Der Sternenhimmel im Dezember 2022

Am 1. Dezember. geht die Sonne gegen 16:33 unter. Danach herrscht von 18:30 bis um 6:17 am 2. 12. astronomische Dunkelheit, und um 8:17 geht die Sonne dann wieder auf.

Am 21. Dezember ist um 22:48 MEZ die Wintersonnenwende. Der 21. Dezember ist daher der kürzeste Tag des Jahres: An diesem Tag geht die Sonne gegen 16:32 unter und geht am folgenden Morgen erst um 8:32 wieder auf. Die Nacht zum 22. 12 bleibt daher über 12 Stunden lang astronomisch dunkel, von 18:35 bis 6:34.
Im Dezember liegen die längsten Nächte des Jahres. Im Dezember kann man am Abendhimmel über dem Westhorizont noch viele Sommersternbilder sehen, während zugleich hoch über dem Südhorizont die Herbststernbilder stehen. Um Mitternacht stehen über dem Südhorizont die Wintersternbilder, und ein paar Stunden nach Mitternacht sind über dem Südosthorizont schon viele der Frühlingssternbilder sichtbar. In Mitteleuropa ist jede Dezembernacht so lang, dass man in ihrem Verlauf ca. 80% aller während eines Jahres sichtbar werdenden Himmelsobjekte beobachten könnte.

Will man dieses Angebot an erreichbaren Himmelsobjekten nutzen, muss dafür zunächst das Wetter passen. Wenn das Wetter passt, muss man entscheiden, welche Geräte man für die Beobachtung einsetzen möchte. Da man nicht fähig ist, während der kalten Dezembernacht 12 Stunden lang sämtliche sehenswerten Himmelsobjekte zu beobachten, muss man auswählen, welche dieser Himmelsobjekte man beobachten möchte. Dann muss man klären, wie gut man diese Himmelobjekte vom vorgesehenen Beobachtungsplatz aus wohl mit den vorgesehenen Geräten wahrnehmen kann.
Leider ist der Himmel im Dezember häufig bewölkt, es kann regnen, es kann nebelig sein, und vor allem wird es im Dezember kalt. Die Nächte sind zwar lang, bleiben jedoch selten viele Stunden lang sternenklar. Glücklicherweise kann man dank der heute verfügbaren Wetter-Apps recht schnell herausfinden, mit welchen Beobachtungsbedingungen man wann am Beobachtungsplatz rechnen darf. Folglich kann man Beobachtungen auch im Dezember effektiv planen und auch erfolgreich durchführen.

Unter einem aufgehellten Stadthimmel kann man in einer mondlos sternklaren Nacht mit dem bloßen Auge ca. 400 Sterne wahrnehmen. Steht man in der gleichen Nacht unter einem dunklen Landhimmel, kann man dort mit bloßem Auge bis zu 3000 Sterne sehen. Die Auswahl des Beobachtungsplatzes hat einen wesentlichen Einfluss auf das mögliche Beobachtungserlebnis.

Damit man am Beobachtungsplatz ungestört beobachten kann, muss er abgelegen sein. Der Platz sollte erhöht liegen, damit ihn kein Bodennebel erreicht, und er sollte mit dem Auto erreichbar sein. Er muss einen festen Untergrund bieten, damit die Geräte dort einen sicheren Stand haben. Der Untergrund muss zudem eben sein, sodass man dort in der Dunkelheit über nichts stolpern kann.
Ein sternklarer dunkler Dezembernachthimmel ist ein faszinierender Anblick, solange man dabei so warm angezogen ist, dass man die Beobachtungen in der kalten Nacht sicher durchstehen kann.

Man sollte zudem außer den Stativen und den Montierungen mit Fernrohren und Ferngläsern auch gepolsterte Campingstühle aufstellen, sowie einen kleinen Klapptisch, auf den man Zubehör griffbereit ablegen kann, sowie eine gut gefüllte Keksdose und große Becher und eine große Thermoskanne mit heißem Tee. So ausgerüstet lässt es sich in der kalten Nacht länger aushalten.

Außerdem sollte man gemeinsam mit anderen Amateurastronomen beobachten. Das bietet viele Vorteile, denn man steht nicht alleine im Finstern, man kann gemeinsam mehrere Fernrohre aufstellen, man kann so mehr Beobachtungserfahrung sammeln und man kann seine Eindrücke und Gedanken miteinander austauschen, und man hat Unterstützung, wenn man die Geräte nach der Beobachtung abbauen und abtransportieren muss.
Bevor man mit dem Beobachten beginnen kann, muss man abwarten, bis die Geräte ausgekühlt sind. Wenn man mit Newton-Teleskopen beobachten will, sollte man im Anschluss an das Auskühlen die Kollimation der dieser Geräte prüfen und muss diese gegebenenfalls justieren. Danach sollte man sich noch vergewissern, dass alle Schrauben und alle Klemmen der Stativbeine wirklich fest angezogen sind. Mit dieser Maßnahme kann man verhindern, dass eines der Stativbeine in der dunklen Nacht unerwartet nachgibt und das betreffende Stativ anschließend samt dem Gerät umfällt.
Während der nächtlichen Beobachtungen muss man die aktuwlle Wetterentwicklung stets im Auge behalten. In der Nacht ist eine Wetterverschlechterung jederzeit möglich, und man muss sie rechtzeitig erkennen, damit man rechtzeitig reagieren kann.


Am 8. Dezember ist Vollmond, am 23. Dezember ist Neumond. Daher lassen sich Deep-Sky-Beobachtungen in der zweiten Monatshälfte mit gutem Erfolg durchführen. Nach Sonnenuntergang kann man Jupiter und Saturn bis gegen 20:00 sehen. Der Mars steht in Opposition und kann während der ganzen Nacht gut beobachtet werden. Auch der Uranus lässt sich mit Fernrohr und Fernglas bis nach Mitternacht auffinden, und den Neptun kann man bis 20:00 beobachten. In der zweiten Monatshälfte kann man Merkur und die Venus kurz nach dem Sonnenuntergang über dem Südwesthorizont sehen.

Der Sternschnuppenstrom der Geminiden ist vom 7. – 17. Dezember aktiv und erreicht am 14. Dezember gegen 7:00 sein diesjähriges Maximum. Ihr Ursprungskörper ist der Apollo-Asteroid (3200) Phaeton. Im Maximum können ca. 120 Sternschnuppen pro Stunde auftreten. Die Geminiden sind ca. 35 km/s schnelle Sternschnuppen.

 

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