Der Sternenhimmel im November 2022

Die Sonne geht am 1. November gegen 17:00 unter. Am 2. November geht sie gegen 7:30 wieder auf.  Die erste Novembernacht bleibt von 19:00 bis 5:30 astronomisch dunkel und bietet somit 10,5 Stunden Dunkelheit.
Am 30. November geht die Sonne bereits um 16:30 unter, und am 1. Dezember geht sie gegen 8:10 auf. In dieser letzten Novembernacht beginnt die astronomisch dunkle Nacht um 18:30 und endet am folgenden Morgen um 6:10. Sie dauert fast 12 Stunden.
Die Novembernächte sind so lang, dass man in ihrem Verlauf nacheinander Himmelsobjekte des Sommersternhimmels, des Herbststernhimmels, des Wintersternhimmels und des Frühlingssternhimmels beobachten kann, solange das Wetter mitspielt und man nicht müde wird.

Durch den Klimawandel wird das Wetter dynamischer, dadurch scheinen Phasen mit sternklarem Himmel etwas häufiger aufzutreten. Dank leistungsfähiger Wetter-Apps kann man heutzutage sehr schnell verlässliche Informationen über die aktuellen Wetteraussichten am Beobachtungsplatz erlangen. Dadurch kann man astronomische Beobachtungen fundierter planen und mit mehr Erfolg durchführen als noch vor einigen Jahrzehnten.
Steht man in der Novembernacht lange im Freien, kann die Kälte zum Problem werden. Man muss sich so warm anziehen, dass man nicht frieren wird, denn anderenfalls wird einem auch unterm schönsten Sternenhimmel die Lust am Beobachten schnell vergehen. Wenn an Beobachtungsplatz mit kaltem Wind zu rechnen ist, der den Beobachtern die Tränen in die Augen treiben wird, braucht man dort einen guten Windschutz.

Der Beobachtungsplatz sollte ruhig und abgelegen liegen, damit man dort ungestört beobachten kann. Er sollte nicht in der Nähe von Ortschaften, Straßenlaternen und Verkehrswegen liegen, weil deren Licht das Wahrnehmungsvermögen der Beobachter beeinträchtigen wird. Der Beobachtungsplatz sollte aber auch mit dem Auto erreichbar sein, sodass man seine Ausrüstung Geräte dorthin transportieren kann. Er muss einen festen und ebenen Untergrund bieten, damit die Geräte einen sicheren Stand haben und man dort im Dunkeln nicht ins Stolpern kommen kann. Der Platz sollte hoch liegen, damit ihn kein Bodennebel erreicht, und er sollte eine möglichst gute Rundumsicht ermöglichen.

Bei sternklarem Himmel hat man mit dem bloßen Auge den besten Überblick und kann sich am Himmel orientieren. Mit einem handlichen Fernglas kann man Sternfelder und Sternbilder eingehend erkunden. Kleine Fernrohre kürzerer Brennweite sind bei niedriger Vergrößerung optimal, um sich Offene Sternhaufen und hellere Deep-Sky-Objekte mit ihrem Umfeld anzusehen. Lichtstarke Spiegelfernrohre mit größerer Objektivöffnung bieten die Möglichkeit, viele Galaxien und Kugelsternhaufen detailliert zu beobachten. Mit Fernrohren langer Brennweite kann man viele Details auf dem Mond und den Planeten wahrnehmen, und man kann damit enge Mehrfachsternsysteme in ihre Komponenten aufgetrennt sehen.
Beim Beobachten bieten große Fernrohre in der Regel ein schärferes, kontrastreiches und helleres Bild als kleinere Fernrohre. Die großen Geräte sind jedoch schwerer und sperriger als kleinere Geräte und brauchen vor den Beobachtungen eine längere Auskühlzeit. Zudem verursacht der Transport, die Aufstellung und schließlich der anschließend erforderlich Abbau großer und kostspieliger Geräte mehr Stress und ist mit allerlei Anstrengungen verbunden. Dadurch kann man leicht ins Schwitzen kommen, und das ist in der kalten Nacht nicht angenehm.

