Kontrollgang am Beobachtungsplatz. Im Licht der Taschenlampen sucht man den Boden ab, um dort noch vergessene Okulardeckel, Sternmuttern, Handschuhe aufzuspüren. Danach kann man sich sicher sein, dass der Beobachtungsplatz ordentlich hinterlassen wird, und man kann aufatmen.

Falls man nicht zu sehr friert, kann man zum Abschluss der Beobachtungsnacht noch einmal hinauf in den Nachthimmel schauen, um den Anblick zu genießen und um Abschied zu nehmen.

Danach setzt man sich ins Auto, entspannt die durchfrorenen Muskeln auf dem bequemen Sitz. Dank der gut gewarteten Batterie springt der Motor sofort an, die Scheinwerfer leuchten auf und tauchen die kahlen Zweige des Gebüscsh vor dem Wagen in helles Licht. Dann geht die Fahrt durch die Dunkelheit gemächlich hinab von der einsamen Höhe über nebelverhangene Wiesen. Die kraftvolle Wagenheizung treibt die Kälte allmählich aus den Zehen, und über die verlassen liegenden Straßen fahren wir ins Tal und durch den kalten nächtlichen Wald, nach Hause.

 

 

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