Wenn man die Beobachtungsgeräte bei Sonnenuntergang aufbaut, hat man dabei noch etwas Tageslicht zur Verfügung. Die Geräte können anschließend während der fortschreitenden Abenddämmerung auskühlen. Ist der Auskühlprozess abgeschlossen, kann man die Kollimation der Teleskope in Ruhe überprüfen und sie korrigieren. Dadurch können sie ihre beste Leistung bieten.
Bevor man mit dem Beobachten beginnt, sollte man an den Stativbeinen und Klemmen alle Schrauben fest anziehen. Durch diese Maßnahme lässt sich verhindern, dass die teuren Geräte in der finsteren Nacht ganz unerwartet auf den Boden krachen.

Ein mondlos sternklarer Nachthimmel ist ein begeisternder Anblick. Will man an diesem schönen Himmel ein bestimmtes Himmelsobjekt beobachten möchte, muss man wissen, wie man das Himmelsobjekt zuverlässig findet. Daher sollte man seine Beobachtungen gut vorbereiten, damit die Suche nach einem bestimmten Objekt trotz optimaler Beobachtungsbedingungen nicht in einer Frustration endet.

Wenn man in der Beobachtungsnacht einige Stunden lang beobachten möchte, braucht man bequeme Sitzgelegenheiten, um sich auch mal hinsetzen zu können. Man sollte zudem einen kleinen Tisch aufstellen, auf dem man Zubehör sicher ablegen kann, damit man es im Dunkeln griffbereit hat. Hat man dann noch eine Thermoskanne mit einem Heißgetränk, Trinkbecher und eine Dose mit Keksen dabei, kann man in der kalten und dunklen Novembernacht länger durchhalten und kann zudem entspannter beobachten.

In der kalten Nacht bildet sich auf den Geräten häufig Tau. Tritt er auf den optischen Flächen auf, setzt er dem Beobachten ein Ende. Man kann dies verhindern. Durch lange Taukappen kann man z. B. Refraktor-Objektive und Korrektorplatten von Schmidt-Cassegrain und Maksutov-Teleskopen vor Taubildung schützen. Man kann die Taukappe zusätzlich mit einer kleinen Taukappenheizung versehen. Die kleinen Sekundärspiegel von Newton-Teleskopen setzen in feuchtkalter Luft besonders schnell Tau an. Daher sollte man sie mit einer kleinen Fangspiegelheizung ausstatten.
Wenn man am Fernrohr beobachtet, muss man darauf achten, dabei nicht auf das kalte Okular zu hauchen, denn anderenfalls wird die Okularlinse beschlagen. Erwärmt man das Okular vor der Beobachtung (z. B. mit einem Wärme-Pad in der Jackentasche), tritt das Problem nicht auf.

Am 8. November ist Vollmond. Am 23. November ist Neumond. In den ersten Nachtstunden lassen sich Jupiter und Saturn beobachten. Mars und Uranus können mit Fernglas oder Fernrohr während der ganzen Nacht bis zum Beginn der Morgendämmerung beobachtet werden. Bis 22:00 kann man den Neptun mit einen Fernglas oder Fernrohr wahrnehmen.

Am 17. November erreicht der Sternschnuppenstrom der Leoniden sein diesjähriges Maximum. Der Radiant dieses Sternschnuppenstroms geht von Mitteleuropa aus gesehen gegen 2:00 auf. Er geht auf den Kometen 55P Tempel-Tuttle zurück, der eine Umlaufzeit von 33 Jahren hat. Da das Leoniden-Maximum in diesem Jahr acht Tage nach dem Vollmond stattfindet, könnte das Mondlicht die Beobachtung der Leoniden-Sternschnuppen stören. In den Nächten bis zum 21. November könnten man vor dem Morgengrauen weitere Maxima heller Leoniden auftreten, die bei frühere Passagen des Kometen (1633, 1700 und 1800) freigesetzt wurden.

Kennen Sie schon unsere Sternkarten?

Wir bieten für Sie noch mehr Service!

Schauen Sie sich den Sternenhimmel im Laufe des Jahres an.

Sie möchten gerne Wissen, im welchen Sternbild einer unserer Planeten steht? Dann besuchen Sie doch unsere Planetenverlauf.

nach oben

Anzeige